2009-06-24

Traumfänger FAQ

Von traumperlentaucher @ 07:26 [ Traumfänger bauen ]


Immer wieder werde ich zum Selbstbau von Traumfängern befragt. Hier einige Beispiele:

„Ich habe Angst vor Albträumen. Hilft ein Traumfänger dagegen?“
Das ist sein ursprünglicher Zweck. Die Indianer Nordamerikas glaubten, dass er die schlechten Träume abhält und nur die guten durchlässt.

„Wieso soll ein selbstgebauter besser als ein gekaufter sein?“
Damit er gut wirkt, muss ein Traumfänger mit dem Träumer verbunden sein. Das geschieht, indem man Dinge einarbeitet, die einem wichtig sind und zu denen man eine besondere Beziehung hat. Natürlich können diese Dinge auch nachträglich in einen gekauften eingearbeitet werden.

„Ich bin Elektroniker und möchte meinen Traumfänger mit blinkenden Leuchtdioden verzieren. Welchen Einfluss könnte das auf meine Träume haben?
Vermutlich werden in deinen Träumen Leuchtdioden blinken. Wenn das für dich zu den wichtigen Dingen des Lebens gehört …

„Darf ich das Foto meines verstorbenen Vaters in den Traumfänger stecken?“
Ja, doch bedenke, dass du ihm wahrscheinlich in deinen Träumen begegnen wirst. Aber das wäre vielleicht eine gute Gelegenheit, ihm das zu sagen, was du zu sagen verpasst hast als er noch lebte. Es könnte aber auch sein, dass er dir noch eine Frage stellen wird.

„Kann ich meinen Traumfänger anstatt rund auch eckig machen, zum Beispiel als Stern?“
Das würde ich nicht empfehlen, Spitzen stechen in die Augen und stören die Harmonie. In unserer Nähe hat so ein Vollpfosten von Planer einen Kreisel bauen lassen, der mit seinen Betonzacken auf die sich nähernden Autofahrer zeigt. So wie diese geistige Aggression den Verkehrsfluss stört, würden Zacken oder scharfe Kanten auch den Traumfluss stören.

„Wieso haben indianische Traumfänger Vogelfedern?“
Damit man in seinen Träumen nicht abstürzt. Losgelöst vom Körper können wir in unseren Träumen fliegen. Doch der Mensch ist im Grunde seines Wesens ein Anti-Vogel und das kann zu Albträumen führen.

„Ich besitze einen kleinen Schutzengel aus Glas, darf ich den an meinen Traumfänger heften?“
Natürlich, er wird dich auch in deinen Träumen beschützen.

„Mein Traumfänger dreht sich, wenn ich ihn anschaue. Geschieht dies durch Gedankenkraft.“
Das ist möglich. Einige Menschen, die eine intensive Beziehung zu ihrem Traumfänger haben, sollen dazu in der Lage sein.

„Muss ich meinen Traumfänger direkt über meinem Kopf installieren? Ich habe Angst, dass er herunterfällt.“
Es ist egal, wo du ihn aufhängst. Wichtig ist, dass du ihn vor dem Einschlafen betrachten kannst.

Euer Traumperlentaucher

2007-11-10

Im Schatten des Traumfängers

Von traumperlentaucher @ 08:57 [ Traumfänger bauen ]


Die Flamme sagt nichts über die Lebensdauer einer Kerze.
Und so ist es auch bei den Lebenslichtern. Hier ein verhutzeltes Lichtlein, dort eine mächtige Fackel. Manch einer trägt eine kleine Flamme durchs Leben, die kaum in der Lage scheint, auch nur den geringsten Windstoß zu überleben und dennoch brennt sie auch nach den ärgsten Stürmen weiter – unscheinbar flackernd. Andere Lichter strotzen vor Kraft, nichts scheint ihnen etwas anhaben zu können. Es ist, als würde eine ganze Kiste Feuerwerk abbrennen. Doch eines Tages, viel zu früh, bleibt nichts als Rauch und schaler Brandgeruch. Irrlichter und Leuchtfeuer, Sturmlaternen und Windlichter, Positionslampen und Notlichter, sie alle sieht man des Nachts auf dem Fluss des Lebens. Einige verstecken sich im Schilf des Ufers, andere tanzen über die schärfsten Klippen und einige scheinen gar gegen den Strom zu schwimmen. Schaut man tief ins Wasser entdeckt man sogar einige Tauchlampen. Ob sie die Wahrheit in der Tiefe suchen? Oder bloss nach verlorenen Schätzen fischen? Es spielt keine Rolle, denn die Quelle des Flusses ist auch für die Tauchlampen nicht erreichbar, genauso wenig wie für die fetten Brutzelfeuer auf den Wellenkämmen in der Mitte.
Alle werden sie eines Tages erlöschen ohne je zu wissen, wo die Quelle liegt und wo der große Fluss endet. Aber es werden immer wieder neue Lichter entzündet – große und kleine – sie beleuchten nachts den Fluss, ohne zu wissen, wohin er sie treibt.

