2008-05-23

Spekulation

Von traumperlentaucher @ 08:23 [ Peak Oil ]


Vielleicht sollte ich ein paar tausend Liter Heizöl bestellen. Zwar läuft bei mir eine Wärmepumpe, aber ich könnte damit zum Beispiel einen Swimmingpool füllen, dann wäre ich mein eigener Scheich. Ich besitze allerdings keinen Pool, aber vielleicht könnte ich das Öl ja auch im Keller meines Nachbarn unterbringen, der braucht zwar auch keines, ist aber nie da. Dann, wenn der Preis noch mehr steigt, rufe ich den Tankwagenmann, um es abzupumpen, bevor der Nachbar nach Hause kommt.
Allerdings bin ich nur ein kleiner Spekulant, richtige Zocker haben sicher auch richtig große Bassins oder Nachbarn mit riesigen Kellern.
So und nicht anders muss es sein, denn alle reden davon, dass die Spekulation am steigenden Ölpreis schuld sei. Angebot und Nachfrage: Quatsch! Das Zeug wird irgendwo gehortet. Genau wie 1974 bei den Hunt-Brüdern als sie den Silbermarkt aufmischten, bzw. leerkauften. Etwas haben die aber falsch gemacht, denn sie gingen dabei Pleite.

„Du spinnst, heute braucht man gar kein Öl zu kaufen, heute kauft man einen Terminkontrakt, einen sogenannten ‚Future’“, meinte mein Banksachverständiger zu der Idee.
„Wieso, kann man damit auch heizen?“, war meine Frage.
„Natürlich nicht. Ein Future ist ein Vertrag über die Lieferung einer bestimmten Menge eines bestimmten Stoffes zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft Darum heißt er auch Future, Köpfchen!“
„Aber ich will doch das Öl gar nicht, weder gestern noch morgen, ich will bloß damit spekulieren.“
„Dann musst du halt dein Future verkaufen, bevor es soweit ist und der Tankwagen anrückt. Dafür kannst du mit einer ganzen Schiffsladung spekulieren ohne den Kahn irgendwann mal gesehen zu haben.“
„Also so eine Art Schwarzpeterspiel? Doch was macht dann der Letzte? Kann er das Future nicht einfach beim Schalter an der Börse zurückgeben?“
„Natürlich nicht, du Träumer. Es ist wie überall im Leben: den Letzten beißen die Hunde.“

Seit diesem Gespräch traue ich der Spekulation nicht mehr so ganz. Vielleicht steigen die Preise von Benzin und Heizöl doch wegen dem uralten Mechanismus von Angebot und Nachfrage – im Grossen und Ganzen.

Trinkt Benzin! Noch ist es billiger als Bier. Euer Traumperlentaucher.

2008-04-07

Bioethanol

Von traumperlentaucher @ 08:23 [ Peak Oil ]


ist dumm, unethisch, unwirtschaftlich und umweltschädigend.
Dumm ist die Herstellung von Bioethanol, weil wir glauben, damit unser Energieproblem lösen und unseren "Way of Life" erhalten zu können.

Unethisch ist die Herstellung von Bioethanol, weil damit die Nahrungsmittel verknappt und teuer werden. Nachdem wir schon die Hälfte der fossilen Brennstoffe verfahren und verheizt und damit zukünftige Generationen betrogen haben, wollen wir auch noch die Nahrung der dritten Welt zu unserem Vergnügen durch den Auspuff jagen. Das ist nicht nur unethisch sondern pervers.

Dabei zeichnet sich jetzt schon eine Knappheit bei Grundnahrungsmitteln ab: die Preise von Mais, Reis, Weizen explodieren und sind für die Ärmsten zunehmend unerschwinglich. Nicht nur wegen dem Wahnsinn der Ethanolproduktion, sondern auch wegen Missernten aufgrund des Klimawandels und Bodenerosion. Zudem vermehren sich die Menschen dieses Planeten immer noch exponentiell. In den nächsten Jahren werden wir deshalb in den armen Ländern vermehrt Volksaufstände von Hungernden erleben. Das dürfte einige Regimes von den Beinen reißen und dem Extremismus Vorschub leisten.
Unwirtschaftlich ist die Herstellung von Bioethanol, weil der EROEI (Energy Returned on Energy Invested) denkbar schlecht ist. Bei der Herstellung in unseren Breiten je nach Ausgangsmaterial maximal 1,5. Man erhält also nur wenig mehr Energie zurück als man investiert – wenn überhaupt. Wie übrigens auch beim hochgelobten Solarstrom und anderen „alternativen“ Energien. Oft wird der EROEI geschönt, weil man „vergisst“ alle graue Energie in die Berechnung einzubeziehen. *

