2008-09-30

Nachrichten von der Front

Von traumperlentaucher @ 07:48 [ Mitteilungen ]


Zuerst die guten Nachrichten: „Wir werden nicht sterben und auch morgen wird wieder die Sonne aufgehen.“
Und jetzt die schlechten: Unsere Pensionskasse ist wahrscheinlich futsch, unsere Ersparnisse werden sich in Nichts auflösen und vermutlich werden wir auch arbeitslos.
Aber schließlich wird alles gut werden. Genauso wie in den Tausenden von Filmen und Filmchen, die wir uns reingezogen haben. Es gibt immer ein Happy End. Nicht für alle, aber mindestens für die Reichen und Schönen.

Den Nachrichten nach zu schließen, hat die Finanzkatastrophe jetzt den zweiten Gang eingelegt und gibt Vollgas. Noch diese Woche wird vermutlich in den dritten geschaltet. Ob die überladene Karre ein Vier- oder Fünfgang-Getriebe hat, werden wir sehen.

Gestern konnte ich übrigens mein Vreneli nicht tauschen. Als ich endlich, nach einer Stunde in der Schlange, dem Schaltermensch gegenüber stand, waren keine Dollar mehr da. Außerdem sagte mir der Mensch, nachdem er mein Vreneli genau unter die Lupe genommen hatte: „Ihr Goldvreneli hat ein kleines schwarzes Loch, das können wir nicht mehr zurücknehmen.“
Ich hoffe nun, dass das schwarze Loch nicht grösser wird und mein Vreneli ganz auffrisst. Vielleicht kann ich es ja beim Bauern nebenan gegen einen Sack Kartoffeln tauschen oder dafür meine Schuhe neu besohlen lassen.

Auf dem Rückweg habe ich dann noch den EC-Automaten gescheckt. Alles im grünen Bereich, er spuckte Geldscheine wie immer und ratterte dazu fröhlich vor sich hin. Zu Hause angekommen konnte ich feststellen, dass der Wasserhahn noch lief, die Musik noch aus dem Radio dudelte und die Toilettenspülung immer noch defekt war. Auch die Katzen waren gefräßig wie immer. Mäuse sind also noch genügend da.
Es ist alles noch in bester Ordnung. Die Finanzkatastrophe spielt sich bloß im Fernsehen ab. Und das habe ich vorsorglich ausgeschaltet.
Um sicher zu sein mit der Zwickzange beim Kabelanschluss.

Gestern hat mir Armin noch einen wertvollen Aktientipp gegeben: „Du musst Aktien der Glückspost kaufen.“
Vermutlich hat er Recht. Ich überlege mir auch, ob ich nicht bei den Misswahlen einsteigen will. Natürlich nicht als Miss, dafür habe ich zuviel Haare auf der Brust. Die Missen haben jetzt Hochkonjunktur und bald wird jede Woche irgend eine Miss gewählt. Good shot, nice Miss. Gilt auch für die Finanzmärkte.

Voilà, das waren die neusten Nachrichten von der Front. Haltet die Ohren steif! Euer Traumperlensprecher.

2008-09-29

Klick

Von traumperlentaucher @ 05:51 [ Geld&Gold ]


Heute tausche ich mein Goldvreneli gegen Dollar. Nachdem Hanky&Bernanky die Wallstreet und damit die Welt vor dem Kollaps gerettet haben, wird der Greenback in den Steilflug übergehen. Er kann gar nicht anders.
Wenn die Zinsen gesenkt werden, steigt er, wenn sie steigen, steigt er auch. Und je mehr die Amis Geld drucken, desto tollar fliegt auch der Dollar.
Er ist die einzige Währung der Welt, in der man unbegrenzt Schulden machen kann. Das ist jetzt bewiesen. Das soll ihm der Teuro mal nachmachen. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob die Amis die Schulden eines Tages zurückzahlen können oder wollen. Das ist wie bei uns in der Schweiz: wir bezahlen unsere Hypotheken auch nie ab.

