2009-12-09

NWO und Taliban

Von traumperlentaucher @ 07:24 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Gestern habe ich über die Guidestones von Georgia berichtet und mich dabei gefragt, wie lange die wohl stehen bleiben. Denn die zehn Regeln dürften einigen gar nicht gefallen.

In der Tat wurden die Guidestones letztes Jahr bereits von Vandalen verschmiert. Dazu gibt es ein Video auf Youtube, das von den Tätern stammen könnte. Die Kommentare dazu fordern, die Guidestones endgültig zu zerstören.
Das erinnert mich unwillkürlich an die Zerstörung der Buddha-Statuen im Tal von Bamiyan in Afghanistan im Jahre 2001 durch die Taliban.
Die Wut der amerikanischen Taliban richtet sich gegen eine „neue Weltordnung“, eine Verschwörungstheorie, die besagt, dass Geheimorden die Weltherrschaft an sich reißen wollen.
Beschuldigt werden insbesondere die „üblichen Verdächtigen“, nämlich die Juden. Damit ist klar, aus welcher Ecke die Anhänger dieser Verschwörungstheorie kommen.

Aber auch einigen anderen sind die Guidestones ein Dorn im Auge. Vorab natürlich die Forderung, die Weltbevölkerung unter 500 Millionen zu halten, also etwa auf dem Stand vor dem 17. Jahrhundert. Zurzeit nähern wir uns der 7Millionen-Grenze. Ein starkes Bevölkerungswachstum setzte übrigens erst mit der beginnenden Industrialisierung Anfangs 1800 ein. Von da an vermehrten sich die Menschen „explosionsartig“.
Allerdings steht auf den Guidestones nirgends geschrieben, dass der Großteil der Weltbevölkerung eliminiert werden soll. Das stünde auch klar in Kontrast zu den anderen Regeln auf den Marmortafeln. Das ist auch nicht notwendig. Die Menschheit wird sich in absehbarer Zeit selbst dezimieren. Die zehn Regeln sind meines Erachtens vielmehr für einen Neuanfang gedacht.

Freut euch an den langen Nächten. Nie brennen Kerzen schöner als jetzt. Euer Traumperlentaucher.

2009-12-08

Die Guidestones von Georgia

Von traumperlentaucher @ 15:56 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Im Juni 1978 wurde im Auftrag einer unbekannten Person im Elbert County in Georgia, USA, ein Monument aus Granitblöcken errichtet. Es ist sechs Meter hoch und wiegt 100 Tonnen. Darin eingraviert wurden zehn Richtlinien für die Menschheit in acht modernen und vier antiken Sprachen. Im Fundament des Monuments, das auch das amerikanische Stonehenge genannt wird, soll sich zudem eine Zeitkapsel befinden. Wann sie gehoben werden soll, wird jedoch nicht erwähnt. Die zehn Regeln besagen folgendes:

1. Halte die Menschheit unter 500 Millionen,
für eine immerwährende Eintracht mit der Natur
2. Lenke die Fortpflanzung weise
um Fitness und Vielfalt zu vervollkommnen.
3. Vereinige die Menschheit
mit einer neuen, universellen Sprache.
4. Beherrsche Leidenschaft - Glauben - Tradition
und alles übrige mit gemäßigter Vernunft.
5. Schütze die Menschen und Nationen
durch faires Recht und angemessene Gerichte.
6. Lass alle Nationen intern regieren
und internationale Streitfälle vor einem Weltgericht beilegen.
7. Vermeide belanglose Gesetze
und unnütze Beamte.
8. Wahre das Gleichgewicht zwischen persönlichen Rechten und
gesellschaftlichen Pflichten.
9. Würdige Wahrheit - Schönheit - Liebe
im Streben nach Harmonie mit dem Unendlichem.
10. Sei kein Krebsgeschwür für diese Erde
und lasse der Natur Raum

Eine interessante und gut gemeinte Botschaft von Unbekannten, leider läuft die Wirklichkeit in die entgegengesetzte Richtung. Ist sie gedacht für einen Neuanfang nach einer großen Katastrophe?