Aber eigentlich wollte ich nur sagen, dass Traumfänger erst im Lichte einer Kerze ihre volle Wirkung entfalten. In ihren Schatten, die sie auf die Wände zaubern, sieht man manchmal die Träume kommen

So, ich werde jetzt mal die Winterpneus montieren, wie wir hier sagen, es riecht nach Schnee, Euer Traumperlentaucher



2007-11-09

Lebensfänger

Von traumperlentaucher @ 17:58 [ Traumfänger bauen ]


In letzter Zeit hat mein Lebenslichtlein geflackert wie ein Irrlicht über dem Fluss des Lebens und es ist arg dünn geworden. Darum waren meine Blogeinträge auch spärlicher und kürzer. Doch jetzt ist es an der Zeit unseren Traumfänger fertig zu stellen. Ich gehe davon aus, dass wir alle sieben Essenzen oder Elemente gefunden haben. Wie wir sie zusammenbauen ist eher unwichtig und wir sollten uns dabei von unserem Gefühl, von unserer Inspiration leiten lassen. Wie Traumfänger etwa aussehen, bzw. wie sich die Leute diese vorstellen, können wir in jedem Esoterikladen sehen. Wir können auch dort einen Traumfänger erstehen und ihn dann zerlegen, dass heißt, all den Firlefanz und die dämlichen Klunker entfernen und dafür unsere Elemente einfügen. Aber wir können auch einen Weidenzweig am Waldrand pflücken und ihn zu einem hübschen Ring formen. Die Weide ist übrigens ein besonderer Baum. Von ihr können wir viel lernen. Zum Beispiel wie wir am besten die Stürme des Lebens überstehen.
Wir befestigen also unseren Stein im Traumfänger. Am besten ganz unten, denn er verbindet uns mit der Erde. Natürlich sollten wir das so tun, dass er uns nicht eines Nachts auf den Hirnkasten fällt und unsere Träume stört. Plastik und Leim hat in einem Traumfänger übrigens nichts zu suchen, diese künstlichen Stoffe stören den Traumfluss. Im Notfall bohren wir einfach ein Loch durch den Stein. Er soll uns ja nicht so sehr beim Träumen inspirieren, sondern vor allem als Ankerpunkt dienen – uns erden und wieder zurückholen, wenn wir im Begriff sind, uns im Labyrinth der Träume zu verirren.
Unser zweites Element verbindet uns mit unserem Lebenssaft, dem Wasser. Vielleicht ist es ein Stück Segeltuch unseres Traumschiffs, vielleicht eine Muschel in der wir das Meer rauschen hören oder gar ein Bernstein, der als Harztropfen vor unendlicher Zeit ins Meer gefallen ist. Es sollte uns nicht schwer fallen unser Wasserelement im Fänger zu befestigen. Vermutlich links, wenn wir zu wissen glauben, wo das ist.
Das nächste Element ist die Luft. Vielleicht ist es ein Blatt, das uns unser Lieblingsbaum geschenkt, bzw. in einem besonderen Moment vor die Füsse gelegt hat, aber vielleicht ist es auch das Lied „Zwei weisse Wolken“ auf einer alten Kassette. Der Platz der Luft ist vis à vis vom Wasser.
Doch jetzt benötigen wir noch unser viertes Element, das Feuer. Es spendet uns Leben, kann uns aber auch vernichten. Ich hoffe, dass wir dazu nicht einfach die letzte Zigarette genommen haben und auch nicht das Zippo, das uns Großvater zum vierzehnten Geburtstag geschenkt hat. Technische Dinge haben meines Erachtens nichts in einem Traumfänger zu suchen – eine blinkende Leuchtdiode kommt also auch nicht in Frage. Vielleicht ist’s ein Stück Meteorit oder Vulkangestein. Allerdings mag unser Erdstein keine Konkurrenz und so benutzen wir lieber das Zigarettenpapier in das wir mit Hilfe der Sonne und einer Lupe als kleiner Junge einen schwarzen Flecken gebrannt haben oder die Glasperle, die uns schon ein Leben lang begleitet und jetzt für den Traumfänger das Sonnenlicht einfangen kann.
Das fünfte Element ist die Liebe und in meinem Fall ein kleiner Engel, der mir meine Liebste geschenkt hat. Er wacht über meine Träume. Er trägt übrigens einen kleinen Liebesbrief in zierlicher Schrift und ich bin mir sicher, dass er auch darüber wacht, dass mein Lebenslicht wieder an Kraft gewinnt.
So, jetzt sind wir beim sechsten Element angelangt. Ich habe es nicht besonders erwähnt, aber es ist unser Lebenstraum. Aufgeschrieben auf ein Stück Pergament, in Prosa oder als Gedicht, besiegelt mit unserem Blut und unseren Tränen. Aber vielleicht auch nur mit der Tinte aus unserer Lieblingsfeder.
Und das siebente, das letzte Element? Es ist das Licht, das uns drüben erwartet. Für jeden von uns sieht das etwas anders aus, denn jeder wird dort drüben finden, was er ein Leben llang gesucht hat.