Natürlich entsteht auch der Dollar wie alle anderen Währungen aus dem Nichts.
Gedruckt wird dabei nur ein kleiner Teil. Der grössere, das heißt, die grösseren Zahlen werden von einem Sachbearbeiter des FED einfach an einem Computer eingetippt – und schwups ist neues Geld entstanden. Doch im Gegensatz zu allen anderen Währungen ist der Dollar gedeckt. Nämlich durch die Marines! Außerdem ist er die Weltreservewährung. Das heisst nicht etwa, dass wir ihn unter der Matratze in Reserve halten müssen. Aber die Zentralbanken müssen. Sie müssen ihn kaufen – sonst bringen die Marines eine Portion Demokratie vorbei. Doch das Interessanteste ist, dass man mit dem Dollar Öl kaufen kann. Wenn die Amis also Öl wollen, tippt der Sachbearbeiter beim FED eine große Zahl in den Computer, drückt auf ‚Senden’ und schon drehen die Saudis den Ölhahn auf. So einfach ist das: Mausklick gegen Öl.

Auch die Chinesen liefern ihre vergifteten Spielzeuge und Hundebiskuits gegen Mausklick. Die haben inzwischen so viele Klicks gesammelt, die können gar nicht mehr anders. Wenn sie aufmucken, machen die Amis rasch einen Doppelklick und schwups, der Dollar ist plötzlich weniger wert. Das würde den Chinesen gar nicht gefallen, wenn sie für ihre Ware plötzlich nur noch einen halben Klick bekämen.

Allerdings werde ich mein Goldvreneli heute nicht gegen einen Mausklick tauschen, sondern ganz traditionell in schön grüne Scheine. Ich mag den Duft des Geldes (es stinkt übrigens viel weniger als die meisten denken) und ich mag den treuherzigen Blick von George Washington. Darum werde ich nur 1-Dollar-Noten nehmen.

Das wird eine tollare Woche. Euer Traumperlentaucher.

2008-09-28

Wir sind gerettet!

Von traumperlentaucher @ 08:51 [ Geld&Gold ]


Der Rettungsplan steht, alles wird gut. Unsere Ersparnisse und Renten sind gesichert, ab nächste Woche läuft die Welt wieder rund. Zwar ist die Krise noch nicht ganz vom Tisch, doch das Schlimmste ist überstanden.
Jetzt ist es höchste Zeit, wieder in Aktien zu investieren. Vermutlich werden wir nächsten Woche eine Aktienrallye an den Börsen erleben, die sich gewaschen hat. Einen Aufschwung, der in einen fulminanten Jahresendspurt münden wird. Es wäre doch zu schade, diese einmalige Gelegenheit zu verpassen. Also: Matratze hoch, Geld raus und ab zur Bank. Dort ist euer Geld am sichersten. Die haben auch noch diese interessanten Buchstabenpräparate an Lager: Securities heißen die.
Die Wirtschaftsaussichten sind nämlich nach wie vor blendend, denn die Finanzkrise hatte bisher kaum Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Das Bruttosozialprodukt steigt nach wie vor wie ein vollgepumpter Ballon. Das beweisen die Statistiker Tag für Tag. Auch der Immobilienmarkt in den USA wird sich rasch wieder erholen, denn schließlich müssen die Leute ja irgendwo wohnen. Ich kann übrigens nicht verstehen, wieso einige Banken unbedingt ihre Subprime-Papiere los werden wollten oder diese einfach abschrieben. Dabei weiß doch jedes Kind, dass man ein Wertpapier nur lange genug halten muss – es bekommt mit der Zeit immer den Wert, den es verdient. Und was runtergeht muss auch wieder rauf – alte Börsenregel (nicht zu verwechseln mit der fast gleich lautenden Pilotenregel)!.
Gold hingegen wird schwierige Zeiten erleben. Denn erstens ist es kein Geld, trägt keine Zinsen und man kann es nicht essen. Das sollte auch die UBS wissen. Auch die Industrie braucht es kaum mehr, abgesehen vom unnötigen Vergolden von Steckern für ein paar Stereospinner. Überhaupt ist die ganze Rohstoffhausse zu Ende. Natürlich auch beim Öl. Denn die meisten Autohersteller sind mit Hochdruck daran, Elektrofahrzeuge zu entwickeln und in zwei, drei Jahren werden wir alle elektrisch fahren und die Araber können dann ihr Öl saufen. Wichtig ist jedoch, dass die Zentralbanken die Autofabriken in der Übergangsphase mit Finanzspritzen am Leben erhalten. Sonst laufen die Manager davon.

