2009-10-29

Oink Oink Oink

Von traumperlentaucher @ 08:44 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Die Grippe ist eine schwere und gefährliche Krankheit. Der Orkan Lothar fegte gerade übers Land und die Computer-Absturzangst vor dem nahenden Jahr 2000 grassierte, als sie mich erwischte. Es war eine persönliche Katastrophe und ich möchte nie wieder mit der Grippe etwas zu tun haben.
Trotzdem werde ich mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Ich werde nicht an diesem medizinischen Großversuch der Pharmaindustrie teilnehmen.

Wieso? Reines Bauchgefühl. Es ist das Gefühl, dass bei dieser Sache etwas nicht stimmt. Ein Fehler in der Matrix?
In Deutschland gibt es zwei Sorten Impfstoff: Einen für die Regierung und einen für das Volk. Hierzulande wird es nicht anders sein, sofern sich die Eliten überhaupt impfen lassen. Auch Obama lässt ja seine zwei Kinder angeblich nicht impfen. Kein Wunder. Empfiehlt er doch die blaue Pille, hat aber selbst die rote gewählt ;-)

Auch die Ärzte, die ich kenne, reagieren seltsam. Einer hat mir gestanden, dass er sich nicht impfen lassen wird, mein Hausarzt will die Patienten persönlich impfen, obschon er die „normale“ Grippeimpfung immer seinen Assistentinnen überlässt und als ich kürzlich meine Partnerin mit Anzeichen einer Grippe zum Arzt fuhr, wollte der gar nicht wissen, ob das vielleicht die Schweinegrippe sei. Die Laboruntersuchung dauere zu lange, sei zu teuer und überhaupt nütze das nichts, da sie alle Ansteckbaren schon längstens angesteckt habe.
Mich hat sie nicht und wenn‘s denn die Schweinegrippe war, so bin ich vermutlich immun dagegen.
Welch krasser Gegensatz zu dem Bild an der Praxis eines Deutschen Arztes: Menschen, die eine Schweinegrippe bei sich für möglich halten, haben keinen Zutritt zur Praxis – bitte vier Mal klingeln und in gebührendem Abstand draußen warten!“, steht da.

Die Medizinwelt scheint sich überhaupt nicht einig zu sein: So erfährt man zum Beispiel, dass sich die Angestellten des Paul Ehrlich Institutes “sicheren” Impfstoff spritzen lassen, nachdem der Präsident des Instituts Johannes Löwer die Wirkung der Impfung als schlimmer als der Virus bezeichnete. Und der Lungenspezialist Wolfgang Wodarg sagte, der Impfstoff würde das Krebsrisiko erhöhen. Die Nährlösung um den Impfstoff herzustellen würde aus Krebszellen von Tieren stammen. Aus Schweden werden derweil erste Impftote und schwere Nebenwirkungen gemeldet.

Ich habe vor ein paar Jahren eine Impfstoff-Fabrikation besucht und mit der Leitung gesprochen, auch über eine mögliche Pandemie. Der Prozess ist sehr delikat und langwierig. Damit der jährliche Grippeimpfstoff im Herbst zur Verfügung steht, muss im Frühjahr begonnen werden. Die Mitarbeiter müssen auf Sommerferien verzichten. Innert kurzer Zeit genügend Impfstoff für eine Pandemie herzustellen, schien den Verantwortlichen damals unmöglich.
Bei der Schweinegrippe ging‘s nun doch. Der Impfstoff wurde in größter Hast zusammengebraut und mit quecksilberhaltigen Wirkverstärkern gestreckt. Für Tests blieb natürlich keine Zeit. Dieser Panscherei werde ich mich nicht aussetzen. Da setze ich lieber auf eine ausgiebige Desinfektion. Ich habe noch einen ausgezeichneten Pflümli (Pflaumenschnaps) im Keller, ohne Wirkverstärker, notabene.
Oink, Oink, Oink. Euer Traumperlentaucher

