2009-11-01

Traumpillenhändler

Von traumperlentaucher @ 11:39 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„La crise n’existe pas“, titelt die Weltwoche auf ihrer Online-Plattform.
Wegen der robusten Binnenkonjunktur würden wir nur „einen Klacks“ abbekommen. Diese Rezession sei im historischen Vergleich nicht dramatisch, von Depression könne keine Rede sein und wir würden auf hohem Niveau jammern. Sicher, das tun wir. Doch der Schreiber ist ein Traumpillenhändler, wie sie zurzeit zu Tausenden durch die Medien geistern, und er unterschlägt dabei das Wesentliche für seine "Alles wird gut Illusion" .
Auch in den USA versucht die Regierung krampfhaft den Schein zu wahren. „Jobless Recovery“, ist das Stichwort, eine Erholung der Wirtschaft bei hoher, bzw. steigender Arbeitslosigkeit.
Diese „Jobless Recovery“ wird getrieben durch die riesigen Summen, die in den Bankensektor gepumpt wurden. Ein Zaubertrick, der den Abstieg verzögert aber nicht verhindern kann. Aber er ermöglicht es den Protagonisten, noch eine Weile so weiterzumachen wie bisher und ihr Scherflein auf die Seite zu schaffen. Am Ende dieser Strasse wartet das Inflations-Ungeheuer und würde uns vermutlich alle in den Abgrund stürzen, wenn man nicht schon das Rezept in der Hinterhand hätte, um es zu besiegen: Eine neue Währung anstelle des Dollars, bzw. eine neue Weltwährung. Verbunden mit einem Schuldenverzicht der meisten Gläubiger.

Doch bis dahin wird es noch eine Weile dauern. Länger als die Meisten denken. Und genau das ist das Problem des Artikelschreibers in der Weltwoche: die Geschwindigkeit mit der das Unheil über uns hereinbricht.
Da ist kein Börsencrash, keine Systemimplosion, die uns innert Tagen in eine Depression von apokalyptischer Größe befördert. Das hat man heutzutage gut im Griff und wenn nötig werden einfach über Nacht die Spielregeln geändert.
Nein, das Ungeheuer schleicht sich langsam an uns heran. Wir spüren seinen fauligen Atem, wir fühlen seine Nähe, aber wir nehmen es kaum war. Dafür ist es zu langsam.
Denn wir kurzlebigen und kurzdenkenden Menschen haben mit der Geschwindigkeit ein Problem: Wir können das Fließen eines Gletschers nicht wahrnehmen, genauso wie wir die fliegende Gewehrkugel nicht sehen können. Der Gletscher ist für uns zu langsam, die Gewehrkugel zu schnell. Doch die Auswirkung beider Extreme können wir sehr wohl spüren.
Und so werden wir auch das langsame Fortschreiten der Krise in der Schweiz zu spüren bekommen, ja, gerade in der Schweiz. In diesem winzigen, überbevölkerten Staat, der immer mehr mit dem Rücken zu Wand steht und dessen Elite die Welt nicht mehr begreift.

Denn unseren Wohlstand haben wir nicht der "robusten" Binnenkonjunktur zu verdanken, wie der Schreiberling suggeriert. Sondern ausschließlich unserer Exportwirtschaft und insbesondere unserem extrem aufgeblähten Bankwesen, das zu einem guten Teil von der Steuerhinterziehung und der Kriminalität lebt.
Doch für beide Wirtschaftszweige wird es zunehmend schwierig.

Jesse hat den Zustand der Welt in seinem Café Américain in einem Satz zusammengefasst:
“The current state of economics is most remarkable for its arrogant complacency in the face of two failed bubbles, a near systemic failure, a pseudo-scientific perversion of mathematics exposed, and an incredible capacity for spin and self-delusion.”

Und auf die provokante Frage des Weltwochenschreibers: „Krise? War da was?“, antwortet ein Kommentator:
„Bis auf insgesamt 11 Billionen US-Dollar, die die internationale Staatengemeinschaft zur Rettung ihrer Finanzinstitute, maroden Firmen und in ihrer Konjunktur gesteckt haben, ist eigentlich nichts passiert, nein."