Alles wird gut. Auch das Klima. Jetzt beginnen sogar renommierte Wissenschaftler an der CO2-Lüge zu zweifeln und die derzeit fehlenden Sonnenflecken tragen das ihre dazu bei. Macht euch auf einen harten Winter gefasst!
Doch zurück zu den Finanzmärkten:
700 Milliarden für die Rettung der wichtigsten Bank, Goldman Sachs, ist natürlich kein Pappenstiel. Doch ohne GS läuft nichts. Das weiß auch Henry Paulson, der amerikanische Finanzminister, denn schließlich war er dort mal CEO.
Lehman Brothers konnte man ja noch den Buch runter gehen lasen – war sowieso nur ein lästiger Konkurrent. Doch bei AIG, dem Versicherungskonzern, der eigentlich keine Versicherung ist, hörte der Spaß auf. Wenn AIG auch den Bach runter gegangen wäre, hätte sich GS zwanzig amerikanische Billionen ans Bein streichen müssen. Auch kein Pappenstiel.
Die Welt ist also gerettet, wie immer dank dem umsichtigen Verhalten der amerikanischen Regierung. Damit ist auch bewiesen, dass das System funktioniert. Unser Finanzsystem ist so gesund wie zuvor. Natürlich braucht es ein paar Regeln, denn die gewissenlosen Spekulanten haben uns einen gehörigen Schrecken eingejagt. Allerdings sollte dabei das richtige Augenmaß nicht verloren gehen. Die Entschädigungen der Bankmanager zu beschränken, ist kurzsichtig. Schließlich geben sie das Geld auch wieder aus und kurbeln damit die Wirtschaft an: Jachten und Privatjets fabrizieren wir in der Schweiz zwar nicht. Aber Luxusuhren und Steuerhinterziehungskonten, das sollten wir nicht vergessen. Und damit tragen wir unseren Teil zum Wohlstand der Welt bei.
Bei der ganzen Geschichte gibt es nur einen Wermutstropfen, beziehungsweise einige Flaschen davon: Was soll ich nun mit all dem Schnaps und den Zigaretten tun, die ich für den Untergang der Welt eingelagert habe? Da werde ich ja bis Weihnachten nie mehr nüchtern und unser kleines Dorf kriegt eine Dauerbenebelung.
Na ja, vielleicht kriegen wir ja doch noch ein schwarzes Loch, wenn die Wissenschaftler beim CERN ihre Maschine wieder repariert haben.

Euer hoffnungsvoller Traumperlentaucher.

2008-09-27

Die griesgrämigen Alten

Von traumperlentaucher @ 21:55 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Sie nörgeln an allem und jedem herum, sind nie zufrieden und quengeln wie kleine Kinder: die griesgrämigen Alten. Dabei geht es ihnen so gut wie keiner Generation zuvor. Aber sie können sich darüber nicht mehr freuen.
Kurz nach der Pensionierung fängt es an. Unruhig hasten sie umher und füllen ihre Terminkalender bis zum Überlaufen. Das Haus muss renoviert werden, Reisen müssen geplant und unternommen werden und immer sind sie auf der Suche nach irgendetwas in irgendeinem Einkaufstempel.
Das wäre ja alles in Ordnung, wenn sie nur nicht dauernd jammern würden. Der Rücken schmerzt wieder, der Nachbar ist zu laut, der Wasserhahn tropft. Nichts ist recht und niemand kann es ihnen recht machen. Und überhaupt war früher alles besser.

Früher dachte ich, Alzheimer wäre schrecklich. Doch jetzt würde ich es vorziehen, Alzheimer zu bekommen als so zu werden wie sie: zu einem unzufriedenen alten Sack, ohne Freude und Gelassenheit.

Noch ist Hoffnung. Euer Traumperlentaucher

2008-09-24

Wurzelbuch

Von traumperlentaucher @ 15:20 [ Träume ]


„Das ist das Wurzelbuch“, erklärte der Gesichtslose und drückte mir ein verzworgeltes Stück Holz in die Hände.
„Darin sind all deine Wurzeln aufgezeichnet, auch die kleinsten. Ihre Länge, ihre Zeit und ihre Dimension, aber auch die Schichten, aus denen sie genährt wurden.
„Was soll ich damit? Ich habe keine Wurzeln – ich bin wurzellos.
„Öffne es!“, forderte er mich auf. „Nur so kannst du es ergründen.“
Ich betrachtete misstrauisch das knorrige Stück, zog und zerrte daran und suchte nach einem Öffnungsmechanismus. Doch nichts ließ sich drehen, drücken, ziehen oder verschieben. Es blieb ein verschlossener Klotz.
„Es lässt sich nicht öffnen.“
„Es besitzt keinen Mechanismus in deinem Sinne“, erklärte der Gesichtslose geduldig, obschon seine Hände bereits zitterten. Doch das war vermutlich auf die fehlenden Zigaretten zurückzuführen. „Die Jüngste zuerst und dann weiter, immer weiter zurück durch die Reihe der Ahnen, von Tod zu Geburt, bis zur allerletzten Wurzel. Dann wirst du auch erkennen, dass du nicht wurzellos bist, wie du behauptest, sondern das Resultat all deiner Wurzeln.“
„Das ist eine Lebensaufgabe“, monierte ich.
„Mehr als das, mein Freund, mehr als das.“ Ich glaubte dabei sein Lächeln zu spüren, obschon in seinem Nichtgesicht keine Regung zu erkennen war.

