2009-09-17

Neue Massstäbe

Von traumperlentaucher @ 08:04 [ Prophezeiungen ]


Die Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, die den Studenten an den Hochschulen eingetrichtert wird, hat einen gravierenden Schönheitsfehler: Sie hat wenig mit der Realität zu tun. Sowenig wie Investmentbanking mit der Realwirtschaft. Denn der Mensch ist ein ziemlich unvernünftiges und unberechenbares Wesen, getrieben von seinen Emotionen, Hoffnungen, Ängsten und Träumen und lebt in einer begrenzten Welt, in der die Exponentialfunktion tödlich ist.
Sarkozy, der französische Präsident, scheint das erkannt zu haben. Er möchte die Messgrösse Bruttoinlandprodukt durch andere Massstäbe ersetzen. Durch Glück zum Beispiel. Allerdings zweifle ich daran, ob der Bling-Bling-Präsident wirklich eingesehen hat, dass Geld nicht glücklich macht. Aber vielleicht hatte er ja einen Anfall von Weitsicht und hat erkannt, dass die Krise unseres Wirtschaftssystems erst begonnen hat und dass ihm bald die klassischen Argumente ausgehen werden um den weiteren Abstieg seinem Volk zu erklären.
Dadurch ist er anderen Staatsmännern und Frauen, wie Merkel und Obama voraus. Gar nicht zu reden von unseren Politikern in ihren engen Denkkäfigen.
Die tun noch so, als sei bald alles vorüber und wir könnten uns mit verstärktem Schuldenmachen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen wie einst der Baron von Münchhausen. Ob sie je ihren Wirtschaftsexperten die entscheidende Frage gestellt haben: „Wie ist es soweit gekommen?“
Vielleicht hätte ihnen ja einer von ihnen die ganz grossen Zusammenhänge erklärt: dass der Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahrzehnte auf billigem Öl und hemmungslosem Schuldenmachen basierte. Und ein anderer hätte ihnen vielleicht auch sagen können, dass dieser Zauber nicht ewig hält.
Auf die anschliessende Frage: „Was können wir tun?“, hätten die Experten vermutlich finstere Gesichter gemacht. Kaum einer hätte gewagt zu sagen: „Nichts. Wir können den Abstieg nur etwas hinausschieben. es sei denn, wir würden Tabula rasa machen und die Gläubiger verzichten auf ihre Guthaben. Aber das würden Sie, meine Damen und Herren Politiker kaum überleben.“ Und keiner hätte es wohl gewagt, den noblen Damen und Herren die Olduvai-Theorie zu erklären. Man hätte ihn umgehend in eines jener Sanatorien gebracht, die mein Freund Armin kennengelernt hat.
Denn nicht nur die Bauern in Belgien, die Millionen von Litern Milch auf die Felder schütten, während in der Welt eine Milliarde Menschen Hunger leiden sind unvernünftige, egoistische Wesen. Auch Politiker gehören zu dieser Kategorie. Ihre Messgrössen sind Macht und Geld. Glück gehört nicht dazu.
Darum wird Zar Kotzy eine Ausnahme bleiben. Vielleicht weil er eine aussergewöhnlich intelligente und dazu noch hübsche Frau hat.
In der Zwischenzeit klammern wir uns an die positiven Meldungen aus der Wirtschaft, die uns immer wieder ein Ende der Krise vorgaukeln. Die Forscher des LEAP haben dazu in ihrem neusten Bulletin eine passende Analogie: Ein Gummiball, der die Treppe hinunterhüpft, springt auf jeder Stufe hoch, bevor er seine Talfahrt fortsetzt.

Vermutlich wird es noch Jahre dauern, bis es Politikern, Managern und Nationalkomikern dämmern wird, dass die Zeiten des immer-währenden Wachstums endgültig vorbei sind.

Geniesst den Herbst der goldenen Jahre, der Winter wird lang und hart sein. Euer Traumperlentaucher

2009-06-10

Die Welt nach der Krise

Von traumperlentaucher @ 13:59 [ Prophezeiungen ]