Und weiter schreibt er:

"Im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Europäische Union alleine von Oktober 2008 bis Mitte Juli 2009 staatliche Garantien für Banken und weitere Finanzdienstleister im Umfang von 31,2 Prozent der Wirtschaftsleistung (oder 2,9 Billionen Euro) aller 27 Mitgliedstaaten genehmigt.“

Darum wird auch die neue deutsche Regierung, die vor den Wahlen angekündigten Steuererleichterungen nicht gewähren können. Im Gegenteil! Die Steuern werden massiv erhöht werden müssen. Das wird den Sumpf noch vergrößern, in dem unser wichtigster Handelspartner steckt.
Und es wird auch den Druck auf unseren Bankenfilz erhöhen, endlich mit den Milliarden herauszurücken. Wie entgegnete doch der italienische Finanzminister Tremonti kürzlich unserem unglücklichen Herrn Merz, als dieser ihm vorschlug, das Doppelbesteuerungsabkommen zu revidieren: „First, I want money!“

Nächstes Jahr werden wir uns noch wundern, wie hoch die Arbeitslosigkeit hierzulande klettern kann und über den Druck unserer lieben Nachbarn, Geld herauszurücken. Ende nächstes Jahr werden viele Spielregeln wieder anders lauten, und kaum eine zu unseren Gunsten. Auch wenn ich am „Ende der Welt im Jahre 2012“ zweifle, so glaube ich doch, dass wir bis dann in einem riesigen Schlamassel stecken werden, den wir uns noch gar nicht ausmalen können und wollen. 2012 könnte tatsächlich ein Schnittpunkt werden.

Doch jetzt lassen wir einmal die ersten Novemberstürme durchs Land ziehen und genießen die Stimmung dieser Jahreszeit. Schließlich leben wir heute. Euer Traumperlentaucher

2009-10-29

Oink Oink Oink

Von traumperlentaucher @ 08:44 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Die Grippe ist eine schwere und gefährliche Krankheit. Der Orkan Lothar fegte gerade übers Land und die Computer-Absturzangst vor dem nahenden Jahr 2000 grassierte, als sie mich erwischte. Es war eine persönliche Katastrophe und ich möchte nie wieder mit der Grippe etwas zu tun haben.
Trotzdem werde ich mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Ich werde nicht an diesem medizinischen Großversuch der Pharmaindustrie teilnehmen.

Wieso? Reines Bauchgefühl. Es ist das Gefühl, dass bei dieser Sache etwas nicht stimmt. Ein Fehler in der Matrix?
In Deutschland gibt es zwei Sorten Impfstoff: Einen für die Regierung und einen für das Volk. Hierzulande wird es nicht anders sein, sofern sich die Eliten überhaupt impfen lassen. Auch Obama lässt ja seine zwei Kinder angeblich nicht impfen. Kein Wunder. Empfiehlt er doch die blaue Pille, hat aber selbst die rote gewählt ;-)

Auch die Ärzte, die ich kenne, reagieren seltsam. Einer hat mir gestanden, dass er sich nicht impfen lassen wird, mein Hausarzt will die Patienten persönlich impfen, obschon er die „normale“ Grippeimpfung immer seinen Assistentinnen überlässt und als ich kürzlich meine Partnerin mit Anzeichen einer Grippe zum Arzt fuhr, wollte der gar nicht wissen, ob das vielleicht die Schweinegrippe sei. Die Laboruntersuchung dauere zu lange, sei zu teuer und überhaupt nütze das nichts, da sie alle Ansteckbaren schon längstens angesteckt habe.
Mich hat sie nicht und wenn‘s denn die Schweinegrippe war, so bin ich vermutlich immun dagegen.
Welch krasser Gegensatz zu dem Bild an der Praxis eines Deutschen Arztes: Menschen, die eine Schweinegrippe bei sich für möglich halten, haben keinen Zutritt zur Praxis – bitte vier Mal klingeln und in gebührendem Abstand draußen warten!“, steht da.

Die Medizinwelt scheint sich überhaupt nicht einig zu sein: So erfährt man zum Beispiel, dass sich die Angestellten des Paul Ehrlich Institutes “sicheren” Impfstoff spritzen lassen, nachdem der Präsident des Instituts Johannes Löwer die Wirkung der Impfung als schlimmer als der Virus bezeichnete. Und der Lungenspezialist Wolfgang Wodarg sagte, der Impfstoff würde das Krebsrisiko erhöhen. Die Nährlösung um den Impfstoff herzustellen würde aus Krebszellen von Tieren stammen. Aus Schweden werden derweil erste Impftote und schwere Nebenwirkungen gemeldet.