Ich wünsche euch eine besinnliche Zeit. Euer Traumperlentaucher


2009-12-02

Bundesrat ohne Volk?

Von traumperlentaucher @ 07:47 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Ob die Minarettinitiative gescheit war, darüber kann man streiten. Auch darüber, wer wem vor der Abstimmung Angst gemacht hat.
Doch was jetzt geschieht ist merkwürdig. Die Bundesräte entschuldigen sich in aller Welt für ihr Volk und zweifeln an der Rechtmässigkeit der Abstimmung. Dabei hat der Bundesrat schon genug schlechte Noten: Libyen-Affäre, Bankgeheimnis, Personenfreizügigkeit, um nur ein paar Stichworte zu nennen. Wenn er so weiter fährt, wird er bald kein Volk mehr haben. Eine Katastrophe in einer direkten Demokratie.

Entlarvend ist auch das Verhalten der Parteien: Die Grünen rennen nach Straßburg, die Sozis organisieren Demonstrationen, die sogenannt „Christlichen“ schwenken die Fahne im Wind und wiegeln ab. Die SVP reckt sich in Siegespose für ihre Schnapsidee.

Noch schlimmer ist die Presse. Die Kommentare der Journalisten stehen im Widerspruch zu der Mehrheit der Meinungen in den Leserspalten und Foren, sofern sie diese überhaupt zulassen. Mit Ausnahme der Weltwoche natürlich, einer der SVP nahestehenden Wochenzeitung mit einem zwar brillanten aber ebenso provokativen Chefredakteur.
Was ist in unseren Redaktionsstuben los? Sind alle Journis rotgrün?

Oder sind sie alle gekauft und müssen schreiben, was ihre Meister ihnen vorschreiben?
Ist es vielleicht gar so, dass diese unsichtbaren Meister im Hintergrund auch die Meister der Bundesräte sind?
Könnte es sein, dass diese Meister nichts anderes sind als die Wirtschaftselite unseres Landes? Das Großkapital, die Banken? Und dass diese schlicht und einfach Angst haben um ihre Geschäfte? Einige „Zeichen“ der letzten Zeit deuten darauf hin.

Doch was ist dann mit den Grünen, diese von einem Sammelsurium von esoterischen und gutmenschlichen Spinnern und Träumern gekaperte Partei? Die sind ja vermutlich nicht gekauft, es würde sich ja kaum lohnen. Höchstens für Monsanto.

Und was mit den Sozialdemokraten, der ehemaligen Partei der Arbeiter und Schwachen? Sind sie nicht schon längst eine Beamtenpartei geworden, die versucht krampfhaft ihr Wählerpotenzial über die Funktionäre hinaus zu erweitern? Stimmalter 16 und so.

Die direkte Demokratie befindet sich zurzeit auf dem Prüfstand. Der Motor rüttelt und stottert und aus dem Auspuff entweichen giftige Gase. Es bräuchte einen guten Mechaniker um die Maschine wieder zum rund laufen zu bringen. Doch der ist weit und breit nirgends zu entdecken.

Bei der Minarettinitiative ging es m.E. nur vordergründig um Türme und schon gar nicht gegen die hier lebenden Mitbürger muslimischen Glaubens. Im Grunde ging es dabei um drei Dinge:

1. Eine Ohrfeige für einen sackschwachen Bundesrat, der immer weniger die Interessen des Schweizervolks vertritt, dieses aber immer wieder anlügt.

2. Ein Signal gegen die ungebremste Überfremdung, verbunden mit einer Überbevölkerung. Verstärkt durch die drohende Arbeitslosigkeit in der Krise.

3. Ein „Bis hierher und nicht weiter“ gegen eine aggressive, menschenverachtende, mittelalterliche Ideologie, deren verdecktes Ziel die Weltherrschaft ist.

Doch davon lese ich in den Zeitungen nichts. Stattdessen werden 57.5% der Stimmbürger als rechtsradikal, dumm, ungebildet und rückständig beschimpft.