Gemäß SPON ist das Hamburger Institut für Zukunftsforschung zu dem beruhigenden Fazit gekommen, dass die gegenwärtige Krise nicht mehr als ein reinigendes Gewitter sei. Das Institut malt ein äußerst positives Bild mit Globalisierung 4.0, Frauenpower und technischem Fortschritt etc.
Mein persönliches „Zukunftsforschungsinstitut“ kommt zu einer etwas anderen Ansicht:
Denn es handelt sich bei der gegenwärtigen Krise meines Erachtens nicht um eine Finanz-, sondern um eine Systemkrise. Unsere Art des Wirtschaftens funktioniert einfach nicht. Geld aus dem Nichts, ein Kartenhaus aus immer mehr Schulden, Immerwährendes Wachstum in einer begrenzten Welt, ein Imperium, das in Saus und Braus zu Lasten der ganzen Welt lebt, eine durchgedrehte Casinobankbranche, losgelöst von der Realwirtschaft, das alles kann zwar eine Zeit lang klappen, doch niemals auf Dauer.
Natürlich hoffen alle auf ein reinigendes Gewitter – ich wünsche mir das auch – doch nach dieser Krise wird nichts mehr so sein, wie es war. Sie ist eine Landmarke auf dem langen Abstieg unserer Zivilisation. Der Gipfel liegt hinter uns, weit vor uns liegt das Olduvai-Tal. Doch was liegt dazwischen? Was kommt nach der Krise?
Zuerstmal kommt nach der Krise die Krise. Alle werden versuchen, so weiterzumachen wie vorher: Die Banker, die Politiker und die meisten von uns. Wir sind nicht in der Lage, unser System zu ändern, da müsste der Leidensdruck schon viel groß sein. Und auch in einem solchen Fall würde sich wieder eine Clique von Alphatieren bilden, welche die Betas dominiert und sie gnadenlos aussaugt.
Das Durchwursteln der Politiker und das „Back to Business as usual“ der Eliten, insbesondere der Finanzeliten, wird uns geradewegs in die nächste Krise führen. In eine weitere von unendlich vielen auf unserem langen Marsch ins Tal. Dabei werden die Ausschläge immer grösser werden, wie das bei Regelsystemen so ist, die außer Kontrolle geraten. Am Ende steht das totale Chaos. Doch das werden wir, die heutige Generationen, hoffentlich nicht mehr erleben.
Was wir aber sehen werden ist folgendes:
Dem Staat wird die Puste ausgehen. Die riesigen Schulden infolge der „Rettungs-„ und „Konjunkturpakete“ lassen sich nur auf wenige Arten beseitigen:
a) Durch einen Schuldenerlass der Gläubiger (z.B. unsere Pensionskassen)
b) Durch massive Erhöhung der Steuern
c) Durch massives Senken der Staatlichen Leistungen (z.B. im Sozialbereich)
d) Durch die Notenpresse, bzw. Weginflationieren der Schulden.
Ihr merkt bei dieser Aufzählung sicher etwas: Wir, das heißt Du und Ich, werden in jedem Fall betroffen sein. Wir werden weniger Geld zum Ausgeben haben, der Wohlstand wird sinken.
Trotzdem wird die Welt weiterhin Rohstoffe benötigen. Trotz Krise werden ja immer noch viele rumfahren, heizen, Plastikenten kaufen. Und da kommt der nächste Hammer, der durch die anlaufende Krise bisher hübsch getarnt wurde:
Peak Oil liegt vermutlich hinter uns. Die Menge des jährlich geförderten Erdöls wird immer mehr abnehmen. Keine guten Aussichten in einer Welt, die auf Erdöl gebaut ist und der das Geld fehlt, Alternativen voranzutreiben.
Sobald wir also jeweils glauben, ein wenig aus dem Schlamassel raus zu sein und die Konjunktur etwas anziehen wird, wird uns der sofort nach oben ausschlagende Ölpreis einen Strich durch die Rechnung machen.
Der Kampf um die Rohstoffe wird sich deshalb intensivieren und in weitere kriegerische Handlungen münden.
Aber auch in unserer Nähe wird, trotz fehlenden Rohstoffen im Boden, der Teufel los sein. Die zunehmende Arbeitslosigkeit wird zu Unruhen und vermehrter Kriminalität führen. Die Staaten werden versuchen, diesem Trend entgegen zu steuern: Mit einer expandierender Überwachung ihrer Bürger, bis zur Gängelung. Unsere Freiheiten und die Demokratie werden darunter leiden.
Einige Staaten werden es aber nicht mehr schaffen, ihre Territorien zu kontrollieren. Sie werden zu „Failed States“, zu versagenden Gemeinschaften ohne Recht und Ordnung, wie zum Beispiel Somalia. Mad Max lässt grüssen.
Mir scheint auch wahrscheinlich, dass sich in einem solchen Umfeld kaum mehr jemand um den CO2-Hype scheren wird. Ob die Klimaänderung durch Menschen verursacht wurde, oder andere Gründe hat, wird nur noch einige Wissenschaftler interessieren, die nicht um ihren Job bangen müssen. Keine Regierung wird in Krisen die Wirtschaft und den Bürger mit weitgehenden Umweltverordnungen plagen. Schon gar nicht, wenn die Städte brennen und die Menschen hungern.
Aber was ist mit der Technologie? Wird sie uns retten?
Kaum, es sei denn jemand erfindet das Perpetuum Mobile. Wirrköpfe behaupten ja schon lange, dass Patente für „Freie Energie“ von den Erdölgesellschaften aufgekauft und schubladisiert wurden. Fehlte gerade noch, dass jemand Energie aus einer anderen Dimension anzapft. Wir haben schon genug nach dem Bibelspruch gelebt: „Denn sie wissen nicht was sie tun.“
Aber wird werden bestimmt noch einige technologische Highlights erleben, nützliche und weniger nützliche: Zum Beispiel den Einzug wirklich intelligenter und hilfreicher Roboter in die Haushalte der ersten Welt.

Sorry, das goldene Zeitalter kann nicht ewig dauern. Wer „Civilization“ von Sid Meier spielt, kennt das ja. Euer Traumperlentaucher.

Bild von Heinz.