Bild: von Bara Bara und Staubfinger

2009-10-28

Blaue und rote Pillen

Von traumperlentaucher @ 07:58 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“ Morpheus zu Neo im Film Matrix

Haben wir nicht alle ab und zu dieses Gefühl, dass irgendetwas mit der Welt, in der wir leben, nicht stimmt?
Die meisten verdrängen wohl dieses unbestimmte Gefühl. Andere fliehen davor in den Materialismus oder auf die gegenüberliegende Seite: in die Spiritualität.
Wir sind ja nicht Neo, dem Morpheus das Angebot macht, zwischen zwei Pillen zu wählen: einer roten und einer blauen. Die blaue Pille ist für ein unbeschwertes Weiterleben in der Matrix, die rote für die Wahrheit. Neo wählt die rote Pille.
Obama jedoch, empfiehlt den Menschen, die blaue Pille zu schlucken, wie folgender Film beweist. Es ist kaum anzunehmen, dass der amerikanische Präsident den Film Matrix nicht kennt und einfach so daher redet.
Doch was bedeutet die blaue Pille? Sie bedeutet, dass wir aufhören unser Leben zu hinterfragen, aufhören kritisch zu sein gegenüber der Welt und ihren Protagonisten. Sie bedeutet, blauäugig alles zu glauben, was uns erzählt wird: Von der Kirche, den Medien, den Politikern, den Vertretern der Weltkonzerne und der Werbung. Alles für blaue Münze zu nehmen, was uns über Gut und Böse, über Krieg und Frieden erzählt wird. Oder über Impfstoffe, Gentechnik und Klima, um ein paar konkrete Beispiele zu nennen. Und sie bedeutet auch, einfach unser kleines Leben zu leben und folgsam das Zahnrädchen im großen Getriebe zu spielen, das eine Maschine antreibt, die wir nicht kennen und die einem Ziel entgegenstrebt, von dem wir nichts wissen.
Was mich betrifft: Ich habe die rote Pille gewählt. Obschon ich weiß, dass man sich in der Matrix leicht verirren kann und es gefährliche Punkte gibt, denen man nicht zu nahe kommen sollte. Aber ich vertraue auf meine Träume. Und ich werde euch weiterhin rote Pillen in meinem Blog anbieten, oder zumindest Träume von roten Pillen.

Schon wieder mitten in der Woche? Manchmal scheint mir, es drehe ein verrückter Maschinist am Rad der Zeit. Euer Traumperlentaucher

Bild: Früher konnte man zwischen Fichten und Föhren Hirsche röhren hören.
Doch Röhren gingen verloren, längst haben Hirsche Transistoren.
Auch Pilze habe ich keine gefunden, vermutlich sind sie mit den Röhren entschwunden.

2009-10-25

Das merkwürdige Unbekannte

Von traumperlentaucher @ 20:07 [ Bücher ]


Das Eszett ist nach Gabel, Löffel und Messer nicht etwa ein viertes Besteck, sondern ein Buchstabe, den hier in der Schweiz keiner braucht, aber jeder kennt, der Bücher liest.
Ein seltsames Zeichen, dieses ß. Irgendwann ist es mal ausgestorben und keiner weiß warum. An den Schulen wird es nicht gelehrt, auf den Tastaturen der Computer ist es nicht zu finden und in den hiesigen Zeitungen auch nicht.
Nur beim Schreiben von SMS findet es manchmal Verwendung: Es spart einen Buchstaben. Doch die zugehörigen Regeln kennt kaum jemand. Auch ich nicht. Ich lasse mir die ß durch das Korrekturprogramm setzen. Ich habe bereits genug mit den Helvetismen zu kämpfen.