Jetzt brauche ich dringend wieder ein paar gute Träume. Euer Traumperlentaucher

2009-11-30

Menschenrecht Minarett?

Von traumperlentaucher @ 07:48 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Die Mehrheit der Schweizer sei auf die Propaganda der Rechtspopulisten hereingefallen, heißt es heute u.a. in den Zeitungen. Diffuse Ängste hätten zur Annahme der Anti-Minarett-Initiative geführt. Im Klartext heißt das wohl: Die Mehrheit der Schweizer ist blöd, dumpfes Stimmvieh eben. Die Mainstream-Presse trieft vor Arroganz. Mich graust.

Die Bundesrätin mit den Glubschaugen bezweifelt gar, ob die Initiative umgesetzt werden kann. Eine merkwürdige Reaktion der Regierung. Entspricht das Resultat nicht den Vorstellungen hat man Mühe mit der Umsetzung. Die Damen und Herren sollten in Zukunft aufhören, das Volk zu belügen wie zum Beispiel bei der Personenfreizügigkeit, dann würde man ihnen vielleicht eher glauben.

Die Genfer hätten nein gestimmt, weil sie Seite an Seite mit dem friedlichen Islam leben würden, erklärt gar ein Kommentator. Quatsch. Die Genfer leben von den Arabern und hatten Angst um ihr Geschäft.

Die islamische Welt reagiere mit Entsetzen, liest man des Weiteren. Bei terroristischen Anschlägen von Islamisten reagiert aber diese „Welt“ jeweils mit Jubel oder im besten Fall mit Schweigen.

Den Vogel schiesst jedoch der in Genf lebende Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ab. Er bezeichnete das Votum als “katastrophal”, wie verschiedene Zeitungen (u.a. die Süddeutsche) melden. Vielleicht hätten sie sich über diesen Herren vorher informieren sollen.
Dieser Tariq Ramadan gilt als Reformer, weil er sich für ein Moratorium bei der Steinigung von Frauen ausgesprochen hat (nicht etwa Abschaffung!). Er ist zudem der Ansicht, dass die Europäer den Islam freiwillig annehmen sollten und man ihn nicht aufzwingen sollte. Sie bräuchten dazu ja nicht ihre Sitten und Gebräuche abzulegen, solange diese mit der Scharia vereinbar seien.

Blättert man weiter durch die Zeitungen, so fällt einem auch das eigenartige Demokratieverständnis der Grünen auf. Sie kündigten an, die Abstimmung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzufechten. Eine interessante Ansicht: Der Bau von Minaretten ein Menschenrecht? Ich würde es begrüßen, wenn sich die Grünen vermehrt um ihr Grundanliegen kümmern würden: Unsere Umwelt. Genauso würde ich es begrüßen, wenn sich die Sozis wieder ihren Wurzeln zuwenden würden. Dann wären sie auch wieder wählbar.
Es bleibt zu hoffen, dass "die Intelligenz" dieses Landes in den nächsten Tagen und Wochen etwas tiefer taucht und zu den wirklichen Gründen des Abstimmungsresultats vorstößt. Vielleicht wird sie dabei erkennen dass das Problem „Islamismus“ (nicht Islam!) heißt und nicht „dummes Schweizervolk“

A propos: Ich mag Moscheen und Minarette. Genauso wie Kirchen und Kathedralen. Ich bewundere ihre Architektur. Wenn man ihnen nur die Religion austreiben könnte! Diesen Bremsklotz der menschlichen Entwicklung.

Eine schöne Woche. Euer agnostischer Traumperlentaucher.