Umweltschädigend ist Bioethanol, weil im Tropengürtel (wo der EROEI besser ist) der Urwald abgeholzt wird, um Palmölplantagen zu pflanzen – eine Monokultur mit verheerenden Auswirkungen und ohne langfristigen Bestand. Die Zerstörung unseres Planeten wird so nur noch beschleunigt. Zudem benötigt man ca. 4000 Liter Wasser um einen Liter Bioethanol zu produzieren. Wasser, das jetzt schon in vielen Ländern fehlt.

Bioethanol ist eine kurzsichtige Politikerlösung. Sie erlaubt uns, noch einige Jährchen so weiter zu wurschteln wie bisher. Aber sie wird keinen Bestand haben. Essen und fahren geht nicht.

Einen guten Wochenstart. Euer Traumperlentaucher

* Immer wieder erhellend ist z.B. eine überschlagsmäßige Rechnung, wieviel Öl man mitverbrennt, wenn man mit Holz heizt.

2007-10-23

Peak Oil beim BFE

Von traumperlentaucher @ 06:45 [ Peak Oil ]


Gerade habe ich den sogenannten Synthesebericht 2035 des Schweizerischen Bundesamtes für Energie durchgewälzt. Ein mühsames Unterfangen, der Autor sollte sich in Zukunft besser auf Bedienungsanleitungen für Kühlschränke konzentrieren.
Immerhin lässt sich aus der Zusammenfassung erahnen, dass da unter Einsatz von Steuergeldern Beamtenköpfe Szenarien ausgedacht haben – zwei Jahre lang. Sicher mit kräftiger Mithilfe einer elektrischen und einer ölgeschmierten Lobbytruppe. In der Privatwirtschaft braucht man dafür ein Wochenende!
Der Bericht ist total stromorientiert und diesbezüglich auch sehr interessant, sofern man die Geduld aufbringt, in diesem unstrukturierten Geschwurbel zu lesen. Er zeigt z.B., wie sehr wir beim Strom im Clinch stecken. So wird denn im Bericht auch die Befürchtung geäußert, dass bei einer europaweiten Kältewelle in einem der nächsten Winter die Gefahr eines Blackouts, eines Netzzusammenbruchs besteht.

Doch der Strom ist nur eine Seite der Münze und wie gestern erwähnt, sollte man sich angewöhnen, immer beide Seiten zu betrachten. Ich habe mir mal die fossile Seite angesehen.
Am Ende der Zusammenfassung, die keine ist, steht der denkwürdige Satz: Aktuelle Energiepreise, die Konjunkturlage, Meldungen über Pioniertaten oder Pannen beeinflussen unweigerlich die Einschätzung der Energiezukunft, sind jedoch als langfristige Perspektiven ungeeignet. Ausgegangen wird von langfristigen Trenderwartungen.

Darum ist auch nicht verwunderlich, wenn man dann weiter unten findet:

Rohölpreise: Variante 30 USD/Fass geht bis 2030 von einer real konstanten Entwicklung der globalen Rohölpreise aus (in Preisen von 2003). Danach steigen sie auf 50 USD/Fass real in 2050. In laufenden
Preisen bedeutet dies 59 USD/Fass in 2035.


Da haben wir zur Zeit wohl gerade eine nicht trendrelevante Panne ;-) aufgrund mangelnder Beamtenfantasie

Doch dann scheint Moritz Leuenbergers geschützte Werkstatt doch noch kalte Füße bekommen zu haben: Ein Höchstpreisszenario wurde hastig nachgeschoben und man liest unvermittelt:

Unter der Annahme, dass der Höhepunkt der Rohölförderung schon im Jahre 2010 erreicht werden sollte, ergibt sich, je nach Szenario, ein langfristiger realer Rohölpreis von 65 bis 80 USD/Fass.

Welche Überraschung: Erstmals taucht auch der Peak Oil beim BFE auf, wenn auch nicht unter diesem Namen, dafür schon für 2010!