Doch in Büchern wird es verwendet, auch wenn sie aus einem Schweizer Verlag stammen. Denn sie sollen ja auch in Deutschland gelesen werden.
Und so lesen wir diesen unbekannten Bekannten, ohne dass er uns auffällt. Wir überlesen ihn, so wie wir das meiste überlesen, was wir lesen.
Nicht nur das, was zwischen den Zeilen steht, nicht nur die Rechtschreibfehler, der immer flüchtiger werdenden Online-Journalisten, auch vieles was in den Worten steckt.
Denn schließlich liest doch jeder nur, was in seine Schublade passt. Die endgültige Nachricht entsteht eben im Kopf des Empfängers und nicht schon beim Sender.

Ich wünsche euch eine Wunderwoche. Euer Traumperlentaucher

2009-10-23

Führungsloser Tango

Von traumperlentaucher @ 16:39 [ Begegnungen ]


Gestern war ich bei Armin zu Besuch. Er wirkte säuerlich und als ich ihn nach dem Grund fragte, erklärte er:
„Meine Partnerin hat mich in einen Tanzkurs geschleppt.“
Ich war baff, nicht wegen dem Tanzkurs, sondern wegen der Partnerin. Armin hatte zwar in seinem Leben viele Frauenzimmer gekannt, doch seit seine angebliche Haushälterin ausgezogen war, war er zu einem Einsiedler geworden.
„Du hast eine neue Freundin?“
„Nicht direkt, auf jeden Fall nicht, was du darunter verstehst. Ich war ja nie ein Frauenheld.“
Das sah ich allerdings anders. Ich grinste wie die Katze in Alice Wunderland.
„Für Frauen war ich immer bloß ein Freund, einer dem sie ihr Herz ausschütten konnten, aber ich war nie ein Liebhaber. Zumindest kein guter.“
„Das ist vermutlich der bessere Part“, bemerkte ich, „aber bevor du dich ganz in Selbstmitleid auflöst: Was gefällt dir beim Tanzen nicht?“
„Ich kann nicht führen“, gestand er zerknirscht.
Ich lachte laut auf. Was zum Teufel hatte mein Freund wohl gegessen? Oder war seine neue Freundin ein Vampir?
„Du hast doch Firmen geführt. Du warst der Chef, und ausgerechnet du solltest Frauen nicht führen können? Das ist lächerlich. Vermutlich trittst du ihnen einfach auf die Füße oder du träumst beim Tanzen.“
„Nein, das ist es nicht, es liegt daran, dass ich nicht so geführt habe, wie du dir das vorstellst. Ich habe meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen manipuliert, sie auf einer emotionalen, subtilen Ebene angesprochen und dazu gebracht, das zu tun, was ich wollte.“
„Ja, ich weiß, du warst schon immer ein verdammter Manipulator. Doch beim Tanzen geht das nicht. Du musst deine Partnerin mit sanftem Druck und Gefühl leiten.“
„Ich weiß, ich weiß. Aber das funktioniert nicht. Sie leitet mich.“

Leider habe ich an diesem Abend seine neue Freundin nicht kennen gelernt. Ich bin gespannt auf die Dame.

Ein verträumtes Wochenende, mit oder ohne Tango. Euer Traumperlentaucher

2009-10-21

Vom Wasser lernen

Von traumperlentaucher @ 16:19 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Wasser bedeutet Leben. Ohne Wasser gäbe es nur Stein und Wüste. Doch Wasser muss rein sein, um Leben zu spenden. Ist es verunreinigt, bringt es den Tod. Doch Wasser kann sich selbst reinigen, indem es tief in die Erde dringt.

Auch unsere Gedanken sollten rein und klar sein. Lassen wir Böses in unseren Gedankenfluss eindringen, vergiften wir unsere Seelen. Meditation kann uns dabei helfen unseren Gedankenfluss zu reinigen und Klarheit zu erlangen, Klarheit über uns selbst. Aber wir müssen dabei tief eindringen und nicht nur an der Oberfläche bleiben.

Wasser hat tausend Gestalten. Vom feinsten Nebel bis zum Eiszapfen. Und doch ist es immer Wasser.