2009-04-27

Wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt

Von traumperlentaucher @ 07:30 [ Prophezeiungen ]


Die Schweinegrippe ist wohl gefährlicher, als die Regierungen zugeben wollen. E-Mails von Mexikanern an die BBC zeichnen ein erschreckendes Bild: Die Situation in den Spitälern sei chaotisch, viel Personal bliebe der Arbeit fern, vorallem junge Menschen würden in kürzester Zeit sterben, ohne dass etwas dagegen getan werden könne. Es gäbe kein Mittel, das helfen würde. Die Situation in Mexiko sei viel schlimmer, als die Regierung zugebe, die Zahl der Betroffenen und die Todesrate seien wesentlich höher.

Es scheint, dass es nun tatsächlich soweit ist und wir einer weltweiten Pandemie ins Auge sehen müssen. Noch gestern war in der Sonntagspresse folgende Meldung zu lesen:
„Für in der Schweiz lebende Personen besteht laut den Gesundheitsbehörden zurzeit keine Gefahr durch die Schweinegrippe. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzichtet deshalb vorerst auf Sofortmassnahmen.“
Natürlich sind die Regierungen darauf bedacht, keine Panik auszulösen,
aber ich wette meinen besten Traum darauf, dass es schon morgen ganz anders klingen wird.
Vermutlich ist es so, wie ich einmal in diesem Blog geschrieben habe: Alle Katastrophen fallen uns gleichzeitig auf den Kopf: Wirtschaftskrise, Peak Oil, Klimawandel und Pandemie. Der Peak Oil ist zwar durch die Wirtschaftskrise verschleiert unbemerkt vorüber gegangen und wird sich erst später wieder melden und der Klimawandel ist ein Longdrink an dem wir uns erst in Jahrzehnten verschlucken werden, doch eine Pandemie könnte der angeschlagenen Wirtschaft den Todesstoss versetzen. Zusammenbruch total.
Ich rate dringend dazu, den Notvorrat sofort aufzustocken und Gesichtsmasken zu besorgen. Die nächsten Tage und Wochen werden nicht lustig.
Vergesst aber trotzdem nicht, die sanftgrünen Blätter des Frühlings zu bewundern. Euer Traumperlentaucher.

Bild: Bara-Bara & Staubfinger

2009-04-26

Strohhalm-Ideen

Von traumperlentaucher @ 15:56 [ Prophezeiungen ]


Wir hören und lesen täglich von Rettungsplänen für Banken und Firmen, steigenden Arbeitslosenzahlen und Schulden und von sinkenden Umsätzen und Preisen, doch die Krise ist bei den meisten von uns noch nicht angekommen. Sie ist wie ein fernes Donnergrollen. Wir machen uns zwar Gedanken ob des nahenden Gewitters aber hoffen, dass es ohne Hagelwetter vorüberziehen wird. Dankbar hören wir die beruhigenden Worte der Politiker: Im Herbst gehe es wieder aufwärts, wenn nicht schon diesen Sommer, spätestens jedoch 2010. Die Talsohle sei erreicht, die Konjunkturpakete würden greifen. Die steigenden Aktienkurse scheinen die bevorstehende Wende zum Guten vorweg zu nehmen und die ersten Banken melden wieder Milliardengewinne und verteilen Boni wie eh und je.
Alles Paletti, oder was?
Wenn da nur nicht diese Schulden wären und diese wertlosen Schrottpapiere, die die Banken erfunden haben. Die wollen einfach nicht verschwinden. Doch die Rettung naht. Übergscheite Professoren hatten kürzlich eine grandiose Idee. Was wäre, wenn man all die schlechten Papiere in ein riesiges Loch werfen würde?
Die BAD BANK war geboren.
Alles Schlechte deponiert man in dieser Bad Bank und schwupp werden alle übrigen Banken wieder zu guten Banken, die Party kann weiter gehen. Natürlich muss man zu diesem Zweck noch ein paar Regeln ändern, an den Bilanzierungsvorschriften schrauben und einen hübschen Haufen Geld einschiessen. Die guten Banken wollen ja schliesslich gutes Geld von der Bad Bank für ihren Schrott. Aber die Zeit heilt alle Wunden. Die Kernidee ist die: Wenn die Bad Bank auch nur einen Bruchteil der Schrottpapiere wieder verkaufen kann, kann sie dieses Geld zinsbringend anlegen und nach einer gewissen Zeit ist sie durch den Zinseszins wieder saniert. Wir haben uns wie Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen.
„Das kostet den Steuerzahler keinen Cent“, behaupten Finanzpolitiker, wie zum Beispiel der Kavallerist Steinbrück.
Dumm nur, dass tote Pferde nicht wieder lebendig werden, wenn man nur lange genug wartet. Aber das scheint ein Geheimnis der Indianer zu sein.
Und nur die Indianer scheinen zu wissen, dass das Risiko und der Zinsausfall der Bad Bank vom Steuerzahler getragen werden muss, dass diese Schrottpapiere Schulden sind und Schulden nicht einfach verschwinden, wenn man nur lange genug wartet. Wenn man Schulden hat, muss man entweder einen Nachschuldner finden (Schwarzpeterspiel), wie das bisher der Fall war, oder der Gläubiger muss auf sein Guthaben verzichten. Taschenspielertricks übergscheiter Professoren helfen nicht.