Ich habe vor ein paar Jahren eine Impfstoff-Fabrikation besucht und mit der Leitung gesprochen, auch über eine mögliche Pandemie. Der Prozess ist sehr delikat und langwierig. Damit der jährliche Grippeimpfstoff im Herbst zur Verfügung steht, muss im Frühjahr begonnen werden. Die Mitarbeiter müssen auf Sommerferien verzichten. Innert kurzer Zeit genügend Impfstoff für eine Pandemie herzustellen, schien den Verantwortlichen damals unmöglich.
Bei der Schweinegrippe ging‘s nun doch. Der Impfstoff wurde in größter Hast zusammengebraut und mit quecksilberhaltigen Wirkverstärkern gestreckt. Für Tests blieb natürlich keine Zeit. Dieser Panscherei werde ich mich nicht aussetzen. Da setze ich lieber auf eine ausgiebige Desinfektion. Ich habe noch einen ausgezeichneten Pflümli (Pflaumenschnaps) im Keller, ohne Wirkverstärker, notabene.
Oink, Oink, Oink. Euer Traumperlentaucher

Bild: von Bara Bara und Staubfinger

2009-10-28

Blaue und rote Pillen

Von traumperlentaucher @ 07:58 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“ Morpheus zu Neo im Film Matrix

Haben wir nicht alle ab und zu dieses Gefühl, dass irgendetwas mit der Welt, in der wir leben, nicht stimmt?
Die meisten verdrängen wohl dieses unbestimmte Gefühl. Andere fliehen davor in den Materialismus oder auf die gegenüberliegende Seite: in die Spiritualität.
Wir sind ja nicht Neo, dem Morpheus das Angebot macht, zwischen zwei Pillen zu wählen: einer roten und einer blauen. Die blaue Pille ist für ein unbeschwertes Weiterleben in der Matrix, die rote für die Wahrheit. Neo wählt die rote Pille.
Obama jedoch, empfiehlt den Menschen, die blaue Pille zu schlucken, wie folgender Film beweist. Es ist kaum anzunehmen, dass der amerikanische Präsident den Film Matrix nicht kennt und einfach so daher redet.
Doch was bedeutet die blaue Pille? Sie bedeutet, dass wir aufhören unser Leben zu hinterfragen, aufhören kritisch zu sein gegenüber der Welt und ihren Protagonisten. Sie bedeutet, blauäugig alles zu glauben, was uns erzählt wird: Von der Kirche, den Medien, den Politikern, den Vertretern der Weltkonzerne und der Werbung. Alles für blaue Münze zu nehmen, was uns über Gut und Böse, über Krieg und Frieden erzählt wird. Oder über Impfstoffe, Gentechnik und Klima, um ein paar konkrete Beispiele zu nennen. Und sie bedeutet auch, einfach unser kleines Leben zu leben und folgsam das Zahnrädchen im großen Getriebe zu spielen, das eine Maschine antreibt, die wir nicht kennen und die einem Ziel entgegenstrebt, von dem wir nichts wissen.
Was mich betrifft: Ich habe die rote Pille gewählt. Obschon ich weiß, dass man sich in der Matrix leicht verirren kann und es gefährliche Punkte gibt, denen man nicht zu nahe kommen sollte. Aber ich vertraue auf meine Träume. Und ich werde euch weiterhin rote Pillen in meinem Blog anbieten, oder zumindest Träume von roten Pillen.

Schon wieder mitten in der Woche? Manchmal scheint mir, es drehe ein verrückter Maschinist am Rad der Zeit. Euer Traumperlentaucher

Bild: Früher konnte man zwischen Fichten und Föhren Hirsche röhren hören.
Doch Röhren gingen verloren, längst haben Hirsche Transistoren.
Auch Pilze habe ich keine gefunden, vermutlich sind sie mit den Röhren entschwunden.

2009-10-21

Vom Wasser lernen

Von traumperlentaucher @ 16:19 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Wasser bedeutet Leben. Ohne Wasser gäbe es nur Stein und Wüste. Doch Wasser muss rein sein, um Leben zu spenden. Ist es verunreinigt, bringt es den Tod. Doch Wasser kann sich selbst reinigen, indem es tief in die Erde dringt.

Auch unsere Gedanken sollten rein und klar sein. Lassen wir Böses in unseren Gedankenfluss eindringen, vergiften wir unsere Seelen. Meditation kann uns dabei helfen unseren Gedankenfluss zu reinigen und Klarheit zu erlangen, Klarheit über uns selbst. Aber wir müssen dabei tief eindringen und nicht nur an der Oberfläche bleiben.

Wasser hat tausend Gestalten. Vom feinsten Nebel bis zum Eiszapfen. Und doch ist es immer Wasser.

