2008-06-29

Unter Tag

Von traumperlentaucher @ 16:41 [ Träume ]


Es schlug vierzehn Uhr als wir in den Bunker hinunter stiegen. Der Eingang befand sich am Rande des Amphitheaters und sah aus wie eine öffentliche Toilette. Doch sobald wir die Vereinzelungsanlage in Form eines Drehkreuzes passiert hatten, öffnete sich vor uns der Zugang zu einem Labyrinth unterirdischer Gänge und Kavernen.
Jeder erhielt von einem Uniformierten einen Fragebogen, ein persönliches Notfallset und einen Plan. Dann waren wir auf uns allein gestellt.
„Wir sollten unsere Quartiere suchen“, schlug Armin vor und sezierte sein Notfallset.
„Zuerst müssen wir die Fragebogen ausfüllen, meinte der Lange, der sich draußen beim Warten als „Mücke“ vorgestellt hatte.
Ich mischte mich nicht ein, mir war alles egal. Ich hatte nie in den Bunker gewollt und wäre es nach mir gegangen, wären wir in die Berge gefahren. Doch Armin hatte davon abgeraten: die Strassen seien verstopft.
„Vielleicht könnten wir im Sanatorium unterkommen“, hatte ich vorgeschlagen, doch Armin wollte davon nichts wissen. Nun waren wir hier. Rund um uns hasteten Neuankömmlinge durch die Gänge. Kinder kreischten, hypernervöse Mütter teilten Ohrfeigen aus und Väter fluchten in unverständlichen Sprachen. Es roch nach Schweiß, Deo und...Bier.
Armin zog uns in einen Seitengang. Die Lichter an der Decke zuckten nervös und aus einer angerosteten Leitung tropfte Wasser. Andere Menschen waren hier nicht zu sehen und bis auf das Tropfen war es still.
„Zuerst den Fragebogen. Wir müssen ihn drüben abgeben“, drängte Mücke.
„Scheiß auf den Fragebogen“, fuhr ihn Armin an. „Außerdem weiß ich nicht wo dieses ‚Drüben’ ist.“
In diesem Augenblick fiel mir glücklicherweise auf, dass ich träumte. Ich sah es den Lampen an – sie waren nicht angeschlossen und brannten trotzdem. Doch in was für einem verrückten Traum war ich hier gelandet und was zum Teufel hatte Armin in meinem Traum zu suchen?
Mücke begann im Gehen mit einem IKEA-Bleistift auf sein Formular zu kritzeln.
„Wie heißt der Vater von Donald Duck“, fragte er ohne aufzublicken.
„Degenhard“, murmelte ich und setzte mich auf eine Holzkiste in der Felskaverne, die wir gerade betreten hatten. Vor wem oder was laufen wir eigentlich davon und was suchen wir hier?“
„Es kam am Radio“, erklärte Armin.
„Wegen den Fragen“, meinte Mücke.
„Die A1 ist gesperrt“, sagte Armin und trat gegen die Kiste auf der ich sass. „Es ist Zeit aufzuwachen. Wir gehen Bier trinken.“
Ich öffnete mein linkes Auge. Armin parkte gerade im Schatten einer Platane vor einem Gartenrestaurant.
„Schlafmütze“, sagte er.
„Wo ist Mücke?“, fragte ich.

Zu heiß zum Träumen. Euer Traumperlentaucher

2008-06-26

Spice

Von traumperlentaucher @ 08:03 [ Traumgeschichten ]


Die Bittsteller kamen von allen bekannten Planeten, von IX, Richese, Walach 9, Kaitan, Rossak und natürlich von der Erde.
Sie warfen sich vor dem Herrscher des Wüstenplaneten auf die Knie, die Hüte in den Händen und baten um mehr Spice.
„Ohne Spice können wir nicht mehr reisen und unsere Wirtschaft steht still“, jammerte der Vertreter von Richese. „Dann kommt die Universalisierung zum Erliegen und die einzelnen Planeten versinken in der Isolation.
„Der Preis des Spice ist viel zu hoch. Sie allein sind in der Lage, genügend Spice zu fördern“, erklärte der Bittsteller von Walach 9. „Wenn wir es selbst herstellen in unseren Axolotl-Tanks, dann haben unsere Bewohner nichts mehr zu essen.“
Da meldete sich der Botschafter von der Erde, die ein Viertel der ganzen Spice-Produktion beanspruchte, zu Wort:
„Unser Way of Life steht auf dem Spiel und der ist nicht verhandelbar. Wir haben nun mal die grössten Sternenschiffe und auch die Piloten unserer riesigen Flotte brauchen das Spice.“
Das mit der Flotte war natürlich eine versteckte Drohung. Das wusste der Herrscher von Arrakis sehr wohl. Er musste einen Weg finden, diese Spice-Bettler abzuwimmeln. Doch das war nicht sein grösstes Problem.
Spice war nicht in unbegrenzten Mengen vorhanden. Zu Beginn des Spice-Abbaus hatte er gedacht, dass die Melange für Äonen reichen würde, bis ans Ende aller Zeiten. Seine riesige Familie mit all den Prinzen und Hofschranzen lebte in Saus und Braus und frönte dem Nichtstun auf ihren Megajachten.
Doch dann hatten er von den Fremen erfahren, dass die Spice-Vorräte viel geringer waren, als er gedacht hatte und dass sie bald zur Neige gehen würden. Wie sollte er das seiner Familie, wie sollte er das seinem Volk erklären? Es würde einen Aufstand geben und sie würden ihn in die finsterste Ecke des Weltalls jagen, wenn die Wahrheit ans Tageslicht käme.