Als ich aufwachte fiel mein Blick auf einen Holzbalken an der Decke. Er war fein gemasert.

Nicht jeder ist aus dem gleichen Holz geschnitzt, doch alle aus Wurzelholz. Euer Traumperlentaucher

2008-09-23

Designlos

Von traumperlentaucher @ 05:52 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Manche Dinge sind zeitlos, andere designlos und einige schlicht geschmacklos.
Die Zeitlosen sind immer von gestern, die Geschmacklosen oft im Trend und die Designlosen beliebig austauschbar. Wie VW und Opel, zum Beispiel.
Selten besitzen Dinge gleich zwei oder sogar alle drei Attribute, denn meistens schließen sich diese aus. Um bei obigem Beispiel zu bleiben: Autos sind oft designlos aber selten geschmacklos, verströmen sie doch diesen wunderbaren Duft nach frischem Kunstleder. Zumindest solange sie neu sind. Später, wenn der Weichmacher aus dem Kunststoff entfleucht ist, riechen sie nur noch nach Benzin oder Diesel. Letzterer stinkt übrigens fürchterlich und würde ich gezwungen, von einem der beiden zu saufen, ich würde ohne Zögern Benzin wählen.

Doch es gibt sie, die zeitlos geschmacklosen Dinge ohne Design. Oft tragen sie ein Kulturmäntelchen. Da kotzt zum Beispiel einer in die Ecke eines Museums und ist fortan ein berühmter Künstler. Oder ein anderer lässt einige hundert nackte Arschlöcher auf einem Gletscher frieren und macht damit Furore.
Doch die Kunst hat schon immer ihren Sinn in der Sinnlosigkeit gesucht. Genauso wie die Fernsehreklamen.

Doch wie steht es mit unseren Träumen?
Sind sie nicht oft ohne Zeit, ohne Geschmack und ohne Design? Oder liegt das vielleicht daran, dass wir nicht tief genug tauchen?

Es lebe die Traumkultur. Euer Traumperlentaucher.

2008-09-22

Der langweilige Prinz

Von traumperlentaucher @ 06:09 [ Traumgeschichten ]


Er war ein Prinz, ein richtiger Traumprinz. Der Traum aller Schwiegermütter.
Doch jetzt läuteten keine Hochzeitsglocken. Er sass mitten im Wald auf einem Wurzelstock mit den Mundwinkeln auf zwanzig nach acht. Eine Träne kullerte über seine rechte Wange und tropfte auf einen Perlpilz zu seinen Füssen.
„Es gibt keine Hoffnung mehr“, schluchzte er.
„Dann steht es wirklich schlimm um dich“, flüsterte der Perlpilz.
Ich sass über den Beiden auf dem zweituntersten Ast einer Fichte und hörte gespannt zu. Die Szene wirkte leicht schwammig.
„Meine Prinzessin hat mich verlassen“, bemitleidete sich der Prinz.
„Wieso?“, platzte ich dazwischen. Mein Sitzast knackte verdächtig. Der Perlpilz hob seinen Hut und schielte erschrocken nach oben. Doch der Prinz achtete nicht auf seine Umgebung. Liebe macht ja bekanntlich blind.
„Sie ist mit einem Räuber weggezogen.“
„Räuber sind oft interessanter als Prinzen“, bemerkte ich.
Der Pilz mimte Entsetzen und zog seinen Hut weit ins Gesicht.
„Auch interessanter als Pilze“, schob ich nach.
Der Prinz schüttelte traurig den Kopf.
„Dabei schenkte ich ihr doch alles, was sie begehrte!“
„Langweilig“, bemerkte ich.
„Ja, das hat sie auch gesagt“, schniefte der Prinz, „ich sei langweilig.“