Ich wünsche euch Ruhe, Frieden und die besten aller Träume, Euer Traumperlentaucher

2007-11-05

Das vierte Element

Von traumperlentaucher @ 09:01 [ Traumfänger bauen ]


Unsere Beziehung zum Feuer ist eine schwere und leidvolle. Daher ist es auch am schwierigsten unser viertes Element zu finden. Einfach eine Zigarette, ein Feuerzeug oder ein verkohltes Stück Papier zu nehmen, wäre ein schlechter Witz und würde unseren Traumfänger wertlos machen. Nein, lasst uns überlegen, welche innige Beziehung wir zum Feuer haben. Denn das Feuer spendet uns genauso Leben wie die Erde, das Wasser und die Luft.
Lasst uns zur Mutter des Feuers hochblicken, auch wenn wir ihr nie direkt in ihr Auge schauen dürfen ohne dabei unser Augenlicht zu verlieren. Lasst uns ihre Strahlen bewundern, wie sie durch die Wolken dringen und das Land verzaubern und lasst uns die Schatten bewundern, die sie auf den Feldern und an den Hauswänden hinterlässt.
Doch Sonnenlicht lässt sich nicht so einfach einfangen, jedenfalls nicht direkt. Doch wenn wir unsere Verhältnis zum Sternenlicht geklärt haben, werden wir auch das vierte Element finden.

Ich wünsche euch Erkenntnis, Euer Traumperlentaucher

Bild: von JoJo

2007-11-04

Das dritte Elemet

Von traumperlentaucher @ 11:23 [ Traumfänger bauen ]


Das dritte Element, das wir für unseren Traumfänger benötigen, ist die Luft. Doch einfach eine Sauerstoffflasche zu kaufen oder eine leere Schnapsfasche zuzukorken, ist nicht die Lösung. Wiederum geht es darum, unsere persönliche Verbindung mit der Luft zu suchen. Wann hat die Luft auf außerordentliche Weise in unserem Leben gewirkt? Dabei spreche ich nicht von der täglichen Atmung, die jenseits unserer Kontrolle automatisch abläuft und uns am Leben erhält. Nein, im Verlaufe unseres Lebens hat die Luft eine entscheidende Bedeutung für uns gehabt, hat unser weiteres Leben geprägt. Das Zeichen, dass sie hinterlassen hat, mag unscheinbar gewesen sein, ein einzelnes Blatt von einem Baum geweht, die Feder eines Vogels, die im entscheidenden Augenblick vor unseren Füssen gelandet ist, das Gedicht über eine Wolke, das uns seit Jahren bewegt und das wir sorgsam behüten. Oder der Klang des Windes als er uns die entscheidende Botschaft übermittelte.
Es ist nicht leicht, sein drittes Element zu finden und man kann sich leicht irren und falschen Pfaden folgen. Wie schon bei den vorhergehenden Elementen, gilt auch hier: Lasst euch ausschließlich vom eigenen Gefühl leiten. Nicht von der Logik, nicht von guten Ratschlägen und schon gar nicht vom Geschrei der Verkäufer. Denn auch das dritte Element hat die vorzügliche Eigenschaft, dass man es nicht kaufen kann.