Oft sind wir blind, weil sich etwas in einer anderen Gestalt versteckt. Unsere Konditionierung lässt nur zu, dass wir sehen, was wir sehen dürfen. Wir sehen das Gute nicht, weil es in ungewohntem Gewand erscheint, wir sehen das Böse nicht, weil es sich geschickt tarnt und oft sehen wir die Liebe nicht, weil sie nicht unserem inneren Bild entspricht.

Wasser fließt und passt sich seiner Umwelt an. Doch schließlich kehrt es wieder dorthin, woher es gekommen ist.

Alles Leben fließt, passt sich an, wird größer und stärker, um schließlich wieder im großen Ozean aufzugehen, aus dem es gekommen ist. Das ist der ewige Kreislauf und wir können uns ihm nicht entziehen. Wenn wir wissen, woher wir gekommen sind, wissen wir auch, wohin wir gehen.

Wasser ist der Erde so nahe wie möglich. Es passt sich ihr an. Wasser kämpft nicht gegen die Erde, es arbeitet mit ihr zusammen.

Wenn wir Menschen überleben wollen, sollten wir der Erde nahe sein. Wir sollten nicht gegen sie kämpfen, sondern gemeinsam mit ihr unsere Zukunft schaffen. „Macht euch die Erde Untertan“, ist kreuzfalsch. Wir können die Erde auf Dauer nicht unterjochen oder gegen sie arbeiten. Dabei werden wir unweigerlich verlieren.

Mittwoch. Mitten in der Woche. Ein guter Tag mitten im Leben. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-19

Jack Wolfskin und der deutsche Abmahnirrsinn

Von traumperlentaucher @ 18:42 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Deutschland hat etwas, was wir nicht haben: Das Abmahnwesen, oder besser: Abmahn-Unwesen. Es dient hauptsächlich dazu, überzählige Anwälte zu bereichern und funktioniert folgendermaßen:
Wenn ich zum Beispiel eine Webpage betreibe und Artikel zum Verkauf anbiete und sich in den allgemeinen Geschäftsbedingungen oder sonstwo ein klitzekleiner Fehler einschleicht, oder wenn ich auf E-Bay etwas verkaufen möchte und gewisse Regeln nicht beachte, zum Beispiel ein geschütztes Markenzeichen oder Bild verwende, kann es passieren, dass ich von einer Anwaltskanzlei (hierzulande einfach Büro genannt) „abgemahnt“ werde. Entweder auf Auftrag eines Dritten oder in gewissen Fällen auch auf Eigeninitiative des Anwalts.
Der schickt mir dann eine sogenannte Unterlassungserklärung, in der ich versichern muss, diese „Untat“ nie mehr zu begehen und natürlich eine sogenannte Kostennote (hierzulande einfach Rechnung genannt). Unterschreibe und bezahle ich nicht, besteht die Gefahr, dass ich eingeklagt werde. Vorzugsweise in Hamburg, auch wenn ich in Stuttgart wohne. Denn in Hamburg leben offenbar die weltfremdesten Richter, die immer wieder zu Urteilen wider den gesunden Menschenverstand kommen.

Es gibt in Deutschland Anwaltskanzleien die machen offenbar nichts anderes als den lieben Tag lang das Internet zu durchforsten und Abmahnungen mit „Kostennoten“ zu verschicken. Gesalzene Rechnungen, so 500 bis 1000 Euronen liegen da leicht drin für den Wisch dieser Komiker, und die meisten Betroffenen machen in die Hose und zahlen.

Nun hat sich diesen deutschen Abmahn-Unsinn auch das Outdoor Bekleidungsunternehmen Jack Wolfskin zu Nutzen gemacht. Das Markenzeichen dieses Unternehmens ist bekanntlich eine Wolfstatze.
Bastler haben auf dem Internet verschiedene Dinge angeboten und sie mit einer Tatze verziert und wurden nun prompt durch eine von der Firma beauftragte Anwaltskanzlei abgemahnt und mit hohen Rechnungen eingedeckt.
Alles was einer Tatze ähnlich sehe, gehöre Jack Wolfskinn und sei geschützt.

Gott sei Dank lebe ich südlich des Rheins, sonst müsste ich jeden Morgen früh aufstehen und die Pfotenspuren der Marder und Katzen auf meinem Auto abwischen um mich nicht strafbar zu machen.

Jack Wolfskin hat nicht etwa vorgängig durch einen netten aber bestimmten Brief die Bastler darauf aufmerksam gemacht, dass sie ein geschütztes Markenzeichen verwenden würden und dass sie dies bitte unterlassen sollen – wie das ein vernünftiges Unternehmen tun würde. Aber vielleicht geht es denen ja so gut, dass sie etwas negative Publicity benötigen.