So nimmt die Krise denn ihren Lauf. Bei den Aktien wird vermutlich nächsten Monat die alte Regel wieder zum Zug kommen: Sell in May and walk away. Die reale Wirtschaft wird weiter schrumpfen, die Arbeitslosenzahlen steigen und im Herbst werden die ersten Unruhen in den grossen Städten aufflammen. Wann die Deflation in Inflation umschlagen wird, ist schwer zu sagen und hängt davon ab, wann die Zentralbanken beginnen panisch Geld zu drucken. Doch die Talsohle ist noch weit. Diese Krise hat erst begonnen und sie kann gut ein ganzes Jahrzehnt dauern. Am Ende wird die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren.

Greift nach dem Strohhalm, sofern er in eurem Longdrink steckt. Euer Traumperlentaucher

Bild: Zeitmaschine von Bara-Bara und Staubfinger

2009-01-10

Die entscheidende Fallhöhe

Von traumperlentaucher @ 10:28 [ Prophezeiungen ]


Noch ist wenig von der Krise zu spüren. Hier und da Kurzarbeit, fallende Preise bei einigen Produkten, Vermögensverluste bei bankgläubigen Anlegern. Die Krise spielt sich zurzeit hauptsächlich in den Medien ab, und auf den Teppichetagen der Banken.
Vielleicht, so hoffen wir, wird sie schon vorüber sein, bevor wir sie überhaupt spüren. Diese Rettungspakete, Rettungsschirme und Staatssicherheiten können doch nicht ohne Wirkung bleiben. Irgendwann muss dieses Geld ja irgendwo landen. Erfahrungsgemäß zwar nicht in den Taschen des kleinen Mannes sondern bei denen, die ohnehin schon haben. Doch das würde die Wirtschaft wieder ankurbeln und darauf kommt es ja an. Die Experten – und davon gibt es wie Sand am Meer – machen uns Hoffnung. In den USA soll der Spuk bereit Ende Jahr vorbei sein und wiederum Wachstum einkehren, und spätestens in zwei Jahren soll auch in Europa wieder der Courant Normal fließen. Dann wäre wieder alles paletti und wir könnten so weiter machen wie bisher – ad infinitum. So stellen es sich zumindest die meisten Experten vor. Denn so haben sie es gelernt und lehren es. Ihre „Modelle“ sehen keine andere Möglichkeit vor. Wirtschaft ohne ewiges Wachstum existiert nicht.
Doch diese Krise, die vor uns liegt, kommt in den Modellen der Experten nicht vor. Niemand, außer ein paar notorischen Schwarzsehern, hat sie vorausgesehen, obschon jetzt die „Experten“ das Gegenteil behaupten. Nach der Erfolgsregel: „Prophezeie ein Ereignis erst, wenn es bereits eingetreten ist.“

Bald schon, soll also die Krise, die noch nicht angefangen hat, wieder vorbei sein. Dann werden hierzulande wieder Arbeitsplätze geschaffen für Einwanderer, die unsere Altersversorgung finanzieren werden, die den Konsum ankurbeln werden und für die, die Bauwirtschaft wieder Wohnsilos in die Gegend stellen und dafür jede Sekunde einen Quadratmeter Land zubetonieren wird. Es muss so weitergehen, ohne Wachstum würde alles zusammenbrechen. Das steht so in den Modellen der „Experten“.

Wenn alle Stricke reißen, wird uns die Technik retten. Überhaupt sieht die Zukunft technisch aus. Der Mensch ist ja auch ein technisches Wesen und hat mit der Natur nur noch am Rande etwas zu tun. Zumindest in den Köpfen der Trendforscher. Da wird von aufdatierten Gehirnen, intelligenten Joghurts und programmierbaren Träumen gesprochen. Die Welt im Jahre 2035: ein verrücktes Paradies?

Werden wir uns eines fernen Tages zu Millionen in riesigen Wohntürmen konzentrieren wo sich das Leben vorwiegend virtuell abspielt, dazwischen renaturiertes Land mit Parks? Werden wir uns, zwischen unseren Trips in der Matrix, von Functional Food ernähren, gezüchtet in Hydroponiken? Werden wir nach unserem Ableben recycelt werden, anstatt wie bisher unter Energieverschwendung verbrannt?

Nein. Die Zukunft wir so aussehen wie heute – nur schlimmer. In etwa eine Mischung aus Wirtschaftskrise 1929, Gaza heute, Staatsbankrott in Island und Drogenkrieg in Mexiko. Schlimm wird es für die, die sich zurzeit im obersten Geschoss des Kartenhauses herumtreiben – Schweizer zum Beispiel. Je höher die Fallhöhe, desto höher grösser der Schock. Darum auch die wenig beruhigenden Neujahrsansprachen der Politiker. Dabei geben doch die normalerweise nur zu, was nicht mehr zu verheimlichen und nicht mehr zu beschönigen ist.
Normalerweise müsste es doch heißen: „Es ist nichts passiert, es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, wir haben alles unter Kontrolle.“

Da ich weder Politiker, Experte, noch bezahlter Lobbyist bin, sondern bloß ein träumender Beobachter, kann ich auch sagen, was ich denke:

Die begrenzten Ressourcen, die Exponentialfunktion und unsere Gene machen uns einen Strich durch die Rechnung. Da helfen keine Straßenbau- und Geldverteilungsprogramme.
Der Abstieg hat begonnen, und für manche wird dieser Abstieg zum freien Fall.

