Mit dem Cadi ans Nordkap
| Von traumperlentaucher @ 08:26 | [ Begegnungen ] |

Zurzeit lerne ich Norwegisch. Eine lustige Sprache zwischen Berndeutsch und Altenglisch, meint dazu mein Freund Armin. Als ich ihm eröffnete, ich wolle nächstes Jahr ans Nordkap fahren, meinte er:
„Da musst du aber vorsichtig sein, unter jeder Brücke hockt ein Troll.“
„Das ist ja ähnlich wie bei uns“, entgegnete ich, „doch hier sitzen sie in den Redaktionsstuben der Zeitungen.“
„Sieben davon haben sie ins Bundeshaus gesperrt“, feixte er. „Weißt du übrigens, dass in Norwegen die Berge höher scheinen, als sie sind?“
„Logisch, wenn man unten in den Fjorden auf Meereshöhe ist.“
„Nein, daran liegt es nicht. Die Längengrade sind schuld. Je weiter du nach Norden kommst, desto mehr laufen diese zusammen, bis sie sich schließlich am Nordpol treffen. Je enger sie beieinander sind, desto höher wirken die Berge.“
Ich schaute ihn skeptisch an, doch er fuhr unbeirrt weiter:
„Das ist auch der Grund, wieso die Straßen im Norden besser sind. Praktisch keine Schlaglöcher. Wegen den enger liegenden Längengraden ist das Lochraster kleiner.“
„Du veräppelst mich!“
„Am Nordpol wären die Straßen so fein wie der Hintern einer Achtzehnjährigen. Allerdings kann man dort nicht mehr asphaltieren, das würde das Eis schmelzen.“
„Spinner!“
„Wie willst du denn zum Nordkap gelangen?“
„Ich habe mir einen alten Cadillac gekauft, das ideale Expeditionsfahrzeug.“
„Eine gute Wahl“, meinte er. „Diese Straßenkreuzer halten auch den Elchen stand. Allerdings würde ich an deiner Stelle noch einen Elchfänger montieren.“
„Ich bin mehr für Prävention und habe ein Eisenbahnhorn bestellt. Es soll sogar Elefanten erschrecken.“
Ha det bra! Euer Traumperlentaucher