Ich werde mir auf jeden Fall das Unternehmen bei dem nächstens anstehenden Winterkleider-Kauf merken. Abgesehen davon gibt es meines Erachtens günstigeres in besserer Qualität.

Ab und zu schwappt übrigens dieser Abmahnwahn auch in die Schweiz über und die eine oder andere deutsche Anwaltskanzlei verschickt dann Abmahnungen über die Grenze.

In den meisten Fällen gehören solche Schreiben – und eventuell nachfolgende Mahnungen in die runde Ablage. Wer hierzulande etwas will, muss vor einem Schweizer Gericht klagen und zwar dort wo der Beklagte wohnt. Hier im Kanton Freiburg sogar wahlweise auf Deutsch oder Französisch, wobei der Beklagte die Wahl hat. Ein Abmahnwesen kennen wir, wie schon erwähnt, nicht.

Trotzdem empfehle ich, keine Raubkopien aus dem Internet runterzuladen oder gar zu verkaufen, und nur Texte und Bilder ins Internet zu stellen, deren Rechte man auch besitzt.
Sonst könnte es eines Tages auch hierzulande teuer werden – ohne dieses Unikum Abmahnwesen. Denn der Musikindustrie (Peak Musik ist vorbei) und den Bilderagenturen (alles wurde schon X-Mal fotografiert) geht es nicht gut und sie sind hypernervös.

Ob man in Deutschland Träume abmahnen kann? Euer Traumperlentaucher.


2009-10-18

Die Grenzen des Wachstums

Von traumperlentaucher @ 12:49 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Was kümmert uns überhaupt der Casinobetrieb der Banken, was kümmern uns die aufgeblähten Schulden. Das sind doch nichts als Zahlen, aufgeschrieben auf einem Papier oder aufgezeichnet auf der Festplatte eines Computers. Zahlen lassen sich ändern, ob mit dem Kugelschreiber oder einem Mausklick. Doch unsere Wirtschaft, die ist real. Die Fabriken funktionieren und produzieren, die Menschen konsumieren. Diese Krise ist nur künstlicher Natur. Herüber geschwappt in die Realität aus den Monopoly-Träumen gierzerfressener Banksterhirne. Happert die Konjunktur, muss der Staat sie ankurbeln - das ist seine Aufgabe - und alles wird wieder gut. Ob dabei zusätzliche Schulden entstehen, spielt keine Rolle, denn das sind bloß fiktive Zahlen, im Gegensatz zu unseren real existierenden Fabriken.“

Das ist die Sicht vieler rotgrüner Träumer auf unsere heutige Situation und die dunklen Krisenwolken am Horizont. Doch dahinter steht ein falsches Konzept unserer Welt, ein grundlegender Irrtum.

Alles muss bezahlt werden. Auch staatliche Konjunkturprogramme. Aber nur vordergründig mit Geld. Ja, wenn es nur das liebe Geld wäre, so würden die Schulden tatsächlich keine Rolle spielen. Geld lässt sich beliebig herbeizaubern, wie Staaten und Banken täglich beweisen.

Doch bezahlt werden muss aus der aktuellen physischen Wirtschaftsleistung. Und die ist keineswegs so flexibel wie Geld. Deren Betrag muss nicht nur für die tägliche Versorgung der Bevölkerung herhalten, sondern auch für den steigenden Aufwand zur Erneuerung unserer Infrastruktur, für den stetig steigenden Aufwand der Ressourcenschöpfung und für die ebenfalls stark steigenden "Kosten" der Umweltverschmutzung und Zerstörung.
Hier liegen die Grenzen des Wachstums verborgen und wenn die Kapazitätsreserven der Wirtschaft nicht mehr ausreichen, um all diese "Kosten" zu decken – physisch und nicht geldmässig – dann sind diese Grenzen erreicht.
Oder einfacher ausgedrückt: Wenn der Bauer immer mehr Zeit für die Reparatur seines Traktors und die Beschaffung des Diesels aufwenden muss, wird er immer weniger Getreide, Kartoffeln und Schinken produzieren.
Diese Grenzen des Wachstums haben wir erreicht. Die Schulden der Banken und Staaten sind nur ein Symptom.

