Das LEAP (
Laboratoire Européen d’Anticipation Politique)
warnt davor, dass die USA im Sommer 2009 zahlungsunfähig werden könnten, weil sie ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Schwarzseherei? Panikmache?
Bedenklich ist, dass das LEAP die laufende Krise vorausgesehen und in ihrem Ablauf richtig vorhergesagt hat.
Bedenklich auch, dass einige kleinere Staaten bereits nahe am Staatsbankrott stehen und laut nach Hilfe schreien.
Denn entgegen landläufiger Meinung können Staaten durchaus bankrott gehen. Da hilft auch die Druckerpresse nichts. Wird diese überstrapaziert ist Hyperinflation die Folge und am Schluss bricht die Wirtschaft zusammen. Simbabwe ist ein entsprechendes Beispiel. Dann müssen die Menschen von dem leben, was sie haben.
Auch die Schweiz ist nicht vor einem Staatsbankrott gefeit. Im Gegenteil!
Und unser Land hat nichts: keine Rohstoffe, nur eine auslandabhängige Industrie und ein total überdimensioniertes Bankgeschwür.
In den letzten Tagen habe ich – entgegen meiner Gewohnheit – ferngesehen.
Allerdings war es kaum zum Aushalten: Lügen, Schwindel, Arroganz und schlichte Inkompetenz.
Allein schon die arroganten Gesichter der Banker zu sehen und ihre blödsinnigen Antworten auf die bohrenden Fragen der Journalisten zu hören!
Die UBS ‚wirbt’ um Vertrauen und sagt trotzdem noch immer nicht die Wahrheit. Die Bank sei gut kapitalisiert (was immer das auch heißen mag) und habe eigentlich die Milliarden der Steuerzahler nicht nötig gehabt. Das sei eigentlich nur zur Image-Pflege und weil das Ausland das auch gemacht habe. Damit habe man Vertrauen (gekauft).
Daher auch kein Dankeswort und das weitere Beharren auf Millionenboni von diesem schrecklichen Kurer, einem Anwalt der Banker spielt.
Doch die Wahrheit ist, dass die UBS die Schweizer quasi als Geiseln genommen hat. Wäre der Staat nicht eingesprungen, wäre die UBS in wenigen Tagen illiquid geworden und hätte ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, das heißt, die Mitarbeiter hätten keine Löhne und die Kunden am Bankschalter kein Geld mehr erhalten. Bankrott! Ich weiß nicht, was an diesem Wort so schwer zu verstehen ist.
Und dann habe ich im Fernsehen eine Politikerin gesehen – den Namen habe ich Gott sei Dank vergessen – die eine aufziehende Rezession in Abrede stellte. Begründung: Der Schweiz gehe es ja zurzeit gut, sie verdiene jeden zweiten Franken im Ausland und in den vergangenen Jahren seien viele neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Eine dümmere Kuh ist mir noch nie über den Weg gelaufen.
Gerade diese extreme Abhängigkeit vom Ausland wird uns in der kommenden Wirtschaftskrise zu schaffen machen! Wenn’s der Weltwirtschaft schlecht geht, kauft uns unsere Waren niemand mehr ab und Rohstoffe haben wir keine. Wir sind nicht einmal in der Lage, unsere Bevölkerung zu ernähren. Auch der Notgroschen ist zur Hälfte weg: die Nationalbank wird sich noch dafür verantworten müssen, dass sie die Hälfte unseres Goldes verscherbelt hat.
Als die dumme Kuh dann noch behauptete, die vom Staat bei der UBS ‚eingesammelten’ Schrottpapiere würden wieder wertvoller, wenn man nur genügend lange warte und könnten dem Staat in Zukunft sogar Gewinne bescheren, habe ich mich eiligst von dem Hirnwaschkasterl entfernt.
Doch zurück zu den arroganten UBS-Managern: Die behaupten jetzt, zum x-ten Mal, sie hätten ihren Saustall aufgeräumt und die Bank sei jetzt wirklich sauber und ohne weitere Risiken und Nebenwirkungen etc blabla.
Ich glaube davon kein Wort. Die Apokalypse hat erst begonnen und wohin die Reise geht, können wir uns vermutlich in unseren schlimmsten Träumen nicht ausmalen. In einer Zeit, wo Staaten Bankrott gehen werden, die Wirtschaft weltweit auseinanderfällt, hat der kranke Dinosaurier UBS keine Chance. Doch in den arroganten Gesichtern der Manager spiegelt sich noch eine Welt, die nichts mit der Realität zu tun hat. Sie können der Wahrheit nicht ins Auge blicken: Das Ende ihrer glitzernden Bankenwelt, das Ende der golden Boys, das Ende der Master of the Universe.
Und dann verlangen diese Kerle noch ultimativ nach Vertrauen, ohne zu sehen, dass sie in den letzten Monaten und Jahren auf diesem Vertrauen geradezu herumgetrampelt sind. Vertrauen kann man nicht kaufen! Doch das will diesem Verein nicht ins Hirn.
Eine kleine Rückschau:
"Die Krisenresistenz unserer Banken ist einmal mehr eindrücklich. Wenn andere verstaatlichen und zum gefährlichen Gift riesiger Subventionen greifen, so setzen wir auf Wettbewerb, Flexibilität und Anreiz." Gerold Bührer in der aktuellen Weltwoche.
"Nein, die UBS wird nicht untergehen, weil sie die richtigen Schritte eingeleitet hat." Bundesrätin Doris Leuthard am 17.9. im BLICK
"Keine wichtige Bank befindet sich heute in Schieflage." Finanzdepartementssprecher Roland Meier am 15.10. in der «Handelszeitung»
"Da werden kaum Fakten recherchiert, sondern es wird skandalisiert." Bundesrat Moritz Leuenberger über die Rolle der Medien in der Finanzkrise in seinem Blog am 13.10. .
"Ich bin überzeugt, dass keine Schweizer Bank zusammenbrechen wird. Es geht dem Schweizer Bankensystem sehr gut." Pierre Mirabaud, Präsident der Schweizer Bankiervereinigung, am 12.10. im «Sonntag»
"Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder." Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am 10.10. im BLICK. Hoffentlich hat sie richtig geschlumpft, sonst soll Gargamel sie holen!
"Warum soll man Geld hineinpumpen, wenn es nicht nötig ist?" Bundesrat Couchepin am 9.10. in der «Tagesschau».
"Für uns waren die letzten zwei Quartale schwierig. Wir haben Kunden verloren. Doch jetzt haben wir die Basis, um diesen Trend umkehren zu können." UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am 4.10. im BLICK.
Tut mir leid, dass ich in der letzten Zeit die Perlen-Träume etwas vernachlässigt habe. Aber es ist leider Albtraumzeit. Euer Traumperlentaucher.
Bild: Segler über dem Mont Vully