Diese Passage steht aber in krassem Widerspruch zu dem verpolitisierten Blabla des restlichen Berichts, dort spricht man noch von Reservereichweite und nicht vom Fördermaximum. Verfügbarkeit wird mit Reserven gleichgesetzt, der übliche Denkkurzschluss der Nationalkomiker.

Und dann gibts wieder Schlaftabletten:

Rohölpreise über 80 USD/Fass können jedoch nur erreicht werden, wenn die Verfügbarkeit von Energieträgern wie Kohle und Erdgas stark eingeschränkt würde. Beispielsweise kann Kohle zu deutlich tieferen Kosten produziert und (inklusive Abscheidung und Lagerung der dabei entstehenden CO2-Emissionen) verflüssigt werden, was einen durchschnittlichen Rohölpreis in dieser Höhe im Zeithorizont2035 als sehr unwahrscheinlich erscheinen lässt. Nicht berücksichtigt sind dabei kurz- bis mittelfristige Kapazitätsengpässe und spekulatives Verhalten der Marktteilnehmer.

Die Kohle soll es also richten.

Leider lese ich nichts darüber, wo die Kohleverflüssigungsanlagen stehen, die den weltweiten Förderrückgang beim Öl nach dem Peak auffangen sollen, und woher die Kohle kommen soll. Gar nicht zu reden von Berechnungsgrundlagen für die optimistische Preisschätzung. Sicher, wenn wir wiederum nur die Reserven betrachten, so reicht die Kohle wesentlich weiter als das Öl, vielleicht 200 Jahre – beim heutigen Verbrauch notabene.
Und die Technologie ist ebenfalls da und bestens bewährt. Südafrika deckt zum Beispiel den größten Teil seines Treibstoffbedarfs aus Kohle. Ein Überbleibsel aus der Zeit des Boykotts aufgrund der Apartheidpolitik.
Und China bastelt auch schon fleißig am Verflüssigen. Die wollen ja alle auch noch Auto fahren. Doch die Welt verbraucht pro Tag 85 Millionen Fass Erdöl. Wenn wir jetzt den Peak Oil erleben und mit einem Abstieg von 4-6 Prozenten pro Jahr rechnen, dann muss die Kohle aber kräftig Gas geben.
Dieses immer wahrscheinlicher werdende Szenario wurde überhaupt nicht durchgedacht. Ist ja wohl nur eine momentane Panne außerhalb des Trends.

Mein persönlicher Tipp ans BFE: Das nächste Mal anstelle der Erdöllobby die Kohlelobby einladen, nicht mehr Reserven mit Verfügbarkeit verwechseln ;-) und darauf achten, dass bei Preisschätzungen auch alle graue Energie berücksichtigt wird (EROEI!)
Und vergesst das mit dem Gas um die Stromlücke zu schließen. Gas wird noch rascher knapp als Öl. Außerdem müssten dann unsere Politiker und Banker plötzlich nicht mehr nach der US-Pfeife tanzen, sondern vor Putin kuschen, und das nennt man dann „vom Regen in die Traufe geraten.“

Aber Leuenbergers Truppe scheint das zu wissen. Steht doch im Bericht:

Deshalb spielen in der Schweiz abschaltbare Erdgaskunden (Zweistoff-
Kunden) eine wichtige Rolle.


Das sollte man sich merken, wenn man unbedingt ans Gas will.

Einen wunderschönen Herbsttag, Euer Traumperlentaucher

2007-10-17

Peak Oil: Schöne Aussichten

Von traumperlentaucher @ 05:51 [ Peak Oil ]