Oft sind wir blind, weil sich etwas in einer anderen Gestalt versteckt. Unsere Konditionierung lässt nur zu, dass wir sehen, was wir sehen dürfen. Wir sehen das Gute nicht, weil es in ungewohntem Gewand erscheint, wir sehen das Böse nicht, weil es sich geschickt tarnt und oft sehen wir die Liebe nicht, weil sie nicht unserem inneren Bild entspricht.

Wasser fließt und passt sich seiner Umwelt an. Doch schließlich kehrt es wieder dorthin, woher es gekommen ist.

Alles Leben fließt, passt sich an, wird größer und stärker, um schließlich wieder im großen Ozean aufzugehen, aus dem es gekommen ist. Das ist der ewige Kreislauf und wir können uns ihm nicht entziehen. Wenn wir wissen, woher wir gekommen sind, wissen wir auch, wohin wir gehen.

Wasser ist der Erde so nahe wie möglich. Es passt sich ihr an. Wasser kämpft nicht gegen die Erde, es arbeitet mit ihr zusammen.

Wenn wir Menschen überleben wollen, sollten wir der Erde nahe sein. Wir sollten nicht gegen sie kämpfen, sondern gemeinsam mit ihr unsere Zukunft schaffen. „Macht euch die Erde Untertan“, ist kreuzfalsch. Wir können die Erde auf Dauer nicht unterjochen oder gegen sie arbeiten. Dabei werden wir unweigerlich verlieren.

Mittwoch. Mitten in der Woche. Ein guter Tag mitten im Leben. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-19

Jack Wolfskin und der deutsche Abmahnirrsinn

Von traumperlentaucher @ 18:42 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Deutschland hat etwas, was wir nicht haben: Das Abmahnwesen, oder besser: Abmahn-Unwesen. Es dient hauptsächlich dazu, überzählige Anwälte zu bereichern und funktioniert folgendermaßen:
Wenn ich zum Beispiel eine Webpage betreibe und Artikel zum Verkauf anbiete und sich in den allgemeinen Geschäftsbedingungen oder sonstwo ein klitzekleiner Fehler einschleicht, oder wenn ich auf E-Bay etwas verkaufen möchte und gewisse Regeln nicht beachte, zum Beispiel ein geschütztes Markenzeichen oder Bild verwende, kann es passieren, dass ich von einer Anwaltskanzlei (hierzulande einfach Büro genannt) „abgemahnt“ werde. Entweder auf Auftrag eines Dritten oder in gewissen Fällen auch auf Eigeninitiative des Anwalts.
Der schickt mir dann eine sogenannte Unterlassungserklärung, in der ich versichern muss, diese „Untat“ nie mehr zu begehen und natürlich eine sogenannte Kostennote (hierzulande einfach Rechnung genannt). Unterschreibe und bezahle ich nicht, besteht die Gefahr, dass ich eingeklagt werde. Vorzugsweise in Hamburg, auch wenn ich in Stuttgart wohne. Denn in Hamburg leben offenbar die weltfremdesten Richter, die immer wieder zu Urteilen wider den gesunden Menschenverstand kommen.

Es gibt in Deutschland Anwaltskanzleien die machen offenbar nichts anderes als den lieben Tag lang das Internet zu durchforsten und Abmahnungen mit „Kostennoten“ zu verschicken. Gesalzene Rechnungen, so 500 bis 1000 Euronen liegen da leicht drin für den Wisch dieser Komiker, und die meisten Betroffenen machen in die Hose und zahlen.

Nun hat sich diesen deutschen Abmahn-Unsinn auch das Outdoor Bekleidungsunternehmen Jack Wolfskin zu Nutzen gemacht. Das Markenzeichen dieses Unternehmens ist bekanntlich eine Wolfstatze.
Bastler haben auf dem Internet verschiedene Dinge angeboten und sie mit einer Tatze verziert und wurden nun prompt durch eine von der Firma beauftragte Anwaltskanzlei abgemahnt und mit hohen Rechnungen eingedeckt.
Alles was einer Tatze ähnlich sehe, gehöre Jack Wolfskinn und sei geschützt.