Einen schönen Sonntag. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-07

Ein ziemlich totes Pferd

Von traumperlentaucher @ 20:58 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Barrak Obama will vor seinem China-Besuch den Dalai Lama nicht empfangen um die Chinesen nicht zu verärgern, wie man aus der amerikanischen Presse erfahren konnte.
Dass auch Obama den Pudel machen kann, ist mir schon bei seinem Besuch in Saudi Arabien aufgefallen. Sein Bückling vor König Abdullah näherte sich bedenklich einem rechten Winkel. Damals ging es um Öl.
Doch in China geht es nicht um Öl gegen grüne Scheine, sondern um allerlei Schrott für grüne Scheine.
Da hilft auch die stärkste Armee der Welt nicht, wenn man sich dermassen abhängig gemacht hat. Wenn die Chinesen keine Dollar mehr wollen, sondern lieber Euro, Yen oder gar Gold, kann das amerikanische Imperium seine Armee und die Kriege die diese führt, nicht mehr bezahlen. Genausowenig wie den Unterhalt der verlotternden Infrastruktur oder die vielen Gefängnisse.
Barack Obama, bei seiner Wahl als Messias gefeiert, steht mit dem Rücken zur Wand und der Putz bröckelt. Guantanamo ist noch nicht geschlossen, in Afghanistan geht langsam aber sicher ein Krieg verloren, die Gesundheitsreform ist festgefahren, die mit Fantastillionen sanierten Banken tanzen der Regierung auf der Nase herum und auch die Olympischen Spiele werden nicht in Chicago stattfinden. Der Iran bastelt vermutlich immer noch an seiner Bombe und die Israelis sagen wie immer den Amerikaner was sie machen sollen und nicht umgekehrt. Derweil geht die Wirtschaft immer mehr den Bach runter, die Armen werden ärmer und mehr und die Reichen reicher und weniger.
Erreicht hat Obama noch nichts, nada, null, nothing. Viele schöne Versprechungen und heisse Luft. No we can’t.
Und jetzt wird die Welt auch noch störrisch und will keine Dollar mehr. Ausser natürlich die Schweizerische Nationalbank, aber die bezieht wohl ihre Weisungen direkt aus Washington.

Dabei war es doch so schön, man konnte sich frisch fröhlich in seiner eigenen Währung verschulden und Jahrzehnte lang auf dem Buckel der Welt leben.
Doch jetzt geht der Ofen langsam aus und auch die Chinesen wissen, dass die USA ihre Schulden nie mehr zurückzahlen können und suchen verzweifelt einen Notausgang.

US Einkünfte der letzten 12 per 31.8.09: 2.158 Billionen (Europäische)
Schulden am 31.8.09 11.813 Billionen
Sozialverpflichtungen des Staates 17.5 Billionen
Verpflichtungen gegenüber Medicare 89.3 Billionen

Rechnet man auf die Schulden noch einen landesüblichen Zins von 3,36% so würde das auf die gesamten Verpflichtungen 4 Billionen ausmachen und die Einnahmen bei weitem übersteigen.
Das bedeutet: Die USA sind praktisch pleite und können sich nur mit der Dollar-Illusion über Wasser halten.

Trotzdem ein schönes Wochenende. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-06

Unterschiedliche Wirklichkeiten

Von traumperlentaucher @ 07:20 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Deutschland hat ein Problem:
Thilo Sarrazin, SPD, ehemals Finanzsenator in Berlin und heute im Vorstand der Deutschen Bundesbank ist bekannt für sein lockeres Mundwerk. So hatte er zum Beispiel Arbeitslosen Kochtipps gegeben und gesagt, sie sollten in ungenügend geheizten Wohnungen Pullover anziehen. Meines Erachtens keine unvernünftigen Vorschläge, aber brisant aus dem Mund eines Politikers.
Doch jetzt hat er den Vogel abgeschossen. 70 Prozent der Türken und 90 Prozent der Araber in Berlin würden den deutschen Staat ablehnen, ließ er unter anderem verlauten und dann: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“
Die Aufregung in Deutschland war groß und vermutlich wird er aus dem Vorstand der BuBa geschaßt und vielleicht auch aus der SPD. Außerdem untersucht die Staatsanwaltschaft, ob es sich bei seinen Aussagen nicht um Volksverhetzung und Rassismus handelt.
Natürlich sollte man als Politiker nicht sagen was man denkt und natürlich ist man in Deutschland bei solchen Dingen wegen der Vergangenheit und Neonazis sehr sensibel, doch Sarrazin hat leider den Nagel auf den Kopf getroffen.
Wie in anderen großen europäischen Städten, Paris oder Brüssel zum Beispiel, haben sich auch in deutschen Städten Ghettos gebildet, die inzwischen zu „No Go Areas“ geworden sind, in die sich auch die Polizei nur mit Verstärkung hineintraut. Und es handelt sich auch in Deutschland um Menschen aus dem islamischen Kulturkreis. Deutsche sind in diesen Quartieren in der Minderheit und ihnen schlägt oft offener Rassismus entgegen.
Geht dieser Trend weiter, wird das irgendwann mal zu Unruhen bis hin zum Bürgerkrieg führen. Der Einsatz der Armee im Innern ist dabei vorprogrammiert.
Wieso ist es soweit gekommen?
Vermutlich so wie immer: Die Industrie hat billige Arbeitskräfte ins Land geholt und gekommen sind Menschen. Und die Politik hat es versäumt die notwendigen Maßnahmen zu treffen um diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.
Wobei es vermutlich nicht einfach ist, Menschen mit einer mittelalterlichen Wüstenreligion in eine freiheitliche westliche Gesellschaft zu integrieren, die oft nicht integriert werden wollen, weil sie unsere Wertvorstellungen ablehnen.