2009 bewegen wir uns in unerforschtem Territorium für das es kein Modell und keine Historie gibt. Doch das Kartenhaus ist am Zusammenbrechen und da ist die Fallhöhe von entscheidender Bedeutung. Und was die technophilen Trendforscher anbelangt: Ihr dürft weiterträumen.


Aber auch wir werden weiterträumen. Zumindest hier in diesem Blog. Euer Traumperlentaucher

2008-12-24

Die Welt, ein Ponzi-System

Von traumperlentaucher @ 09:33 [ Prophezeiungen ]


Bei uns auch „Schneeballsystem“ genannt.
Charles Ponzi kam 1903 mit zweieinhalb Dollar in die USA und beschloss reich zu werden. Das wurde er auch: In seinen besten Zeiten nahm er eine Million pro Tag ein. Einnehmen und nicht Verdienen, notabene. Ein wichtiger Unterschied.

Sein System war einfach: Offeriere den Menschen eine Investition mit einem phantastischen Zins und zahle diesen Zins mit dem Geld der nachfolgenden Investoren. Solange immer wieder neue Investoren Geld anlegen, funktioniert das System.
Auch bei dem kürzlich aufgeflogenen Madoff hat’s ziemlich lange geklappt. Bis ihm die Finanzkrise in die Quere kam. Nun sind 50 Milliarden futsch.

Doch was Ponzi und Madoff taten, tut die ganze Welt. Unser Finanzsystem funktioniert – ganz legal – nach diesem Prinzip. Ebenso unser ganzes Leben: Unsere Altersvorsorge, unser Rohstoffverbrauch, unsere Umweltzerstörung. Wir leben auf Kosten zukünftiger Generationen. Solange nach uns jemand kommt, der für uns bezahlt – bezahlen kann – geht das Spiel weiter. Aber eines Tages ist fertig lustig. Jetzt hat’s das Finanzsystem erwischt, irgendwann erwischt es uns alle.

Ich wette, das nächste Jahr wird noch einige Ponzis und Madoffs an die Oberfläche spülen. Weitere Milliarden werden sich in Nichts auflösen. Wie auch die Milliardensummen, mit der wir jetzt die UBS „retten“. 2009 werden wir vermutlich entdecken, dass die 66 Milliarden kein Rettungsboot waren, sondern eine Grabbeigabe.

Doch jetzt feiern wir zuerst einmal. Nach uns die Krise. Euer Traumperlentaucher

2008-12-17

Leuthards Beruhigungspillen

Von traumperlentaucher @ 07:45 [ Prophezeiungen ]


25. Oktober 2008, Doris Leuthard, Schweizer Wirtschaftsministerin: „Es gibt keine Rezession.“
16. Dezember 2008, Doris Leuthard: „Rezession, aber keine Depression.“

Ihr Departement rechnet mit folgenden Zahlen: Die Wirtschaft werde 2009 um 0,9% schrumpfen, aber schon 2010 wieder um 1% wachsen.
Die Arbeitslosenquote werde von 2,6% im Jahr 2008 auf 3,3% 2009 und 4,3% 2010 ansteigen.
Wir sollten uns diese Zahlen merken. Denn es werden keine drei Monate vergehen und sie werden nach oben revidiert. Vorsichtshalber sollten wir sie mindestens mit einem Faktor 3 multiplizieren und das Jahr 2010 ausklammern. Was im übernächsten Jahr passieren wird, kann sich noch niemand vorstellen, schon gar nicht die Ökonomen. Wir sollten aber die Worte „Depression“ und „Deflation“ in unseren Wortschatz aufnehmen.

Hier eine kurze Erklärung der Begriffe:
- Rezession ist, wenn dein Nachbar arbeitslos wird. Depression ist, wenn auch du arbeitslos wirst.
- Deflation bedeutet, dass du nächsten Monat dein Wunschauto günstiger bekommst als heute und übernächsten noch günstiger. Dafür wird dir dein Chef erklären, wieso du nächsten Monat weniger in der Lohntüte hast und die Bank wird dir sagen, dass deine Schulden trotzdem immer gleich groß bleiben.

Inzwischen hat die amerikanische Notenbank die Zinsen de facto auf 0% gesenkt, auch wenn sie von einem „Band zwischen 0 und 0,25% spricht. Der Dollar fällt wie ein Stein - endlich! Und die Politiker sprechen von riesigen Konjunkturprogrammen, wobei ihnen in ihrer Panik hauptsächlich der Straßenbau in den Sinn kommt. Autobahnen gegen die Weltwirtschaftskrise. Darauf war schon der Gröfaz gekommen.
Der Eindruck, dass die Krise außer Kontrolle geraten ist, verstärkt sich. Da helfen auch Nobelpreisträger nicht. Wir haben die Kiste zu stark gerockt. Tilt, Game Over.

Draußen fallen fette Schneeflocken vom Himmel. Ich wünsche euch eine saubere Stoßstange. Euer Traumperlentaucher.