Freut euch und fürchtet euch zugleich. Wir haben die einmalige Gelegenheit einen Wendepunkt der Weltgeschichte mitzuerleben und in außerordentlich interessanten Zeiten zu leben. Nicht nur der steigende Ölpreis, auch neuste Analysen deuten darauf hin, dass wir den Peak Oil hinter uns haben. Im Juli 2006 wurde der bisherige Höhepunkt verzeichnet mit 86.13 Millionen Barrel pro Tag. Ein Jahr später, nämlich im Juni 2007 fiel die Förderung auf 84.5 Millionen Barrel. Im vergangenen September kam die Produktion wieder etwas hoch, auf 85.1 Millionen Barrel. Eine wesentliche Steigerung scheint jedoch unwahrscheinlich, analysiert man Land für Land.
Seit 2006 befinden wir uns also auf einem Plateau, ich würde sagen auf einer Aussichtsplattform. Und was wir von hier sehen ist, dass es bis 2009 mit etwa 1% pro Jahr bergab gehen könnte und danach mit etwa 4% pro Jahr bis 2012. Danach möge uns der Erdölgötze gnädig sein
Der ganze Bericht ist hier zu lesen.
Noch schwafeln die Mainstream-Medien von Spekulation, Kriegsängsten und Wetter. Das alles hat sicher einen Einfluss auf den Ölpreis, doch der wahre Grund wird noch verschleiert. Business as usual. No panic.
Doch das Schicksal hat uns so richtig bei den Eiern gepackt: Der weltweite Einbruch in der Nahrungsproduktion durch Dürren und anderen Katastrophen macht der Bioethanolproduktion einen dicken Strich durch die Rechnung. In Zukunft wird es heißen: Essen oder fahren.
Doch kapiert haben es bisher nur wenige, weder die Politik noch die Industrie. Und dummerweise wollen alle Chinesen und Inder auch noch Auto fahren.
Das wird ein „Spaß“! Anstatt einer steigenden Produktion, saufen wir allmählich ab. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnet sich rasch.

Auch mit dem letzten Tropfen Benzin kann man noch beschleunigen. Euer Traumperlentaucher

2007-07-19

Peak Oil? Gibt es nicht!

Von traumperlentaucher @ 07:17 [ Peak Oil ]


…sagen die Berufsoptimisten und die Erdöllobby. Logisch! Wer schaufelt sich schon freiwillig sein eigenes Grab?
Aber auch staatliche Stellen und Organisationen vermeiden das Wort "Peak" wie der Teufel das Weihwasser. Allen voran Daniel Yergin, Vorstandsvorsitzender von Cambridge Energy Research Associates (CERA). Er ist einer der profiliertesten Gegenspieler der Peak Oil Anhänger. Natürlich verneint er nicht die Endlichkeit der fossilen Energiequellen, aber er spricht nicht von einem Peak, sondern von einem Plateau, das nach 2030 in einen sanften Abstieg übergehen soll.
Noch positiver sieht es der Rapport des U.S. National Petroleum Council's, der diese Woche erschienen ist. Gemäß diesem wird bis 2030 der Verbrauch massiv zunehmen, vor allem in Südostasien, Europa und Nordamerika. Doch wo soll der schwarze Saft herkommen? Laut dem Bericht zum größten Teil aus dem mittleren Osten, von den bisherigen Lieferanten.
Bis 2030 soll die Förderung mehr als das Doppelte von dem betragen, was heute allein die OPEC liefert.
Der National Petroleum Council, der an die Regierung berichtet, hat also irgendwo noch eine zweite OPEC versteckt. Eine, die es noch zu finden gilt.
Bleibt noch die Frage, wer denn hinter dieser Studie steckt. Ihr habt’s erraten: Neben alten Bekannten wie Exxon und Chevron, treffen wir natürlich wieder auf unseren lieben Daniel Yergin.
Cui bono? Wem nützt es? Wieso ist der liebe Daniel offensichtlich Berufsoptimist?
Vermutlich weil es seinem Institut nützt. Die Welt braucht dringend Illusionen und ist bereit dafür teuer zu bezahlen. Zum Teufel mit den Schwarzsehern!

73, Euer Traumperlentaucher

Bild: Zwei "Schwarzseher" von JoJo


2007-07-10

Wir brauchen dringend eine Rezession

Von traumperlentaucher @ 07:40 [ Peak Oil ]


Der Medium-Term Oil Market Report der IEA (International Energy Agency) verheißt Ungemach für die nächsten Jahre. Die Nachfrage nach Öl würde demnach größer als das Angebot. Das bedeutet steigende Preise. Es bedeutet aber auch, dass politische Krisen große Wirkung auf den Erdölpreis haben können.
Eine Bemerkung hat mich besonders stutzig gemacht: Die Situation auf dem Erdgasmarkt sei noch viel kritischer. Wenn in Zukunft deswegen Elektrizitätswerke von Gas auf Öl umschalten würden, würde das die Situation noch verschärfen.
Tim Iacono, ein Blogger aus Kalifornien - The mess that Greenspan made - kommt daher zum Schluss, dass wir dringend eine Rezession brauchen, wenn wir einen rasanten Anstieg der Energiepreise vermeiden wollen.
Ich denke, dass wir diese nicht herbeireden sollten. Eine Rezession wird noch früh genug von alleine kommen. Vielleicht gerade wegen stark steigenden Energiepreisen Und vielleicht wird sie den Peak Oil um ein paar Jährchen hinausschieben.

