2009-09-21

Im Zeichen der Waage

Von traumperlentaucher @ 18:21 [ Gedichte ]


Dass Waagen immer die Balance halten, ist eine Mär. Denn Wägen, das ist sekundär.
Auf und Nieder ist ihr Spiel, wie in einer Achterbahn, da kann mir einer sagen was er will.
Denn schliesslich bin ich selber eine. Eine Waage natürlich und nicht etwa eine kleine.
Nicht einmal die Balance zwischen Traum und Wirklichkeit will der Waage gelingen, allzuoft gerät sie dabei ins Schlingern.
Mal zu leicht mal zu schwer, welche Seite sie nehmen soll, weiss sie nicht mehr.
Hier ein fauler Kompromiss, dort etwas Diplomatie, Hauptsache es stimmt die Harmonie.
Darum sagt sie manchmal Ja und meint doch Nein, und wenn’s schiefgeht öffnen wir halt eine Flasche Wein.
Den Rebensaft, den mag sie gern, er gibt den Gedanken Kraft und lässt sie fliegen. Hinein ins Land der Träume, wo die schönsten Perlen auf dem Grunde liegen.

Es muss ja nicht immer ein Schnupfspruch sein ;-) Euer Traumperlentaucher

2009-02-24

Aufgewacht

Von traumperlentaucher @ 12:29 [ Gedichte ]


Wehe dem, der Zeit zum Nachdenken hat, plötzlich ist er aufgewacht!
Nachgedacht.
Aufgewacht.
Aufgewacht um sich selbst zu finden.
Wer bin ich? Woher komm ich? Wohin geh ich?
Ich, ich, ich...
Was will ich? Was ist mir wichtig? Was ist noch zu tun, hier in diesem Leben?
Ich, ich, ich...
Und plötzlich findet man sich. Eine kleine Seele in einem unendlichen Ozean.
Das bin ich? Wirkl-ich? Ein Tropfen im unendlichen Meer. Unwicht-ich.
Was nun, quo vadis?
Wenn man sich selbst gefunden hat, selbst erfunden hat? Findet man auch andere?
Erstaunen.
Kleinste Details werden sichtbar, bisher verborgen. Aus dem Nichts entsteht ein Muster.
Ströme voller Gefühle werden spürbar, feine Fäden, die alles mit allem verbinden, werden sichtbar.
Zusammenhänge.
Der Vorhang, der alles verbirgt! Gottes Mantelsaum, Vorhang zwischen den Welten.
Träume.
Bisher bedeutungslos, erlangen Bedeutung. Wir treffen auf uns selbst. Wir erinnern uns.
Erinnerung.
An früher, an drüben, an jenseits, an Liebe, an Leid und an die Kraft. Die Kraft des Lichts.
Der Vorhang wird transparent.
Licht.
Transparenz.
Transzendenz.
Wir erkennen was wichtig und unwichtig ist. Der Weg, unser Weg. Er zählt. Jeder Schritt doppelt.

Wie weit? Euer Traumperlentaucher

2007-07-04

Der Egozentriker

Von traumperlentaucher @ 06:56 [ Gedichte ]


Der Egozentriker

Du denkst du suchst die Wahrheit
Doch in Wahrheit sucht sie dich
Du denkst du kennst die Wirklichkeit
Doch in Wirklichkeit kennt sie dich nicht
Du denkst du lebst den großen Traum
Doch im Traum lebst du nur dich
Du denkst dein Gespür sei besonders fein
Doch spürst du nur dich allein
Du denkst deine Arbeit sei unentbehrlich
Doch sie schafft dich, sei doch ehrlich
Du denkst deine Beziehung, das sei Liebe
Doch klar gesehen sind es längst verkümmerte Triebe
Was denkst du bloß?

Nehmt euch die Zeit zum Nachdenken! Euer Traumperlentaucher

Bild: von JoJo



2007-04-06

Du doch nicht

Von traumperlentaucher @ 07:04 [ Gedichte ]


Das Dichten macht mir Spaß. Da habe ich doch kürzlich ein Gedicht von Etrit Hasler gelesen (leider nicht gehört) seither versuche ich, den Sinn dahinter zu entdecken. Vielleicht hilft es, wenn ich selber was zusammendichte:

Du Doch nicht

Du denkst
Doch du bist nicht
Du fühlst
Doch du sprichst nicht
Du weinst
Doch du weinst für dich
Du spürst
Doch in falschen Mustern
Du malst
Doch in falschen Farben
Du suchst
Doch an falschen Orten
Du schreibst
Doch in falschen Worten
Du gehst
Doch im Kreis
Du stehst
Doch im Gleis
Du reist
Doch im Gefängnis
Du fliehst
Doch in Bedrängnis
Du träumst
Doch dahinter ist Nichts

Komisch, schon wieder bin ich im Nichts gelandet. Ob ich’s morgen nochmals versuchen soll? Aber vielleicht sollte ich mich lieber daran halten:
Le silence est une langue merveilleuse, que très peu de gens maîtrisent.
Doch was passiert dann mit meinem Blog?

Ein schönes Wochenende, Euer Traumperlendichter

Bild: Versinkende Traumamphoren, von Jo

2007-04-05

Fata Morgana

Von traumperlentaucher @ 08:09 [ Gedichte ]


Schakims Blog ist bewundernswert, er dichtet und zeichnet jeden Tag "still vor sich hin". Immer wieder inspiriert er (oder sie?) mich zu eigenen Experimenten:

Fata Morgana

Du bist

Nicht du

Nichts ist

Wie du

Ein Traum

Ein Schein

Es könnte sein

Nichts ist dein

Keine Trauer

Kein Begehren

Kein Vergessen

Kein Verstehen

Nur ein Nichts


Geniesst die Zeit! Euer Traumperlentaucher

Bild: Beauté, von Jo