2008-12-14

Falsche Wellen

Von traumperlentaucher @ 10:38 [ Prophezeiungen ]


Am 28. Dezember ist Schluss, der Landessender Beromünster, auf Mittelwelle 531 kHz mit dem Nostalgie- und Volksmusikprogramm „Musikwelle“, wird abgestellt. Der Sender ist ein Opfer der Elektrosmogjäger und des technischen Fortschritts, wie bereits 1988 der Kurzwellensender Schwarzenburg.
Der Schweizerische Kurzwellendienst wurde in Swissinfo umbenannt und verbreitet seine Nachrichten seitdem nur noch übers Internet. Die Musikwelle wird in Zukunft drahtlos nur noch über DAB zu empfangen sein, also nur noch in der Deutschschweiz und mit einem speziellen Empfänger.

Beides sind Entscheide, die man eines Tages vermutlich bereuen wird.
Ich denke, es werden keine hundert Jahre vergehen und die Menschen werden wieder Kurz- und Mittelwelle hören. Kaum mehr Großsender im Megawattbereich sondern Kleinsender, betrieben von unterschiedlichen Interessengruppen und Reststaaten.

Unsere komplizierte Kommunikationsstruktur lässt sich auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Sie verschlingt zuviel Energie und zuviele Ressourcen. Außerdem ist sie kompliziert und daher anfällig. Auch das Internet. Ebenso unsere geliebte Mobiltelefonie mit den verhassten Sendemasten. Von DAB will ich gar nicht reden, einer Technologie die keinen echten Mehrnutzen bringt und in einigen Jahren wohl wieder sang- und klanglos verschwinden wird. All diese Technik kann auf dem langen Marsch zurück ins Olduvai-Tal nicht mithalten.

Die Jüngeren unter uns sollten sich schon mal überlegen, wie ihr Leben ohne Mobiltelefone, ohne tausend Satellitenprogramme und mit einem unzuverlässigen und nur noch sporadisch funktionierenden Internet aussehen könnte. Eine Welt ohne Kreditkarten und mit Bankautomaten die nicht mehr zu jeder Tageszeit Geld spucken, sondern nur noch leise vor sich hin rosten. Eine Welt, in der Kondensstreifen am Himmel rar sein werden und eine Reise von Bern nach Stuttgart wieder eine Reise sein wird und kein Ausflug. Eine Welt in der vieles nicht mehr „normal“ sein wird, was wir heute als „normal“ ansehen.

Nostalgie? Nein! Die „guten alten Zeiten“ werden nie mehr zurückkehren. Neue „alte“ Zeiten werden dafür anbrechen. Nächstes Jahr werden wir einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen. 2008 war das Jahr der Krise, 2009 wird das Jahr des Zusammenbruchs sein.

Also: Das alte Mittel- und Kurzwellenradio noch nicht fortwerfen. Auch wenn ihr euch jetzt ein DAB-Radio kauft, um die Musikwelle weiterhin hören zu können.

Euer Traumperlentaucher

2008-10-18

Grösster anzunehmender Albtraum

Von traumperlentaucher @ 09:29 [ Prophezeiungen ]


Das LEAP (Laboratoire Européen d’Anticipation Politique)
warnt davor, dass die USA im Sommer 2009 zahlungsunfähig werden könnten, weil sie ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Schwarzseherei? Panikmache?
Bedenklich ist, dass das LEAP die laufende Krise vorausgesehen und in ihrem Ablauf richtig vorhergesagt hat.
Bedenklich auch, dass einige kleinere Staaten bereits nahe am Staatsbankrott stehen und laut nach Hilfe schreien.
Denn entgegen landläufiger Meinung können Staaten durchaus bankrott gehen. Da hilft auch die Druckerpresse nichts. Wird diese überstrapaziert ist Hyperinflation die Folge und am Schluss bricht die Wirtschaft zusammen. Simbabwe ist ein entsprechendes Beispiel. Dann müssen die Menschen von dem leben, was sie haben.

Auch die Schweiz ist nicht vor einem Staatsbankrott gefeit. Im Gegenteil!
Und unser Land hat nichts: keine Rohstoffe, nur eine auslandabhängige Industrie und ein total überdimensioniertes Bankgeschwür.