Gott sei Dank lebe ich südlich des Rheins, sonst müsste ich jeden Morgen früh aufstehen und die Pfotenspuren der Marder und Katzen auf meinem Auto abwischen um mich nicht strafbar zu machen.

Jack Wolfskin hat nicht etwa vorgängig durch einen netten aber bestimmten Brief die Bastler darauf aufmerksam gemacht, dass sie ein geschütztes Markenzeichen verwenden würden und dass sie dies bitte unterlassen sollen – wie das ein vernünftiges Unternehmen tun würde. Aber vielleicht geht es denen ja so gut, dass sie etwas negative Publicity benötigen.

Ich werde mir auf jeden Fall das Unternehmen bei dem nächstens anstehenden Winterkleider-Kauf merken. Abgesehen davon gibt es meines Erachtens günstigeres in besserer Qualität.

Ab und zu schwappt übrigens dieser Abmahnwahn auch in die Schweiz über und die eine oder andere deutsche Anwaltskanzlei verschickt dann Abmahnungen über die Grenze.

In den meisten Fällen gehören solche Schreiben – und eventuell nachfolgende Mahnungen in die runde Ablage. Wer hierzulande etwas will, muss vor einem Schweizer Gericht klagen und zwar dort wo der Beklagte wohnt. Hier im Kanton Freiburg sogar wahlweise auf Deutsch oder Französisch, wobei der Beklagte die Wahl hat. Ein Abmahnwesen kennen wir, wie schon erwähnt, nicht.

Trotzdem empfehle ich, keine Raubkopien aus dem Internet runterzuladen oder gar zu verkaufen, und nur Texte und Bilder ins Internet zu stellen, deren Rechte man auch besitzt.
Sonst könnte es eines Tages auch hierzulande teuer werden – ohne dieses Unikum Abmahnwesen. Denn der Musikindustrie (Peak Musik ist vorbei) und den Bilderagenturen (alles wurde schon X-Mal fotografiert) geht es nicht gut und sie sind hypernervös.

Ob man in Deutschland Träume abmahnen kann? Euer Traumperlentaucher.


2009-10-18

Die Grenzen des Wachstums

Von traumperlentaucher @ 12:49 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Was kümmert uns überhaupt der Casinobetrieb der Banken, was kümmern uns die aufgeblähten Schulden. Das sind doch nichts als Zahlen, aufgeschrieben auf einem Papier oder aufgezeichnet auf der Festplatte eines Computers. Zahlen lassen sich ändern, ob mit dem Kugelschreiber oder einem Mausklick. Doch unsere Wirtschaft, die ist real. Die Fabriken funktionieren und produzieren, die Menschen konsumieren. Diese Krise ist nur künstlicher Natur. Herüber geschwappt in die Realität aus den Monopoly-Träumen gierzerfressener Banksterhirne. Happert die Konjunktur, muss der Staat sie ankurbeln - das ist seine Aufgabe - und alles wird wieder gut. Ob dabei zusätzliche Schulden entstehen, spielt keine Rolle, denn das sind bloß fiktive Zahlen, im Gegensatz zu unseren real existierenden Fabriken.“

Das ist die Sicht vieler rotgrüner Träumer auf unsere heutige Situation und die dunklen Krisenwolken am Horizont. Doch dahinter steht ein falsches Konzept unserer Welt, ein grundlegender Irrtum.

Alles muss bezahlt werden. Auch staatliche Konjunkturprogramme. Aber nur vordergründig mit Geld. Ja, wenn es nur das liebe Geld wäre, so würden die Schulden tatsächlich keine Rolle spielen. Geld lässt sich beliebig herbeizaubern, wie Staaten und Banken täglich beweisen.