2009-11-29

Toleranz heißt, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Poppers)

Von traumperlentaucher @ 18:25 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Die Schweizer würden diesen Entscheid noch bitter bereuen, liest man unter anderem von den Gegnern der Anti-Minarett-Initiative. Wirtschaftsblockaden und Terroranschläge werden gar befürchtet.
Da kann ich nur den Kopf schütteln. Das Minarettverbot dürfte für die Schweiz keine nachteiligen Folgen haben. Denn Muslime sind allgemein dafür bekannt, Provokationen einfach zu ignorieren und nicht wie die christlichen Fanatiker „Jesus ist groß“ rufend und Fahnen verbrennend den Tod für alle Ungläubigen zu fordern und Botschaften anzuzünden. Auch werden sie sicher keine Geiseln nehmen oder gar köpfen, wie das in den westlichen Ländern der Fall ist. Die Christen dort drehen ja schon wegen ein paar Karikaturen durch.
Nein, in den aufgeklärten und demokratischen islamischen Republiken geht es gesitteter zu. Dies ist nicht nur auf den mäßigenden Einfluss der islamischen Geistlichen zurückzuführen, sondern insbesondere auf die Toleranz der islamischen Religion gegenüber Andersdenkenden.

Ganz anders als im mittelalterlichen Christentum des Westens, wo Frauen irgendwo zwischen dem Vieh und den Männern angesiedelt und nach Bedarf entweder ausgepeitscht oder gesteinigt werden, nachdem sie von Männern vergewaltigt wurden.

Einige böse Zungen behaupten zwar, es würden haarsträubende Dinge im Koran stehen, wie etwa:

Sure 4, Vers 34: "Die Männer sind den Weibern überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat... Diejenigen (Weiber) aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet - warnet sie, verbannet sie in die Schlafgemächer und schlagt sie..."

Sure 8, Vers 55: „Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben.“

Sure 98, Vers 6: „Siehe die Ungläubigen vom Volk der Schrift (d.h. Juden und Christen) ... Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.“

Dabei handelt es sich aber in allen Fällen um böswillige Übersetzungen, wie sie von aggressiv missionierenden Religionen wie dem Christentum verwendet werden.
Genauso wie die angebliche Aussage Erdogans, des türkischen Ministerpräsidenten, der gesagt haben soll:

"Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten. Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind"

Nichts als Verleumdung der immerzu beleidigten Christen.

Trotzdem bedeutet die Annahme dieser Initiative einen Rückschritt für die Schweiz. Um weiterem Image-Schaden für dieses Land vorzubeugen, müssen in Zukunft solche populistischen Initiativen bereits vor der Abstimmung gestoppt werden. Auch sollte sichergestellt werden, dass die Meinungsumfragen im Vorfeld der Abstimmung nicht die Meinung der Umfrager, sondern der Befragten widerspiegelt.

Grundsätzlich sollte sich die Schweiz überlegen, ob sie sich nicht den demokratischen Gepflogenheiten der EU anschließen sollte und in der Regel das Volk nicht abstimmen lassen sollte, weder über Initiativen, Referenden noch sonst etwas. Und wenn schon, dann sollte, wie in der EU, einfach solange abgestimmt werden, bis das richtige Resultat erreicht wird. Der Mob lässt sich zu leicht manipulieren und ist in der Regel zu dumm um zu wissen, was richtig und falsch ist.

Natürlich ist dieses unnatürliche Resultat nur zustande gekommen, weil die rechtsextremen Parteien dieses schreckliche und gegen die Menschenwürde verstoßende Plakat ausgehängt hatten. Aber Frauen zu verschleiern oder Mädchen in Ganzkörperkokons schwimmen zu lassen ist eine typische christlich-fundamentale Eigenart.
Im Islam ist die Menschenwürde unantastbar, Frauen und Männer sind gleichberechtigt und die freie Religionswahl und Ausübung ist gewährleistet.

Die Initianten dieser merkwürdigen Initiative haben aber auch das Volk verhetzt. Die Gefechte der Freiheitskämpfer in Daressamlam, Nairobi, New York, Washington, Djerba, Bali, Madrid, London, Mumbai usw. wurden schändlicherweise zur Angstmache missbraucht. Auch behaupteten sie, Minarette seien Symbole der Macht und der Eroberung, historische Reliquien aus Zeiten wo Muezzine zum Gebet Krach gemacht hätten. Das ist purer Unsinn.
Im Islam sind solche Zwangsmittel absolut unnötig. Jeder weiß, wie er sich zu verhalten hat. Das ist übrigens eine Errungenschaft der Scharia, die überall gilt, wo Muslime wohnen. Außer leider in den intoleranten westlichen Ländern.