Ich wünsche euch Frieden, Euer Traumperlentaucher

Bild von JoJo

PS. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, geht es bei diesen Beiträgen darum, die Elemente für unseren persönlichen Traumfänger zu finden. Sobald wir alle Elemente beisammen haben, werde ich zeigen, wie man damit seinen eigenenTraumfänger baut

2007-11-03

Das zweite Element

Von traumperlentaucher @ 08:53 [ Traumfänger bauen ]


Wenn wir unseren Stein gefunden haben und ganz sicher sind, dass er zu uns gehört und wir zu ihm, dann ist es Zeit auf die Suche nach dem zweiten Element zu gehen. Das Element, dem wir unser Leben zu verdanken haben und aus dem wir gekommen sind: Das Wasser. Diese Suche gestaltet sich ungemein schwieriger als die Suche nach unserem Stein und sie kann Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Einfach seine Lieblingsfluss oder einen hübschen Bergbach aufzusuchen und daraus Wasser in ein Gefäß zu schöpfen genügt nicht. Wir dürfen nicht irgendwo Wasser nehmen und es einsperren und dann glauben es wäre unser Lebenswasser. Das wäre ein großer Irrtum und eine Beleidigung für das Wasser. Nein, unsere Verbindung mit ihm ist subtiler. Das Wasser hat in uns einen Abdruck, eine Erinnerung hinterlassen und diese müssen wir finden.
Natürlich hat das Wasser auf dieser Welt unzählige Steine nach seinem Willen geformt und es wäre ein leichtes seine Hand auszustrecken und einfach einen Stein aus dem nächsten Bach zu fischen. Doch am Ende der Suche nach unseren Elementen hätten wir dann nichts anderes als eine Steinsammlung – ohne jede Bedeutung.
Nein, Wasser ist schlau und durchtrieben und schwer zu be...greifen. Und unsere Verbindung mit ihm ist nicht so offensichtlich wie es scheint – auch wenn wir jeden Tag davon trinken und uns mit ihm waschen.
Sie ist oft immaterieller Natur. Es kann zum Beispiel ein Gedicht sein, ein Klang...oder ein Traum. Darum ist es nicht leicht, sein zweites Element aufzuspüren.

Ich wünsche euch Ruhe, Euer Traumperlentaucher

Bild: von JoJo

2007-11-02

Der Stein des Lebens

Von traumperlentaucher @ 09:17 [ Traumfänger bauen ]


Da schlendert man einem Fluss oder Bach entlang und unvermittelt fällt der Blick auf einen Stein, einer unter Tausenden. Er zieht einem magisch an und man kann seine Augen kaum von ihm abwenden. Tut man es dennoch, kehrt der Blick nach einer Weile automatisch wieder zu ihm zurück. Man findet ihn jederzeit wieder unter all den anderen Steinen. Es ist wie Liebe auf den ersten Blick. Schließlich hält man ihn in Händen, sofern er nicht zu schwer ist. Manchmal ist es ja bloß ein Kieselstein, doch in einigen Fällen auch ein Riesenbrocken, den man nicht zu heben vermag. Vielleicht ist er bloß grau und unscheinbar, vielleicht aber auch farbig und hübsch gemustert, doch das spielt keine Rolle.
Deine Finger tasten über den Stein, fühlen die Beschaffenheit seiner Oberfläche. Ist sie rau, ist sie glatt, hat der Stein Vertiefungen oder andere Unregelmäßigkeiten? Deine Augen begutachten ihn. Welche Farbe hat er, besitzt er irgendwelche Zeichnungen, Einschüsse anderer Mineralien?
Diesen Stein einfach zurückzulassen wäre ein großer Fehler. Denn es ist dein Stein. Du hast ihn gefunden, wie du meinst, doch in Wirklichkeit hat er dich gefunden. Dieser Stein gehört von nun an zu dir und er soll dich ein Leben lang begleiten. Du wirst an ihm horchen, du wirst versuchen, seine Energie zu spüren und du wirst mit deinen Händen nach seinen unsichtbaren Strömen tasten. Er wird dir nach und nach seine Geschichten erzählen und er wird dich in deinen Träume begleiten.
Wohl dem, der seinen Stein schon gefunden hat.

Ich wünsche euch Zeit, Euer Traumperlentaucher

Bild: von JoJo