Einen gut geölten Tag, Euer Traumperlentaucher

2007-06-29

Weckruf für das Bundesamt für Energie

Von traumperlentaucher @ 08:02 [ Peak Oil ]


Nach dem Ölschock der Siebzigerjahre wurde in Paris die Internationale Energie Agentur von 16 Industrienationen gegründet um zukünftige Energiekrisen vorauszusehen und ihnen rechtzeitig begegnen zu können. Sie zählt heute 26 Mitgliedstaaten, u.a. auch die Schweiz.

Für die IEA schien in den vergangenen Jahren Peak Oil keine Gefahr, ein Ereignis, das weit in der Zukunft lag. Wie Exxon verteilte sie in regelmässigen Abständen Beruhigungspillen, die auch die Beamten in Moritz Leuenbergers Bundesamt für Energie ruhig schlafen liessen.*

Erstaunlicherweise scheint sich das jetzt zu ändern. Die IEA wird unruhig. Fatih Birol, der Chefökonom der IEA, erklärte kürzlich in einem Interview gegenüber der französischen Zeitung Le Monde: (Zitat) « D'ici cinq à dix ans, la production pétrolière hors-OPEP va atteindre un maximum avant de commencer à décliner, faute de réserves suffisantes. »
Und dann, nach weiteren beunruhigenden Aussagen, wie einem verklausulierten Zweifel an den Reserven Saudi Arabiens, meinte er noch : (Zitat) « Malheureusement, il y a beaucoup de paroles, mais peu d'actes. J'espère vraiment que les nations consommatrices vont comprendre la gravité de la situation, et mettre en place des politiques très fortes et radicales pour ralentir la hausse de la demande de pétrole. »

Erstaunlich, denn die IEA drückte sich in der Vergangenheit sehr politisch-diplomatisch aus.
Ich bin gespannt, wann die Männer und Frauen beim Bundesamt für Energie aus ihrem Traum aufwachen werden.

Hallo, ist da jemand? Euer Traumperlentaucher

* Habe dem BFE - www.bfe.admin.ch - vor einiger Zeit mal einen Brief geschrieben. Aus der freundlichen Antwort ging hervor; dass sie sich auf die IEA stützen und Peak Oil nicht als Problem sehen würden ;-)))

2007-06-28

Exxons Beruhigungspille

Von traumperlentaucher @ 07:57 [ Peak Oil ]


Gemäß dem Erdölkonzern Exxon muss sich die Welt keine Sorgen wegen einer Ölknappheit in den nächsten Jahren machen. Der Saft reiche noch für mindestens vierzig Jahre.
Unabhängige Experten sind jedoch anderer Ansicht und glauben, dass wir in den nächsten Jahren Versorgungsschwierigkeiten bei Erdöl und Gas bekommen werden. Was ist der Grund für die unterschiedliche Beurteilung?
Das Problem liegt bei den sogenannten Reserven:
Es handelt sich dabei um Angaben der jeweiligen Länder, die in den meisten Fällen nicht von einer externen Stelle verifiziert wurden.
Natürlich werden jedes Jahr immer wieder neue Ölfelder gefunden und manchmal in Sensationsmeldungen hochgejubelt.
Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, man habe ein Riesenfeld mit geschätzten 400 Millionen Barrel (Fass à 159 Liter) entdeckt, eine wahre Sensation. Dumm ist nur, dass die Welt zurzeit etwa 85 Millionen Barrel verbraucht – pro Tag!
Die wirklich großen Felder wurden Mitte letzten Jahrhunderts gefunden und das Öl, das wir zurzeit verbrauchen, stammt zu einem guten Teil aus ihnen. Im Verlaufe der Zeit wurden die gefundenen Felder dann immer kleiner und schwieriger zu erschließen. Ist ja irgendwie logisch: Am Anfang findet man die größten Ostereier in den dümmsten Verstecken.
Doch da ist ein weiterer Punkt, der mich bei Exxons Beruhigungspille beunruhigt: Zu den Reserven werden auch die großen Lagerstätten an Teersanden und Ölschiefer gezählt. Also Vorräte, die sich nur mit enormem Aufwand, langsam und mit schlechtem EROEI (Enery returned on Energy invested) abbauen lassen, abgesehen von den immensen Umweltzerstörungen und dem dabei entstehenden CO2.
Auch die vermuteten Vorräte in großen Meerestiefen, die ebenfalls nur mit riesigem Aufwand erschlossen werden können, gehören zu diesen sogenannten Reserven.
Wie sicher diese Reserven sind, sah man zum Beispiel in Algerien. Im Jahre 1970 wurden diese auf dem Papier von 7 bis 8 auf 30 Milliarden Barrel erhöht. 1972 sogar auf 45. Doch 1974 kehrte man wieder zu den ursprünglichen Werten zurück.
Oder am Beispiel Shell, das 2004 seine „bewiesenen“ Reserven um 20% nach unten korrigieren musste.
Derzeit steigt der Weltverbrauch um 2% pro Jahr und die OPEC wird ihre Förderung nächstens (Herbst?) erhöhen müssen, damit keine Nachfragelücke entsteht. Insbesondere die Saudis werden auf die Tube drücken müssen. Schon bald werden wir wissen, ob sie das noch können.