Doch zurück zu dieser unnötigen Initiative:
Sie hat sich im Grunde nicht gegen Minarette, sondern gegen den Islam gerichtet. Das ist ein offenes Geheimnis. Dem Volk wurde Angst gemacht vor einer Islamisierung, ja sogar vor einer Eroberung Europas durch den Islam. Und es wollte mit seinem Ja vermutlich sagen: "Bis hierher und nicht weiter."
Dabei wäre es ein Glück für Europa, wenn diese mittelalterliche, intolerante, jeglichem freien Denken gegenüber feindlich gesonnene Religion wie das Christentum, einer toleranten aufgeklärten Religion weichen müsste. Hier hätte die Schweiz ein Zeichen setzen können und sich damit an die Spitze freidenkender, aufgeklärter, dem Humanismus verbundener Menschen stellen können, wie sie das seit den Zeiten Wilhelm Tells tat.
Lieder hat sie das nicht getan. Obschon die meisten Parteien, die führenden Köpfe, die Intellektuellen, die Industriellen und alle anderen vernünftig denkenden Personen gegen die Initiative postuliert hatten. Ob die Herrschenden in diesem Land den Draht zum Volk verloren haben?
Doch wie soll es nun weiter gehen mit diesem Staat? Müsste man ihn nicht auflösen, wie das der libysche Präsident vorgeschlagen hat? Oder müsste ihn die EU einfach annektieren?
Meines Erachtens hilft nur Druck: Internationale Menschenrechtsorganisationen müssen diese Abstimmung verurteilen, die UNO muss eine Resolution entschließen, das Abstimmungsergebnis muss vor dem internationalen Menschenrechtsgerichtshof angefochten werden. Die Schweizer müssen lernen, dass man nicht immer Freiheit und Toleranz fordern kann und gleichzeitig selbige massiv unterdrückt.
In der Zwischenzeit sollten wir uns in Geduld üben. Eines Tages werden die Minarette als Zeichen der Toleranz auch in Schweizer Städten und Alpentälern sprießen.

Friede sei mit euch. Euer Traumperlentaucher

2009-11-26

Menschenbienen

Von traumperlentaucher @ 12:21 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Alles muss bezahlt werden. Auch staatliche Konjunkturprogramme. Aber nur vordergründig mit Geld. Ja, wenn es nur das liebe Geld wäre, so würden die Schulden tatsächlich keine Rolle spielen. Geld lässt sich beliebig herbeizaubern, wie Staaten und Banken täglich beweisen.

Doch bezahlt werden muss aus der aktuellen physischen Wirtschaftsleistung. Und die ist keineswegs so flexibel wie Geld. Deren Betrag muss nicht nur für die tägliche Versorgung der Bevölkerung herhalten, sondern auch für den steigenden Aufwand zur Erneuerung unserer Infrastruktur, für den stetig steigenden Aufwand der Ressourcenschöpfung und für die ebenfalls stark steigenden "Kosten" der Umweltverschmutzung und Zerstörung.
Hier liegen die Grenzen des Wachstums verborgen und wenn die Kapazitätsreserven der Wirtschaft nicht mehr ausreichen, um all diese "Kosten" zu decken – physisch und nicht geldmässig – dann sind diese Grenzen erreicht.“
Zitat aus meinem Blog vom 18.10.2009 „Grenzen des Wachstums“


Nun bin ich auf ein erschreckendes Video gestoßen, das diese Grenzen drastisch vor Augen führt.
Ein Filmausschnitt aus der Dokumentation „Le silence des abeilles“ von Doug Shultz (USA 2007) publiziert durch „National Geographic“.