In den letzten Tagen habe ich – entgegen meiner Gewohnheit – ferngesehen.
Allerdings war es kaum zum Aushalten: Lügen, Schwindel, Arroganz und schlichte Inkompetenz.
Allein schon die arroganten Gesichter der Banker zu sehen und ihre blödsinnigen Antworten auf die bohrenden Fragen der Journalisten zu hören!
Die UBS ‚wirbt’ um Vertrauen und sagt trotzdem noch immer nicht die Wahrheit. Die Bank sei gut kapitalisiert (was immer das auch heißen mag) und habe eigentlich die Milliarden der Steuerzahler nicht nötig gehabt. Das sei eigentlich nur zur Image-Pflege und weil das Ausland das auch gemacht habe. Damit habe man Vertrauen (gekauft).
Daher auch kein Dankeswort und das weitere Beharren auf Millionenboni von diesem schrecklichen Kurer, einem Anwalt der Banker spielt.
Doch die Wahrheit ist, dass die UBS die Schweizer quasi als Geiseln genommen hat. Wäre der Staat nicht eingesprungen, wäre die UBS in wenigen Tagen illiquid geworden und hätte ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, das heißt, die Mitarbeiter hätten keine Löhne und die Kunden am Bankschalter kein Geld mehr erhalten. Bankrott! Ich weiß nicht, was an diesem Wort so schwer zu verstehen ist.
Und dann habe ich im Fernsehen eine Politikerin gesehen – den Namen habe ich Gott sei Dank vergessen – die eine aufziehende Rezession in Abrede stellte. Begründung: Der Schweiz gehe es ja zurzeit gut, sie verdiene jeden zweiten Franken im Ausland und in den vergangenen Jahren seien viele neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Eine dümmere Kuh ist mir noch nie über den Weg gelaufen.
Gerade diese extreme Abhängigkeit vom Ausland wird uns in der kommenden Wirtschaftskrise zu schaffen machen! Wenn’s der Weltwirtschaft schlecht geht, kauft uns unsere Waren niemand mehr ab und Rohstoffe haben wir keine. Wir sind nicht einmal in der Lage, unsere Bevölkerung zu ernähren. Auch der Notgroschen ist zur Hälfte weg: die Nationalbank wird sich noch dafür verantworten müssen, dass sie die Hälfte unseres Goldes verscherbelt hat.
Als die dumme Kuh dann noch behauptete, die vom Staat bei der UBS ‚eingesammelten’ Schrottpapiere würden wieder wertvoller, wenn man nur genügend lange warte und könnten dem Staat in Zukunft sogar Gewinne bescheren, habe ich mich eiligst von dem Hirnwaschkasterl entfernt.

Doch zurück zu den arroganten UBS-Managern: Die behaupten jetzt, zum x-ten Mal, sie hätten ihren Saustall aufgeräumt und die Bank sei jetzt wirklich sauber und ohne weitere Risiken und Nebenwirkungen etc blabla.
Ich glaube davon kein Wort. Die Apokalypse hat erst begonnen und wohin die Reise geht, können wir uns vermutlich in unseren schlimmsten Träumen nicht ausmalen. In einer Zeit, wo Staaten Bankrott gehen werden, die Wirtschaft weltweit auseinanderfällt, hat der kranke Dinosaurier UBS keine Chance. Doch in den arroganten Gesichtern der Manager spiegelt sich noch eine Welt, die nichts mit der Realität zu tun hat. Sie können der Wahrheit nicht ins Auge blicken: Das Ende ihrer glitzernden Bankenwelt, das Ende der golden Boys, das Ende der Master of the Universe.

Und dann verlangen diese Kerle noch ultimativ nach Vertrauen, ohne zu sehen, dass sie in den letzten Monaten und Jahren auf diesem Vertrauen geradezu herumgetrampelt sind. Vertrauen kann man nicht kaufen! Doch das will diesem Verein nicht ins Hirn.


Eine kleine Rückschau:

"Die Krisenresistenz unserer Banken ist einmal mehr eindrücklich. Wenn andere verstaatlichen und zum gefährlichen Gift riesiger Subventionen greifen, so setzen wir auf Wettbewerb, Flexibilität und Anreiz." Gerold Bührer in der aktuellen Weltwoche.

"Nein, die UBS wird nicht untergehen, weil sie die richtigen Schritte eingeleitet hat." Bundesrätin Doris Leuthard am 17.9. im BLICK

"Keine wichtige Bank befindet sich heute in Schieflage." Finanzdepartementssprecher Roland Meier am 15.10. in der «Handelszeitung»

"Da werden kaum Fakten recherchiert, sondern es wird skandalisiert." Bundesrat Moritz Leuenberger über die Rolle der Medien in der Finanzkrise in seinem Blog am 13.10. .

"Ich bin überzeugt, dass keine Schweizer Bank zusammenbrechen wird. Es geht dem Schweizer Bankensystem sehr gut." Pierre Mirabaud, Präsident der Schweizer Bankiervereinigung, am 12.10. im «Sonntag»

"Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder." Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am 10.10. im BLICK. Hoffentlich hat sie richtig geschlumpft, sonst soll Gargamel sie holen!

"Warum soll man Geld hineinpumpen, wenn es nicht nötig ist?" Bundesrat Couchepin am 9.10. in der «Tagesschau».

"Für uns waren die letzten zwei Quartale schwierig. Wir haben Kunden verloren. Doch jetzt haben wir die Basis, um diesen Trend umkehren zu können." UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am 4.10. im BLICK.



Tut mir leid, dass ich in der letzten Zeit die Perlen-Träume etwas vernachlässigt habe. Aber es ist leider Albtraumzeit. Euer Traumperlentaucher.