Eine spannende Woche ohne Anspannung! Euer Traumperlentaucher

2008-09-20

Kriegstrommeln

Von traumperlentaucher @ 08:26 [ Gedanken & Beobachtungen ]


"Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen."
Peter Scholl-Latour


Der Maulwurf hat sich gestern die Mühe genommen, einen ausführlichen Kommentar zu diesem Blog zu schreiben. Ein interessanter Text, den ich hier nochmals wiedergeben will:

Hallo Traumbergsteiger

Das muss alles gar nicht gutgehen. Dass dieses Kartenhaus zusammenbricht ist den Verantwortlichen in Washington so klar wie uns beiden. Das einzige was sie brauchen ist ein wenig Zeit um sich vorzubereiten...
Wenn man die gegenwärtige politische Lage ansieht, wird nämlich alles ziemlich durchsichtig.
Die Amerikaner und die Engländer versuchen schon lange Europa zu spalten. Das ich das nicht alleine so sehe, zeigte mir das Interwiew von gestern mit Egon Bahr, welcher als einer der Architekten der Entspannung im Kalten Krieg gilt:

Mit der Stationierung des Raketenabwehrschildes in Polen und der Tschechei haben die Amis den entscheidenden Keil eingeschlagen und zwar genau dort wo er sein muss. Zwischen den Russen und Westeuropa. Russland hat sich nämlich in den letzten Jahren als relativ solider Handels und Wirtschaftspartner für Europa erwiesen. Die Russen haben Staatsverträge in der Regel besser eingehalten als die Scheindemokraten von jenseits des grossen Teichs. Was der Sargnagel für die USA wäre, ist ein friedliches und geeintes Europa, in dem jeder mit jedem Handel treibt und das auf die USA nicht mehr angewiesen ist.
Amerika braucht deshalb einen Krieg um zu überleben. So bricht das gesamte Wirtschaftssystem zusammen und ALLE müssen bei null anfangen und nicht nur sie.
Die Amerikaner haben aber längst gemerkt, dass der Rest der Welt (ausser England) eigentlich keinen Bock auf Krieg mehr hat. Also muss man mit allen Mitteln einen NATO Bündnisfall konstruieren.
So ein Krieg würde selbstverständlich nicht auf US Territorium geführt, sondern zum Beispiel… in Georgien, in der Ukraine oder in Polen und der Tschechei. Wahrscheinlich wird sich Russland aufgrund seiner zunehmenden Isolation auch mit („Schurken“) Staaten wie Iran oder Pakistan verbünden. Die USA würden also in bekannter Manier als „Helfer“ mit ihrer gigantischen Militärmaschinerie die Erde umpflügen. Am Schluss liegt die ganze Weltwirtschaft am Boden und kann neu aufgebaut werde. Die Amerikaner haben auf ihrem Boden keine Schäden und können deshalb einen Blitzstart hinlegen und die restliche („dankbare“) befreite Welt am bekannten Gängelband führen.

Also: Was Washington braucht, ist nicht eine Rettung des Systems, sondern Zeit, um einen grösseren bewaffneten Konflikt zu „organisieren“.

Also wenn mal irgendwer mit den hirnamputierten Politikern in Polen und der Tschechei Klartext reden könnte, sähe die Zukunft für Europa nicht ganz so übel aus wie jetzt… Deren Argumente stammen nämlich allesamt aus dem Kalten Krieg und dieser wurde, wie allen mit einer durchschnittlichen Schulbildung bekannt sein sollte, von einem Georgier begonnen.
Für die Amerikaner und Engländer würde es natürlich etwas schitterer aussehen. Aber wir würden sie schon nicht verhungern lassen…

Dem muss ich größtenteils zustimmen - leider.
Es ist nicht zu übersehen, wie Russland von den USA und England zu einem Schurkenstaat gemacht wird, nachdem sie den Konflikt im Kaukasus angezettelt haben.
Inzwischen glauben die Amerikaner – Fox News sei Dank – das der SackArschWilly ein lupenreiner Demokrat und Russland der Aggressor ist. Genauso wie sie auch glauben, dass die Raketen in Polen und der Tschechei gegen den Iran gerichtet sind. Oder immer noch glauben, dass der Irak tatsächlich Massenvernichtungswaffen hatte und hinter dem 9/11 steckt.
Man muss eine Lüge nur lange genug wiederholen, dann wird sie zur Wahrheit.