In Teilen Chinas sind durch den Einsatz von Pestiziden die Bienen vollständig ausgestorben. Die Bauern müssen ihre Birnenbäume von Hand bestäuben. Eine enorm aufwändige und schwierige Arbeit. Ein einziger Bienenschwarm kann in einem Tag 3 Millionen Blüten bestäuben, ein Mensch bringt es auf einige Tausend.
Das sind die Kosten der Umweltzerstörung und diese können zwar in Geld beziffert werden, doch bezahlt werden muss schließlich mit Arbeitskraft (die dann anderswo fehlt). Würden in den USA die Bienen aussterben und müssten durch menschliche Bestäuber ersetzt werden, so würden diese 90 Milliarden Dollar kosten. Nicht viel, scheint uns, nachdem wir erfahren haben, mit welchen irren Summen die Banken „gerettet“ wurde. Doch für diese Rettung musste außer dem Drücken von einigen Tasten keine Arbeitsleistung erbracht werden. Sie spielte sich in einem virtuellen Casino ab.

Geld ist bloß eine Illusion, ein Traum. Bezahlt werden muss in der realen Wirtschaft am Ende immer mit Arbeit.

Wie wär‘s zur Abwechslung mal mit einer Tasse Lindenblütentee, gesüßt mit einem Löffel Honig? Euer Traumperlentaucher

2009-11-23

Scheissegal

Von traumperlentaucher @ 08:33 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Klimalüge entlarvt“, titelt ein Blog, das hinter jedem Sack Reis, der in China umfällt, eine Verschwörung vermutet. Auch in „Skeptiker-Foren“, wie dem Gelben, gehen die Wellen hoch. Was ist geschehen?
Ein Hacker hat einige Megabyte Emails vom Server des britischen Klimaforschungsinstituts CRU kopiert und im Internet verbreitet. Darin findet man u.a. Hinweise, wie Klimadaten geschönt wurden und Beispiele, wie sich die Wissenschaftler über Klimaskeptiker mokieren.
Nichts Spektakuläres, keine großen Enthüllungen oder Neuigkeiten, bloß die Bestätigung, dass Wissenschaftler auch nur Menschen sind.
Doch die Klimaskeptiker sehen sich in ihrem Muster bestätigt, dass die CO2-Story ein grosser Schwindel sei um die Menschen abzuzocken und zu knechten.
Natürlich wird auch in der Wissenschaft gelogen, intrigiert und zurechtgebogen, wie überall wo es um Macht, „Ehre“ und Geld geht. Ein Doktortitel macht nicht immun gegen menschliche Schwächen. Nur einfach gestrickte Menschen glauben, dass bei der Klimaforschung nicht geschummelt wird.
Doch was soll’s? Die Gletscher schmelzen, die Jahreszeiten haben sich im Schnitt gewandelt. Um das zu sehen, brauche ich nicht Forscher zu sein. Und angesichts dessen, dass wir es in ein paar Jahrzehnten geschafft haben, die Hälfte der fossilen Energie, die über Jahrmillionen in der Erde in Form von Kohle, Erdgas und Öl gespeichert war, in die Luft zu blasen, scheint es mir auch wahrscheinlich, dass heute mehr CO2 in der Luft ist, als vor der Industrialisierung.
Aber ob da ein Zusammenhang besteht, ist mir inzwischen egal. Nachdem ich jahrelang in einem Sparwägelchen, eigentlich bloss ein fahrender Ventilator, unterwegs war, bin ich auf einen Achtzylinder umgestiegen. Ich möchte an der Vernichtung der verbleibenden Hälfte Öl auch meinen Spass haben, auch wenn ich meinen Wagen nur wenig benutze. Auch habe ich einen Lebensbedarf an Glühbirnen gekauft, da ich meine alten Tage bei vernünftigem Licht verbringen möchte und nicht meine Augen mit sogenannten Sparlampen quälen will. Auch das Jacuzzi bleibt auf wohlige 36 Grad geheizt. Wenn ich die nächtliche „Lichtverschmutzung“ sehe, herrscht wohl kaum ein akuter Strommangel.
Wie schon oft in diesem Blog geschrieben: Das Narrenschiff lässt sich nicht aufhalten und dem Universum ist es wurscht, ob ich Achtzylinder fahre oder nicht.
Wir Menschen werden unweigerlich den langen Marsch zurück ins Olduvai Tal antreten. Wir könnten den Abstieg wohl etwas sanfter gestalten, den Weg etwas verlängern, aber wollen tun das nur Wenige. Denn langfristig gesehen sind wir sowieso alle tot.