Doch bezahlt werden muss aus der aktuellen physischen Wirtschaftsleistung. Und die ist keineswegs so flexibel wie Geld. Deren Betrag muss nicht nur für die tägliche Versorgung der Bevölkerung herhalten, sondern auch für den steigenden Aufwand zur Erneuerung unserer Infrastruktur, für den stetig steigenden Aufwand der Ressourcenschöpfung und für die ebenfalls stark steigenden "Kosten" der Umweltverschmutzung und Zerstörung.
Hier liegen die Grenzen des Wachstums verborgen und wenn die Kapazitätsreserven der Wirtschaft nicht mehr ausreichen, um all diese "Kosten" zu decken – physisch und nicht geldmässig – dann sind diese Grenzen erreicht.
Oder einfacher ausgedrückt: Wenn der Bauer immer mehr Zeit für die Reparatur seines Traktors und die Beschaffung des Diesels aufwenden muss, wird er immer weniger Getreide, Kartoffeln und Schinken produzieren.
Diese Grenzen des Wachstums haben wir erreicht. Die Schulden der Banken und Staaten sind nur ein Symptom.

Einen schönen Sonntag. Euer Traumperlentaucher.

2009-10-15

Bärenjagd

Von traumperlentaucher @ 10:20 [ Geld&Gold ]


Die Bärenjagd an den Börsen geht weiter und die Bullen jubeln. Die Kurse steigen und steigen und der Dow Jones hat wieder die Marke von 10000 überschritten. Ein Zeichen des Aufschwungs, meinen die Optimisten und die medialen Wirtschaftsexperten (Das sind die, die von der Krise erst aus den Zeitungen erfahren haben). Derweilen kippen die Skeptiker (Bären) der Börsenhausse reihenweise um. Nur die Permabären bleiben noch in ihren Löchern und shorten, doch auch ihnen geht langsam die Puste aus. Zwar hat sich an den fundamentalen Fact nichts verändert. Obschon die Politiker und die medialen Experten immer wieder das Ende der Krise ausrufen, ist die Situation schlimmer als zuvor. Die Chance, das Steuer noch herumzureissen wurde definitiv verpasst. Die Schuldenblase ist zum Zerplatzen aufgebläht und etliche Staaten kämpfen gegen den drohenden Bankrott.
Nur den Banken geht es gut, nachdem sie ihre Schulden an den Steuerzahler abgetreten haben. Darum sehen sie die Zukunft rosig, mit Gewinnen besser als in alten Zeiten, hirnrissigen Boni und möglichst ohne zusätzliche Regeln, die ihnen das Casino-Geschäft vermiesen würden. Doch die „Wirtschaft“ der Banken hat nichts mehr mit unserer realen Wirtschaft zu tun.
Darum steigen die Aktienkurse, obschon die Aussichten für die Wirtschaft zappenduster sind. Steigende Arbeitslosigkeit, höhere Steuern wegen der immensen Staatsverschuldung, bei gleichzeitigem Abbau staatlicher Leistungen, sind das was uns erwartet.
Woher die Menschen die Mittel hernehmen sollen, um mehr zu konsumieren und woher die Staaten das Geld nehmen sollen, um mit zusätzlichen Investitionen die Konjunktur zu stützen, bleibt ein Rätsel.
Das BIP (Bruttoinlandprodukt) wird steigen, erwarten die „Experten“. Wiederkehrendes BIP-Wachstum = Ende der Rezession = Aufschwung. Doch davon werden nur wenige profitieren. Was nützt mir ein BIP, das durch die „Dienstleistungen“ (Zockerspiele) der Banken gepusht wird?
Doch zurück zur Bärenjagd: Eine Hausse dauert solange bis der letzte Bär zur Strecke gebracht ist. Oder anders gesagt: Wenn das Gefühl der Skeptiker „Gewinn verpasst zu haben“ so groß wird, dass die meisten von ihnen noch auf den Zug aufspringen, dann ist der Crash nicht mehr weit.
Bald, denke ich, werden wir diesen Punkt erreicht haben.
Zudem verheißen die steigenden Gold- und Ölpreise und der Abschiedskampf des Dollars nichts Gutes.
Freut euch an den Farben des Herbstes, sie sind gratis. Euer Traumperlentaucher