Aber auch die Gegenseite scheint Probleme zu haben: In der Türkei, notabene ein säkularer Staat, will jeder Dritte nicht neben Christen wohnen und noch weniger neben Juden.
Bereits in der Türkei dürfte es schwierig sein, eine neue Kirche zu bauen, weiter südlich wird es ein Ding der Unmöglichkeit. Wehe man reist in Saudi-Arabien mit einer Bibel ein.
Schade nur, dass gewisse politische Kreise auch hierzulande Moscheen und Minarette verhindern wollen. Damit stellen sie sich auf die gleiche Stufe wie die engstirnigen Verfechter der mittelalterlichen Wüstenreligion.
Nicht, dass ich am Morgen gerne vom Ruf des Muezzins geweckt werden würde, aber ich bewundere schöne religiöse Bauwerke und bin – als Agnostiker – von ihrer Ausstrahlung und Wirkung fasziniert.

Konsumiert, liebe Leute, kauft in den Tempeln der schrankenlosen Marktwirtschaft und betet zu eurem Kreditkarteninstitut, dass die Krise bald vorbei gehen möge. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-05

Das achte kosmische Gesetz

Von traumperlentaucher @ 08:34 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Wieso leben wir? Hat unser Leben überhaupt einen Sinn und wenn ja, welchen? Diese Frage aller Fragen haben weder die sieben kosmischen Gesetze des Hermes Trismegistos, noch die Philosophen aus allen Zeiten beantworten können. Allein die Religionen wollen darauf eine Antwort gefunden haben.

Aber es gibt meines Erachtens einen Menschen, der die Antwort auf diese Frage und damit auch das achte kosmische Gesetz gefunden haben könnte, auch wenn er es nicht als solches erkannt hat. Er lebte von 1809 bis 1882 und ist heute allen wohlbekannt: Charles Darwin, der Begründer der Evolutionstheorie.

Erst im letzten Jahrhundert wurde der Zusammenhang zwischen der wichtigsten Frage der Menschen und Darwins Evolutionstheorie hergestellt. Von einem gewissen Josef Haid, der 1911 in Österreich geboren wurde. Über Haid ist wenig bekannt, das Einzige was ich erfahren habe ist, dass er Landwirtschaft und Wirtschaftswissenschaft studiert hat, ein erfolgreicher Unternehmer war und im Jahre 2001 starb. Er gründete mit seinem Vermögen eine Stiftung tomotom), die seine Ideen weiterverbreitet. Auf eine seltsame Art: Sie verschenkt Haids Bücher an ausgewählte Personen.

Gemäss Haid gilt Darwins Evolutionstheorie nicht nur für die Erde, sondern für den ganzen Kosmos. Für den Menschen bedeute dies: Alles was wir denken und tun sei auf die Evolution, die Weiterentwicklung, ausgelegt. Gut sei, was der Evolution diene, schlecht, was der Evolution entgegenlaufe. Natürlich sorge das kosmische Evolutionsgesetz selbst dafür, dass das „Schlechte“ ausgerottet würde.
Das scheint mir einleuchtend und ich befürchte, dass Haids Hypothese schon bald von der gesamten Menschheit bestätigt werden wird.

Doch zurück zu der Frage aller Fragen. Die Antwort lautet also: Unser Lebenssinn liegt darin, der Evolution zu dienen. Haid verneint ein Leben nach dem Tod. Dieser sei endgültig und damit sei unsere Aufgabe erfüllt und abgeschlossen.

Bleibt nur die Frage nach dem Ziel dieser Evolution. Gibt es überhaupt ein Endziel, oder dient die Evolution – auch im komischen Massstab – nur dazu, sich immer wieder einer veränderten Umwelt anzupassen.
Wie ihr sehen könnt, bleibt am Ende immer eine Frage übrig. Vielleicht ist auch das ein kosmisches Gesetz?