Eine fröhliche konsumorientierte und Klingelton angereicherte Woche. Euer Traumperlentaucher.

2009-11-10

Nur die Wahrheit kann man leugnen

Von traumperlentaucher @ 07:36 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Der Klima-Hype wird immer verrückter. Das Verbot der Glühbirnen war nur ein Vorgeschmack. Wissenschaftler wollen Kühen Gasmasken umhängen, um die Methanrülpser einzufangen, damit das Gas nicht in die Atmosphäre gelangt, andere fordern gar den vollständigen Verzicht auf Fleischverzehr. In England wird darüber gesprochen, jedem Bürger eine CO2-Karte zu geben, die er bei jedem Kauf vorweisen muss. Ist sein Jahreskontingent aufgebraucht muss er Strafe zahlen. Im Prinzip eine Gebühr zum Atmen.
Die, welche am von Menschen gemachten Klimawandel zweifeln, werden nicht etwa Klimaskeptiker genannt, sondern Klimaleugner. Es würde mich nicht verwundern, wenn man dieses „Leugnen“ verbieten und unter Strafe stellen würde, wie das Leugnen des Holocaust.
Doch nur die Wahrheit kann man leugnen. Alle behaupten zwar, sie zu besitzen, die Religionen, die Wissenschaft, die Verschwörungstheoretiker, die Politiker, die Werbefritzen, die Ökonomen, Experten aller Couleur, doch mich beschleicht der Zweifel.

Vielleicht gibt es gar keine Wahrheiten in einer Welt, die so kompliziert ist, dass wir nur einen winzigen Teil davon wahrnehmen und davon kaum etwas begreifen können.
Mag sein, dass sich das Klima der Erde wandelt, wie es das immer gemacht hat in den vergangenen Millionen von Jahren. Gut möglich, dass der Mensch Anteil daran hat. Immerhin haben wir es bereits geschafft, die Hälfte allen Kohlenstoffs, der während Jahrmillionen in flüssiger oder fester Form in der Erdkruste gebunden war, in die Atmosphäre zu blasen. Und wahrscheinlich werden wir noch in diesem Jahrhundert den Rest auch noch verbrennen.

Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Nicht mit Technologie, nicht mit Gesetzen. Denn die Selbstzerstörung liegt in der Natur des Menschen. Die Eigenschaften, die uns an die Spitze der „Schöpfung“ gebracht haben, werden uns auch zerstören. Mehr noch: Die Selbstzerstörung ist ein Prinzip des Lebens. Leben entsteht, wächst exponentiell und löscht sich am Ende selbst aus. Die Evolution ist tödlich.

Darum sorge dich nicht und lebe. Vielleicht wandelt sich das Klima – ob zu deinen Ungunsten oder Gunsten, ist noch offen – und vermutlich haben wir alle unseren Anteil daran. Doch bedenke, dass du in wenigen Jahren wieder zu Sternenstaub zerfallen wirst, genauso wie alle Menschen vor dir und nach dir – unabhängig davon, was sie getan oder nicht getan haben. Und da es wahrscheinlich keinen Gott gibt, spielt das auch keine Rolle.

Zudem wird sich die Klimafrage von alleine lösen, wenn die fossilen Brennstoffe verbraucht sind. Und die übrig gebliebenen Menschen werden, nachdem auch der Phosphor aufgebraucht ist, ihren Marsch zurück ins Olduvai-Tal antreten. Diese Entwicklung kann niemand aufhalten, den sie liegt in unseren Genen.