Mit den besten Grüssen von Eurem Ölperlentaucher

2007-06-23

Freiheit durch Gechwindigkeit?

Von traumperlentaucher @ 09:39 [ Peak Oil ]


Gestern habe ich gelesen, dass die EU die Geschwindigkeit neuer Autos auf 162km/h beschränken möchte. Eine Meldung die eigentlich keiner Erwähnung wert wäre, denn die vielen Sesselfurzer in Brüssel müssen sich ja irgendwie beschäftigen.
Doch dann habe ich einige Leserkommentare im Internet gelesen.
Die Mehrheit ist empört.
Mit diesem Vorhaben wird offenbar am Selbstverständnis vieler Menschen gekratzt und scheinbar der Lebenssinn einer ganzen Generation junger und weniger junger Männer in Frage gestellt. Hier einige der Kommentare:

- „So ein Schwachsinn! Wozu kauf ich mir einen Porsche/Mercedes wenn ich damit nur 160 fahren kann.“
- „Wenn ich nach Deutschland gehe und da 600km abspulen muss und nur noch 160 fahren kann, dann komm ich ja nie an!“
- „Die meisten Autos sind jetzt schon limitiert und zwar auf 250km/h. Das soll weiterhin so bleiben.“
- Da kaufst du dir einen Sportwagen der nur auf 161 km/h kommt, 0 auf 100 in 3 Tage oder was??
- „Warum Autos bauen die 300 fahren können und dann runterschrauben? Das ergibt 0 Sinn.“
- „… in Deutschland oder Frankreich muss man schneller fahren können um in angemessener Zeit das Ziel zu erreichen.“
- „…am besten erschießt man sich präventiv mit der Dienstwaffe.“
- „…aber dann müsste ich mir wieder überlegen ob ich jetzt den 3ten oder 4ten auf der Autobahn einlegen soll.
- „Freie fahrt für freie Bürger“
- „…soll ich mit einem plombierten Auto auf die Rennstrecke?“
- "Klar braucht mein Porsche Cayenne ein paar Literchen mehr bei Tempo 220 statt bei 120, aber was hat das mit CO2 zu tun?"
- "Ein generelles Tempolimit halte ich durchaus für eine sinnlose Regelung und einen Eingriff in meine persönliche Freiheit.
Wieso soll ich, egal welches Tempolimit es gibt, nachts bei trockener freier Bahn nur mit 120/130/140/160/240 entlang schleichen dürfen?"
- "Jeder, der ab und an mal ein paar km auf der Autobahn z.B. in der CH machen muss, schimpft was das Zeug hält -über diese einschläfernde Kriecherei. Ich finde diese Fahrweise in Reisebusgeschwindigkeit absolut nervig."
- "Für mich i s t es eine wesentliche Einschränkung. Leider führe ich eine Beziehung auf Wochenendbasis und hoher Entfernung (520 km)"
- "Besser ist da schon der Vorschlag einer Mindestgeschwindigkeit wenigstens auf Autobahnen von 350 kmh. Die Deutsche Automobilindustrie würde - noch mehr -boomen, und unsere Nachbarn (die Idioten mit der Geschwindigkeitsbegrenzung) könnten ihre deutschen Autos bei uns ausfahren."