Bild: "Aufgescheucht"

2009-10-12

Der Andere

Von traumperlentaucher @ 07:59 [ Träume ]


Gestern bin ich ihm zum ersten Mal begegnet, dem Anderen. Ich sah ihn schon von weitem durch das lichte Gebüsch des Uferwegs. Er ließ seine Beine über den Rand der Böschung baumeln und seine nackten Füße spielten mit dem Widerwasser. Neben ihm saß – zu meinem größten Erstaunen – ein Gesichtsloser. Mein Gesichtsloser? Ich spürte einen Stich Eifersucht. Wer war er, dass er mit meinem Gesichtslosen in meinem Traum sprach?
Leise trat ich an die Beiden heran und setzte mich zu ihnen. Es war mein gutes Recht, schließlich war es mein Fluss, dachte ich.
Als ich dem Anderen zum ersten Mal in die Augen sah, bemerkte ich, dass er gar nicht anders war. Ich kannte ihn sogar, auch wenn ich nicht wusste, wer er war.
„Was suchst du in meinem Traum?“, fragte ich und bereute gleichzeitig die Frage.
„Der Fluss ist kein Einzelstück“, gab er zurück.
„Natürlich nicht. Unzählige Flüsse strömen durch unendliche Länder. Doch der hier, das ist meiner.“
„Dein Lebensfluss, ja ich weiß. Aber es ist auch meiner. Wir teilen ihn uns, wir alle.“
„Wir alle?“, schrak ich auf. „Was soll denn das bedeuten?“
„Wir alle wie dich.“
Ein unheimlicher Verdacht formte sich in meinen Gedanken. War er mein anderes Ich? Vielleicht gar eins von Tausenden?
Doch da erhob er sich und verabschiedete sich von uns.
„Mein Weg ist noch weit. Ich muss gehen.“
„Warte! Nur einen Augenblick.“ Doch er war bereits verschwunden. Ich wandte mich an den Gesichtslosen, der immer noch reglos am Ufer sass.
„Wer ist der Andere? Ist er ein Teil von mir, ein anderes Ich? Einer meiner Vorfahren oder einer meiner parallelen Existenzen?“
Der Gesichtslose wandte mir sein Gesicht zu. Ein graues Nichts ohne Anhaltspunkte.
„Die Antwort findest du nur in dir selbst.“
„Wieso? Wieso kannst du mir nicht die Frage beantworten, wieso nicht der Fluss oder der Himmel über ihm?“
„Der Fluss, lieber Träumer, kann dir sehr wohl Antwort geben. Aber er fließt in dir selbst. Trinke aus ihm, wenn du nach Erkenntnis dürstest.“

Parabeln, nichts als Parabelträume. Vielleicht ist auch unsere ganze Wirklichkeit bloß eine Parabel? Euer Traumperlentaucher.


2009-10-10

Ende und Neubeginn

Von traumperlentaucher @ 14:24 [ Mitteilungen ]


Schon lange habe ich damit gerechnet, nun ist die Kündigung eingetroffen. Die Swisscom, mit ihrem Internet-Portal Bluewin, will ihre Blogs per Ende Jahr schliessen und löschen, auch den Traumperlentaucher. Aus betrieblichen Gründen, heisst es.
Leuchtet ein. War für die Swisscom nur Aufwand ohne Nutzen.
Immerhin hat sie nicht einfach ohne Ankündigung den Laden dicht gemacht. Das betrachte ich als betrieblichen Fortschritt.
Wie und ob es weitergehe, könne man noch nicht sagen, steht im Kündigungsschreiben, doch eines sei sicher: gratis werde es nicht mehr sein.

Ob gratis oder nicht: der Traumperlentaucher wird weiter leben, träumen und schreiben. Die Dateien sind gepackt, der Umzug vorbereitet. Wo es hingeht, werde ich in den nächsten Wochen entscheiden und kommunizieren.

Wo ein Ende ist, ist immer auch ein Anfang. Euer Traumperlentaucher





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