Fatalismus? Mag sein. Vielleicht ist es aber einfach die Altersmilde. Euer Traumperlentaucher

2009-11-09

Das Supermann-Syndrom

Von traumperlentaucher @ 08:07 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs, sagte der Londoner Sunday Times in einem Interview unter anderem,
Banken würden nichts anderes als Gottes Werk verrichten.
Damit ist er in bester Gesellschaft. Das Gottessyndrom ist weit verbreitet, wie ich bereits in einem früheren Blogbeitrag dargelegt habe. Erstaunlich nur, dass es so offen zu Tage tritt.
Quasi eine Unterkategorie des Gottessyndroms ist das Supermann-Syndrom. Macht braucht‘s dazu nicht. Geld allein reicht. Man muss es nicht einmal selbst „verdient“ haben, wie der Fall des verhafteten Playboys in Zürich zeigt. Bereits mit Papas Geld kann man der Illusion anheimfallen, man könne tun und lassen was man wolle und gehöre zur Kaste der Unberührbaren.
Ist ja auch einfach: Man kann tatsächlich kaufen, was man will und die Frauen am Fließband flachlegen. Alles Sumaluschas wie Models und Missen, natürlich. Die reißen sich darum, dem Supermann zu blasen und sind dann bass erstaunt, wenn dieser die scharfen Bilder vom flotten Dreier als Jagdtrophäen präsentiert.
Aber eigentlich braucht es noch viel weniger, um zumindest für einen kurzen Augenblick dem Supermann-Syndrom anheimzufallen: Ein geleaster Luxusschlitten reicht schon. Damit kann man auf der Überholspur Kleinwagen wie Hühner verscheuchen und bald kommt auch schon das Gefühl auf, einem könne garnix passieren, auch nicht bei Regen und 180km/h. Natürlich blasen auch in diesen Fällen die Missen. Die, die einen Milliardärsohn nicht von einem Plattenleger unterscheiden können.
Wie sagte doch kürzlich unser Bundesrat Moritz Leuenberger: Geld regiert die Welt.
Um das zu merken, braucht man aber kein Bundesrat zu sein.

Eine tolle Woche und viel Kohle. Euer Traumperlentaucher.

2009-11-07

Immer diese Experten

Von traumperlentaucher @ 14:18 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Da geisterte doch kürzlich folgende Meldung durch unsere Qualitätsmedien:
„Die Experten erwarten für die nächsten Jahre ein deutliches Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und deshalb eine höhere Nachfrage. So soll der Personenverkehr bis 2030 auf der Straße um 20 Prozent und auf der Schiene um 45 Prozent zunehmen.“
Woher zum Teufel wissen die das? Und wer sind eigentlich diese Experten, die immer etwas erwarten?
Sind das bloß Hirngespinste der Journalisten oder Interessenvertreter aus Politik und Wirtschaft, die zwecks Meinungsmanipulation „Expertenmeldungen“ an Presseagenturen verschicken?
Oder sind es tatsächlich Wissenschaftler, die aus Profilierungssucht diese Erwartungsnachrichten verbreiten? Vielleicht, denn die Wissenschaft stellt ja nichts anderes dar, als den aktuellen Stand des menschlichen Irrtums.
Oder ist vielleicht gar jeder, der etwas erwartet, ein Experte? Ich sitze am Bahnhof und erwarte den nächsten Zug. Meine Frau erwartet ein Kind. Der Bauer erwartet einen milden Winter.

Nein! Ich denke, „Experte“ ist nichts anderes als ein moderner Ausdruck für Propheten und Wahrsager. Wobei die einfacheren Gemüter unter ihnen das Offensichtliche erwarten, die Komplizierteren das Widersinnige und die Verrückten die Verwirklichung ihrer Wunschträume.

Bei den oben erwähnten Experten scheint es sich um die Unterart „Bahnpropheten“ zu handeln.
Hoffen wir, dass ihre Prognosen nicht eintreffen werden. Denn das würde beuten dass:

a) Die Bevölkerung in unserem überfüllten Land noch wesentlich steigen würde (>10 Mio) oder
b) Wir aus irgendwelchen Gründen viel mehr Zeit in Staus oder überfüllten Zügen verbringen werden. Oder
c) = a + b

Ein gemütliches, verregnetes Wochenende. Euer Traumperlentaucher.

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