„Wichtig ist, dass es keine Panik gibt, die würde der Wirtschaft grossen Schaden zufügen.“ Der Minister schaute entschlossen in die Runde, als könne allein sein Blick eine Pandemie bannen. „Ausserdem haben wir zuwenig gesicherte Informationen.“
„Das stimmt“, meinte ein dicker Mann mit Hornbrille hinten in der Ecke, „am meisten Informationen haben wir, wenn alles vorüber ist.“
„Wir sollten jetzt handeln und nicht zuwarten. Die Krankheit verbreitet sich rasend schnell“, meldete sich der Oberarzt.
„Alle Fälle verlaufen mild, bei uns muss keiner sterben, unser Gesundheitssystem ist viel besser als in den Entwicklungsländern“, warf der Wirtschaftsboss ein. „Wir sollten nicht überreagieren.“
Der Minister nickte zustimmend. „Wir warten ab, was die anderen machen. Solange die Nachbarländer noch keine Notmassnahmen ergreifen, sehe ich keinen Handlungsbedarf.“
Der Oberarzt schüttelte vehement den Kopf. „Wir müssen handeln, Quarantäne an Flughäfen, Grenzen schliessen, Massenveranstaltungen untersagen, Schutzmasken an die Bevölkerung verteilen, Medikamente aufstocken.“
„Sie sind ja wahnsinnig“, explodierte der Wirtschaftsboss, „denken Sie doch an die Verluste in der Wirtschaft. Die Fabriken, die Restaurants, die Läden, die Touristen…“
„…ich denke an die Menschen“, unterbrach ihn der Oberarzt.
„Bitte meine Herren“, unterbrach der Minister den Disput, „wichtig ist, dass wir Ruhe bewahren. Es ist alles unter Kontrolle.“
„Genau“, warf der Dicke in der Ecke ein, „die Pandemie findet nur in den Zeitungen und im Fernsehen statt. Wir sollten Zensur anordnen.“
„Überlegtes Handeln ist jetzt wichtig. Schnellschüsse schaden nur,“ meinte der Wirtschaftsboss mit Blick auf den Oberarzt.
„Sie müssen den Pandemie-Alarm auslösen. Die Krankheit verbreitet sich rasend schnell“, drängte der Oberarzt.
„Meine Herren, ich sage es nochmal: wichtig ist, dass wir keine Panik auslösen. Ich werde die Angelegenheit mit meinen Kollegen besprechen und weitere Stellungnahmen von Experten einholen. Wir dürfen nichts überstürzen und müssen uns an die bewährten Abläufe halten.“
„Die Viren halten sich nicht an bewährte Abläufe“, murmelte der Oberarzt.
„Damit schliesse ich die Sitzung. Morgen sehen wir weiter.“
Ich setze auf Rum, das hat schon früher auf den Windjammern geholfen. Euer Traumperlentaucher.
Bilderrätsel von Mike, ausgegraben auf seiner Baustelle.