2009-11-09

Das Supermann-Syndrom

Von traumperlentaucher @ 08:07 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs, sagte der Londoner Sunday Times in einem Interview unter anderem,
Banken würden nichts anderes als Gottes Werk verrichten.
Damit ist er in bester Gesellschaft. Das Gottessyndrom ist weit verbreitet, wie ich bereits in einem früheren Blogbeitrag dargelegt habe. Erstaunlich nur, dass es so offen zu Tage tritt.
Quasi eine Unterkategorie des Gottessyndroms ist das Supermann-Syndrom. Macht braucht‘s dazu nicht. Geld allein reicht. Man muss es nicht einmal selbst „verdient“ haben, wie der Fall des verhafteten Playboys in Zürich zeigt. Bereits mit Papas Geld kann man der Illusion anheimfallen, man könne tun und lassen was man wolle und gehöre zur Kaste der Unberührbaren.
Ist ja auch einfach: Man kann tatsächlich kaufen, was man will und die Frauen am Fließband flachlegen. Alles Sumaluschas wie Models und Missen, natürlich. Die reißen sich darum, dem Supermann zu blasen und sind dann bass erstaunt, wenn dieser die scharfen Bilder vom flotten Dreier als Jagdtrophäen präsentiert.
Aber eigentlich braucht es noch viel weniger, um zumindest für einen kurzen Augenblick dem Supermann-Syndrom anheimzufallen: Ein geleaster Luxusschlitten reicht schon. Damit kann man auf der Überholspur Kleinwagen wie Hühner verscheuchen und bald kommt auch schon das Gefühl auf, einem könne garnix passieren, auch nicht bei Regen und 180km/h. Natürlich blasen auch in diesen Fällen die Missen. Die, die einen Milliardärsohn nicht von einem Plattenleger unterscheiden können.
Wie sagte doch kürzlich unser Bundesrat Moritz Leuenberger: Geld regiert die Welt.
Um das zu merken, braucht man aber kein Bundesrat zu sein.

Eine tolle Woche und viel Kohle. Euer Traumperlentaucher.


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