Es gibt heute nur noch ein einziges Land, das die Weltherrschaft anstrebt: die USA. Sie sehen das als Mission. England ist dabei, weil es den Verlust seines Imperiums nie verdaut hat. Jetzt sehen sie die Chance, wenigstens als Vasall wieder dabei zu sein.
Aber wie stehts mit den anderen Payern, pardon Playern, in Old Europe?

Sarko ist zwar ein Ami-Fan, aber er wird Frankreich nicht verraten. Bei den Deutschen ist das schon etwas undurchsichtiger. Die Politiker scheinen sich vollständig vom Volk gelöst zu haben, abgesehen davon ist Deutschland immer noch ein besetztes Land. Italien zieht sich wie Münchhausen immer wieder selbst aus dem Sumpf und ist damit voll ausgebucht.

Doch jetzt ist vorerst mal Tilt - Game Over. Der Flipperkasten muss neu gestartet werden.

Euer Traumperlentaucher

Bild: Alpaufzug in Brattleboro, von Mike

2008-09-19

Das Finanztollhaus

Von traumperlentaucher @ 08:24 [ Geld&Gold ]


Die Bastion des Kapitalismus verstaatlicht eine Bank nach der anderen. Die Wallstreet wird zum Staatsbetrieb. Allerdings bisher ohne Plan. Das soll sich jetzt ändern: Die US-Regierung will nun eine riesige Auffanggesellschaft für den wertlosen Finanzschrott gründen. Die Börse wird bereits euphorisch: wie ein Junkie auf Entzug, der endlich wieder eine Spritze kriegt. Alles wird gut. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert, das heißt dem Steuerzahler aufgebürdet, wie es sich gehört. Ein Kommentator spricht heute Morgen sogar davon, dass das Vertrauen in die Banken bereits langsam zurückkehre.
Vermutlich wird auch der Dollar steigen. Ob das Defizit der USA nun um eine Billion zu oder abnimmt, spielt doch keine Rolle. Das Finanz-Casino hat sich längst in seine eigene Welt geflüchtet. Fundamentals zählen nicht mehr.

Doch vermutlich haben fundamentale Dinge in der Finanzwelt noch nie viel gegolten. Nicht in einer Welt wo irgendein Idiot einer staatlichen (!) Bank mit einem Mausklick noch rasch 300 Millionen Dollar überweisen kann, bevor sie endgültig pleite geht.
Doch jetzt wird das Casino vollends zum Tollhaus.
Das kann nicht lange gut gehen.
Wer ein totes Pferd reitet, sollte absteigen. Euer Taumperlentaucher

2008-09-18

Tilt – Game Over

Von traumperlentaucher @ 08:25 [ Geld&Gold ]


Habt ihr schon mal ein Kartenhaus einstürzen sehen? Nicht? Kein Problem. In diesen Tagen bricht nämlich gerade das Finanzkartenhaus zusammen.
Mag sein, dass nur der oberste Teil der gewagten Konstruktion einbricht. Doch das kann niemand wissen. Denn die Erbauer haben längstens die Kontrolle verloren.
Noch fallen die Karten in Zeitlupe, aber das kann sich rasch ändern. Wenn die Zuschauer, die auf die eine oder andere Karten gewettet haben, in Panik geraten, geht es ganz schnell.
Über die Ursachen habe ich in diesem Blog schon öfter geschrieben. Auch darüber, wie man sich meiner Ansicht nach auf die Stunde Null vorbereiten sollte. Jetzt ist es Zeit, sich über „den Tag danach“ Gedanken zu machen: The Day after Tomorrow. Ich nehme an, ihr habt Gold und Silber gekauft, als es noch günstig war, besitzt keine Papiere mehr mit komischen Namen, die euch ein Banker angedreht hat und habt eure Konten weitgehend „in Sicherheit gebracht“, das heißt nicht mehr bei einer verospelten Wackelbank. Ich vermute, ihr habt auch genügend Schnaps, Zigaretten und Konserven im Keller, ein Buch über Gartenbau und eine Schrotflinte.
Dann könnt ihr beruhigt die Füsse hochlegen, ein kaltes Bier zu euch nehmen, eine Packung Erdnüsse knabbern und die weiteren Ereignisse rund ums Kartenhaus beobachten.

Don’t Panic, but if you Panic, Panic first. Euer Traumperlentaucher

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