Scheissegal
| Von traumperlentaucher @ 08:33 | [ Gedanken & Beobachtungen ] |

„Klimalüge entlarvt“, titelt ein Blog, das hinter jedem Sack Reis, der in China umfällt, eine Verschwörung vermutet. Auch in „Skeptiker-Foren“, wie dem Gelben, gehen die Wellen hoch. Was ist geschehen?
Ein Hacker hat einige Megabyte Emails vom Server des britischen Klimaforschungsinstituts CRU kopiert und im Internet verbreitet. Darin findet man u.a. Hinweise, wie Klimadaten geschönt wurden und Beispiele, wie sich die Wissenschaftler über Klimaskeptiker mokieren.
Nichts Spektakuläres, keine großen Enthüllungen oder Neuigkeiten, bloß die Bestätigung, dass Wissenschaftler auch nur Menschen sind.
Doch die Klimaskeptiker sehen sich in ihrem Muster bestätigt, dass die CO2-Story ein grosser Schwindel sei um die Menschen abzuzocken und zu knechten.
Natürlich wird auch in der Wissenschaft gelogen, intrigiert und zurechtgebogen, wie überall wo es um Macht, „Ehre“ und Geld geht. Ein Doktortitel macht nicht immun gegen menschliche Schwächen. Nur einfach gestrickte Menschen glauben, dass bei der Klimaforschung nicht geschummelt wird.
Doch was soll’s? Die Gletscher schmelzen, die Jahreszeiten haben sich im Schnitt gewandelt. Um das zu sehen, brauche ich nicht Forscher zu sein. Und angesichts dessen, dass wir es in ein paar Jahrzehnten geschafft haben, die Hälfte der fossilen Energie, die über Jahrmillionen in der Erde in Form von Kohle, Erdgas und Öl gespeichert war, in die Luft zu blasen, scheint es mir auch wahrscheinlich, dass heute mehr CO2 in der Luft ist, als vor der Industrialisierung.
Aber ob da ein Zusammenhang besteht, ist mir inzwischen egal. Nachdem ich jahrelang in einem Sparwägelchen, eigentlich bloss ein fahrender Ventilator, unterwegs war, bin ich auf einen Achtzylinder umgestiegen. Ich möchte an der Vernichtung der verbleibenden Hälfte Öl auch meinen Spass haben, auch wenn ich meinen Wagen nur wenig benutze. Auch habe ich einen Lebensbedarf an Glühbirnen gekauft, da ich meine alten Tage bei vernünftigem Licht verbringen möchte und nicht meine Augen mit sogenannten Sparlampen quälen will. Auch das Jacuzzi bleibt auf wohlige 36 Grad geheizt. Wenn ich die nächtliche „Lichtverschmutzung“ sehe, herrscht wohl kaum ein akuter Strommangel.
Wie schon oft in diesem Blog geschrieben: Das Narrenschiff lässt sich nicht aufhalten und dem Universum ist es wurscht, ob ich Achtzylinder fahre oder nicht.
Wir Menschen werden unweigerlich den langen Marsch zurück ins Olduvai Tal antreten. Wir könnten den Abstieg wohl etwas sanfter gestalten, den Weg etwas verlängern, aber wollen tun das nur Wenige. Denn langfristig gesehen sind wir sowieso alle tot.
Eine fröhliche konsumorientierte und Klingelton angereicherte Woche. Euer Traumperlentaucher.
Kommentare
2009-11-23 12:38:12
Coool - so sehe & halte ich das schon lange! Lasst die Kassen klingeln, so lange wie immer möglich :-)
2009-11-23 21:23:28
jetzt sitze ich hier stumm
und wackel mit dem kopf herum.
...ich weiß nicht, was soll es bedeuten...und so weiter, li-la-lorely-
nach einem totensonntag kann einem solches gerne einfallen.
gruß von sonia
2009-11-24 08:13:44
der traumperlentaucher formuliert mir so aus der seele, dass es fast schon auffallend
2009-11-24 09:10:50
Es tut gut, mit dem Kopf zu wackeln. Die Gedanken werden so neu gemischt und können beim anschließenden Ordnen neue gebären.