Bild: Segler über dem Mont Vully

2008-10-12

Apocalypse now

Von traumperlentaucher @ 08:10 [ Prophezeiungen ]


Wie geht es weiter mit der Welt-Finanzkrise? Was erwartet uns noch?
Die Ansichten der Experten liegen soweit auseinander wie die Einschläge aus einer Schrotflinte mit abgesägtem Lauf. Viele versuchen zu beschwichtigen, haben Angst vor einem Bankrun. Meine Meinung dazu:

- Die Krise ist noch nicht zu Ende und es wird noch viel schlimmer werden. Denn der Schuldenberg ist noch längst nicht vernichtet. Dieses verrückte Kartenhaus, das die Banker aufgebaut haben, ist einfach zu groß. Allein die Derivate aller Banken betragen zusammen 600000 Milliarden Dollar. Auch wenn sich diese zum Teil gegenseitig aufheben: Diese Lawine kann niemand aufhalten und die Krise wird in den nächsten Wochen zur Apokalypse werden.
- Die Panik bei den Akteuren und Politikern, die hilflosen Beschwichtigungsversuche der Regierungen und erratischen Feuerwehreinsätze der Zentralbanken, lassen darauf schließen, dass die ganze Chose „Out of Control“ ist.
- Wir werden noch diesen Monat einige Bankruns erleben.
- Die Finanzkrise wird unweigerlich auf die reale Wirtschaft durchschlagen. Das bedeutet nicht nur Rezession, sondern einen wirtschaftlichen Zusammenbruch ohne Beispiel, dem sich kaum ein Staat wird entziehen können: Arbeitslosigkeit, verbreitete Armut, zusammenbrechende Märkte (Immobilien, Autos, Investitionsgüter, Luxus). Im Gegensatz zu 1929, als die Krise vom Aktienmarkt ausging, geht sie diesmal vom Finanzsystem aus. Also direkt vom Lebensnerv.
- Die Autoindustrie wird vor die Hunde gehen. Denn das ganze Leasinggeschäft wird zusammenbrechen und auch wer noch genügend Bares hat, wird dieses kaum in eine neue Karre stecken.
- Pensionskassen werden pleite gehen und nicht einmal mehr in der Lage sein, die laufenden Renten zu zahlen.
- Der Peak Oil wird hinausgeschoben. Die Preise werden massiv sinken und die Erdöl produzierenden Staaten ebenfalls in eine Rezession treiben. Der Rohstoffboom ist vorerst vorbei. Das gilt z.B. auch für Silber, denn es ist eher ein Industriemetall denn ein Wertaufbewahrungsmittel.
- Aktien werden für lange Zeit keine gute Anlage mehr sein. Ein heftiges Auf und Ab aufgrund der Wirtschaftskrise ist vorprogrammiert. Doch wer auf eine Firma setzt, die die Krise überstehen wird, könnte den großen Schnitt machen.
- Auch Gold wird weiterhin Achterbahn fahren. Angeschlagene Institute und Fonds müssen verkaufen um liquid zu bleiben. Auf der anderen Seite kaufen Anleger alles Physische, das sie noch kriegen können. Der Preis des Papiergoldes wird manipuliert und hat nichts mehr mit dem Markt zu tun. In einigen Staaten ist eine Regulierung des Goldmarktes bis zum Goldverbot nicht auszuschließen. Jedoch kaum in der Schweiz.
- Der Traum der Neocons von „Weniger Staat“ wird in Erfüllung gehen. Auch hierzulande. Aus dem einfachen Grund, weil der Staat, bzw. die Kantone, die Gemeinden selber in der Schuldenfalle stecken und viele Leistungen in Zukunft gar nicht mehr erbringen können. Die Infrastruktur wird zerfallen, denn sie wurde auf Pump gebaut.
- Die Wirtschaft der Schweiz ist viel zu groß für das Land. Allein die Bilanzsumme der UBS ist viermal so groß wie das Bruttosozialprodukt BIP des Landes (512 Milliarden). Das bedeutet, dass die Schweiz die Großbank nicht vor dem Konkurs retten kann. Und wenn die UBS Konkurs geht, ist unsere Wirtschaft kaputt und das Bankwesen für alle Zeiten mausetot, inklusive Bankgeheimnis. Die Zeit wird kommen, wo man Banker einsperrt und viele von ihnen Selbstmord begehen werden. Einige große Tiere werden flüchten.
- Auf längere Sicht ist der Dollar erledigt – er wird zurzeit nur noch durch die US-Armee gestützt. Aber auch der Euro hat ein Ablaufdatum. Die Einführung einer neuen, vielleicht sogar einer Welt-Währung wird immer wahrscheinlicher.
- Ob Inflation oder Deflation ist noch offen. Ich tippe auf eine Deflation. Lebensnotwendiges könnte jedoch knapp und teuer werden (Nahrung).
- Der Klimawandel wird die Menschen in den nächsten Jahren weniger beschäftigen, denn die Sorgen des täglichen Lebens werden mehr. Die staatlichen Eingriffe und Regulierungen auch. Neu nicht nur unter dem Mantel der Terrorismusbekämpfung, sondern auch mit dem Vorwand der Krisenverhütung. Zuletzt wird die Demokratie sterben.
- Die Globalisierung ist gelaufen. In der Apokalypse ist jeder Staat sich selbst der Nächste. Ob die EU die Apokalypse überdauert, ist fraglich. Einige Staaten werden vermutlich bankrott gehen.
- Kriege werden wahrscheinlicher und ein neuer kalter Krieg scheint mir sogar sicher. Israel wird dringend einen Frieden brauchen, denn der Tropf, an dem es hängt, könnte versiegen. Doch die Verzweiflung könnte zu einem (atomaren) Krieg führen.
- Der Finanzguru Paul C. Martin hat in der letzten Zeit mehrmals von „Game Over“ gesprochen. Leider muss ich ihm beipflichten: Das Spiel ist aus!

Hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste. Euer Traumperlentaucher

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