Menschenbienen
| Von traumperlentaucher @ 12:21 | [ Gedanken & Beobachtungen ] |

„Alles muss bezahlt werden. Auch staatliche Konjunkturprogramme. Aber nur vordergründig mit Geld. Ja, wenn es nur das liebe Geld wäre, so würden die Schulden tatsächlich keine Rolle spielen. Geld lässt sich beliebig herbeizaubern, wie Staaten und Banken täglich beweisen.
Doch bezahlt werden muss aus der aktuellen physischen Wirtschaftsleistung. Und die ist keineswegs so flexibel wie Geld. Deren Betrag muss nicht nur für die tägliche Versorgung der Bevölkerung herhalten, sondern auch für den steigenden Aufwand zur Erneuerung unserer Infrastruktur, für den stetig steigenden Aufwand der Ressourcenschöpfung und für die ebenfalls stark steigenden "Kosten" der Umweltverschmutzung und Zerstörung.
Hier liegen die Grenzen des Wachstums verborgen und wenn die Kapazitätsreserven der Wirtschaft nicht mehr ausreichen, um all diese "Kosten" zu decken – physisch und nicht geldmässig – dann sind diese Grenzen erreicht.“
Zitat aus meinem Blog vom 18.10.2009 „Grenzen des Wachstums“
Nun bin ich auf ein erschreckendes Video gestoßen, das diese Grenzen drastisch vor Augen führt.
Ein Filmausschnitt aus der Dokumentation „Le silence des abeilles“ von Doug Shultz (USA 2007) publiziert durch „National Geographic“.
In Teilen Chinas sind durch den Einsatz von Pestiziden die Bienen vollständig ausgestorben. Die Bauern müssen ihre Birnenbäume von Hand bestäuben. Eine enorm aufwändige und schwierige Arbeit. Ein einziger Bienenschwarm kann in einem Tag 3 Millionen Blüten bestäuben, ein Mensch bringt es auf einige Tausend.
Das sind die Kosten der Umweltzerstörung und diese können zwar in Geld beziffert werden, doch bezahlt werden muss schließlich mit Arbeitskraft (die dann anderswo fehlt). Würden in den USA die Bienen aussterben und müssten durch menschliche Bestäuber ersetzt werden, so würden diese 90 Milliarden Dollar kosten. Nicht viel, scheint uns, nachdem wir erfahren haben, mit welchen irren Summen die Banken „gerettet“ wurde. Doch für diese Rettung musste außer dem Drücken von einigen Tasten keine Arbeitsleistung erbracht werden. Sie spielte sich in einem virtuellen Casino ab.
Geld ist bloß eine Illusion, ein Traum. Bezahlt werden muss in der realen Wirtschaft am Ende immer mit Arbeit.
Wie wär‘s zur Abwechslung mal mit einer Tasse Lindenblütentee, gesüßt mit einem Löffel Honig? Euer Traumperlentaucher