Danke schön!

Tja, was machen wir dann bloß in der Zeit nach dem Peak Oil, wenn der verfügbare Sprit jedes Jahr weniger wird, obschon die Menschen immer mehr wollen?
Tempolimiten, autofreie Sonntage, Treibstoffrationierung usw. etc.?
Das wird für die Menschen ja schlimmer als Hunger und Pestilenz!
Mein Rat: Lasst euch zu Psychologen ausbilden. Der Staat wird Heerscharen davon brauchen um die „Generation Auto“ psychologisch zu betreuen.

Mit einem Augenzwinkern, Euer Traumperlentaucher

Bild von Mike

PS. Nur damt ihr mich jetzt nicht in einer bestimmten Schublade "versorgt": Ich liebe tolle Motoren und fahre gerne Sportwagen - wenn mich die Freundin ranlässt.

2007-06-19

China und Peak Oil

Von traumperlentaucher @ 06:24 [ Peak Oil ]


Peak Oil ist keineswegs eine Verschwörungstheorie von ein paar neurotischen Spinnern. Aber es ist ein Ereignis, das noch nicht wirklich in die Köpfe der Politiker gedrungen ist, geschweige denn in die Köpfe der grossen Masse Eingang gefunden hat.
Roscoe Bartlett,republikanischer Abgeordneter im amerikanischen Kongress, hat kürzlich vor den Konsequenzen von Peak Oil gewarnt.
www.bartlett.house.gov/EnergyUpdates
In seinem Statement vom 15. Juni geht er interessanterweise auch darauf ein, was China gegen den Peak Oil zu unternehmen gedenkt.
Er sagt, dass die Chinesen sich der Konsequenzen von Peak Oil sehr wohl bewusst seien und für die Zeit danach planen würden. In China gehe man übrigens von einem Peak im Jahre 2012 aus.
Dabei war es ein Amerikaner, der zuerst auf das Peak Oil Phänomen gestoßen ist. King Hubbert, ein Geologe, sagte 1956 das Maximum der amerikanischen Erdölförderung in Texas für das Jahr 1970 voraus. Niemand glaubte ihm, aber er behielt recht.

Natürlich wird uns das Öl nicht auf einen Schlag ausgehen. Bartlett meint, dass wir noch etwa 150 Jahre lang Erdöl für verschiedene Zwecke nutzen werden. In schwindenden Mengen und zu steigenden Preisen.

Dumm ist nur, dass die Menschheit meint, eingelullt und besoffen von Jahrzehnten des grenzenlosen und problemlosen Ölkonsums, es würde immer so weiter gehen wie bisher und sich deshalb nicht auf die Post-Oil Ära vorbereitet.

Peak Oil bedeutet aber nicht nur eine Zukunft mit immer weniger Öl, sondern eine generelle Energieknappheit. Denn erstens wird man versuchen, Öl und Gas mit Strom zu substituieren und zweitens laufen viele Kraftwerke selber mit fossiler Energie (nebst Kohle mit Gas oder Öl). Da beißt sich eine Katze in den Schwanz!
Deshalb ist es für mich unverständlich wieso die Schweizer jetzt noch ein Gaskraftwerk planen. Sucht man jedoch auf der Webseite des Bundesamtes für Energie, BFE, nach dem Begriff „Peak Oil“, so begreift man rasch, dass das für Moritz Leuenbergers* Beamte noch kein ernstzunehmendes Problem darstellt.
Übrigens dürften auch Atomkraftwerke nicht ungeschoren davon kommen. Uran wird zunehmend knapp und die Preise schießen z.Z. in schwindelerregende Höhen.

Peak Oil bedeutet übrigens auch, dass Plastik teuer wird. Die Preise für Plastikschrott haben schon seit einiger Zeit angezogen. Kürzlich habe ich erfahren, dass die Chinesen ihre Schiffe für die Rückfahrt unter anderem auch mit unserem Plastikmüll beladen, wenn sie ihre Waren in Europa ausgeladen haben…

Grüsst Mad Max von mir, wenn ihr ihn trefft,
Euer Traumöltaucher

Bild von Mike

*Moritz Leuenberger ist übrigens auch ein Blueblog-Blogger: http://moritzleuenberger.blueblog.ch

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