Eine schöne Woche. Euer Traumperlentaucher
PS. Josef Haids Buch kann auch bestellt werden: hier

2009-10-03

Die sieben kosmischen Gesetze und unsere Träume

Von traumperlentaucher @ 09:40 [ Gedanken & Beobachtungen ]


An den sieben kosmischen Gesetzen nach Hermes Trismegistos scheiden sich die Geister. Hier die Esoteriker, dort die Materialisten. Tiefer Sinn oder Unfug? Entscheidet für euch selbst:

1. Alles ist Geist
Am Anfang steht immer der Geist. Bevor etwas Wirklichkeit wird, muss es gedacht werden. Jede Handlung, jeder Gegenstand setzt eine Idee, einen Traum voraus. Auch das Universum. Jemand muss von seiner Entstehung geträumt haben, sonst würde es nicht existieren.

2. Ursache und Wirkung
Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung eine Ursache. Alles hängt mit allem zusammen, nichts ist ohne Sinn. Die indischen Religionen folgerten daraus das Prinzip des Karmas: Jede Aktion erzeugt Energie, die auf ihren Erzeuger zurückfällt. Dieses Prinzip ist mit dem Prinzip der Wiedergeburt verbunden. Jeder Gedanke, jede Handlung hat eine Auswirkung auf unsere zukünftigen Leben. Wer auf eine höhere Ebene aufsteigen will, muss sein Karma – gutes wie schlechtes – auf Null abbauen. Manchmal frage ich mich, ob unsere Träume auch Karma erzeugen, oder ob sie gar ein Mittel sind, es abzubauen.

3. Das Prinzip der Entsprechung
Das Grosse können wir im Kleinen erkennen und das Kleine im Grossen. Jede Zelle enthält den gesamten Bauplan unseres Körpers, in jedem Samen steckt das Geheimnis der ganzen Pflanze. Würden wir das Geheimnis unseres Universums erkennen, würden wir alles wissen. Und würden wir jemals die allerkleinsten Teile finden, würden wir das Geheimnis des Universums kennen. Könnten wir unsere Träume wirklich entschlüsseln, so wüssten wir, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen.

4. Das Prinzip der Resonanz
Gleiches zieht Gleiches an, Ungleiches stösst sich ab. Wenn Du negativ bist, ziehst du Negatives an – ebenfalls negativ denkende Menschen, zum Beispiel. Wenn du positiv bist, ziehst du Positives an. Ein Prinzip das auch für unsere Träume gilt. Wer nur Albträume hat, lebt ein albtraumhaftes Leben. Das ist übrigens auch der Grund, wieso es so schwierig ist, aus einer Depression herauszukommen.

5. Das Prinzip der Harmonie
Alles strebt zur Harmonie, zum Ausgleich. Auch das Universum (Entropiegesetz). Das Warme strebt dem Kalten zu und umgekehrt. Auch unsere Träume sind daran beteiligt. Sie tragen zum Ausgleich bei, auch wenn wir das im Kleinen nicht erkennen.

6. Das Prinzip der Schwingung
Alles schwingt, alles ist in Bewegung, alles ist im Fluss. Was erstarrt muss zerbrechen, beziehungsweise sterben, damit wieder Neues entstehen kann. Das ist das Grundprinzip des Lebens. Wer nicht mehr träumt ist tot.

7. Die Polarität
Aus dem sechsten kosmischen Gesetz folgt, dass ohne Gegensätze nichts existieren kann. Was hineinfliesst muss wieder herausfliessen, wo Gut ist, muss auch Böse sein. Ohne heiss kein kalt, ohne unten kein oben, ohne gestern kein morgen. Doch nach dem fünften Gesetz, dem Prinzip der Harmonie, wird alles Fliessen und alles Schwingen irgendwann zum Stillstand kommen, alle Gegensätze werden eingeebnet sein. Das ist das Ende aller Zeit, das Ende aller Träume und damit auch das Ende unseres Universums. Ein Widerspruch? Nein! Es wird erstarren um dann zu zerbrechen und Neuem Platz zu machen.

Es gibt meines Erachtens noch ein achtes kosmisches Gesetz, vielleicht wichtiger alles alle anderen, doch darüber mehr in meinem nächsten Blogeintrag. Bis dann: geniesst das Fliessen der Zeit. Es ist wunderbar in ihr zu surfen. Euer Traumperlentaucher

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