„Es sind eure Spekulanten, die den Preis für Spice in die Höhe treiben“, erklärte er den Bittstellern. „Die Förderung entspricht der Nachfrage. Aber ich will ein Zeichen setzen und werde daher veranlassen, den Spice-Abbau zu beschleunigen.“
Er gab ihnen noch einige Zahlen betreffend Spice-Produktion und Vorräten mit auf den Weg, wohl wissend, dass diese nicht stimmten.
Auch die meisten Bittsteller ahnten, dass etwas mit diesen Zahlen nicht in Ordnung war. Mit zwiespältigen Gefühlen stiegen sie in ihre Schiffe und flogen zurück zu ihren Heimatplaneten.

„Er hat ein Problem“, sagte der Botschafter von Richese auf dem Rückflug zu seinem Adjutanten. „Wenn in Arrakis nichts anderes mehr als Sand zu holen sein wird, wird sein Volk untergehen. Und das könnte schon in wenigen Erdjahrzehnten der Fall sein.“
„Es ist auch unser Problem“, erwiderte der Adjutant. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen um unser Volk zu beruhigen.“
„Wie wäre es, wenn wir die Steuern auf Spice senken würden?“
„Das ist ein zweischneidiges Schwert. Dann werden die Menschen weiter unbekümmert Spice verbrauchen, anstatt zu sparen.“

Denn Göttern des schwarze Lochs sei Dank, wurden gerade die interstellaren Fußballmeisterschaften ausgetragen. Dieses Großereignis verdrängte das Spice-Problem rasch aus den galaktischen Nachrichten.

Vor vielen Jahrhunderten soll ein Prophet auf Arrakis erschienen sein. Ob er etwas über Spice gesagt hat? Euer Traumperlentaucher

2008-06-25

Veränderungsträume

Von traumperlentaucher @ 07:12 [ Träume ]


Ein LVE ist ein Lebensveränderungsentschluss, englisch LAD (Life Altering Decision). Der radikalste ist wohl das „Zigarettenholen“. Scheidungen, Häuser bauen oder verkaufen, Beruf wechseln, lebenslang gespartes Geld verjubeln, sich in gefährliche Abenteuer stürzen und Liebeserklärungen sind Unterkategorien. Suizid gehört allerdings nicht zu den LVE’s, da dieser das Leben nicht verändert sondern beendet.
LVE’s haben einen immensen Vorteil, gegenüber den üblichen Überraschungen, die das Leben verändern: wir können ihren Zeitpunkt bestimmen. Dazu müssen wir aber wissen, dass
LVE’s nie aus heiterem Himmel kommen, sie reifen. Manchmal gären sie auch. Doch viele merken von diesem Gärungsprozess nichts. Und dann wachen sie eines Morgens auf und stellen fest, dass sich ihre Welt verändert hat.
„Wir sollten uns trennen“, erklären sie der Freundin am Frühstückstisch. „Jetzt reicht’s!“, sagen sie zum Chef nach der Zehnuhrpause und gehen nach Hause, wo sie dann sturzbesoffen um Mitternacht ankommen.
LVE’s sind keineswegs schädlich und man sollte sie nicht vermeiden. Im Gegenteil! Sie eröffnen neue Horizonte. Wer nie einen LVE erlebt, verpasst eines der aufregensten Abenteuer, die das Leben zu bieten hat. Aber wir sollten die Kontrolle behalten.

Häufig künden sich LVE’s in Träumen an. Manchmal sogar in Tagträumen. Es lohnt sich auf solche Träume zu achten. So erkennt man frühzeitig den Alien der da in einem heranreift und nicht erst, wen er ausbricht.

Gute Reise. Euer Traumperlentaucher

Bild: Abkühlung von JoJo

2008-06-24

Wie bringe ich mein Unternehmen auf Vordermann?

Von traumperlentaucher @ 07:57 [ Erinnerungen ]


Du bist der Boss? Dein Laden läuft schlecht? Die falschen Produkte zur falschen Zeit am falschen Ort? Immer zu spät, dafür aber in schlechter Qualität?
Hier einige simple Tipps, die Abhilfe schaffen:

Verkauf
Ein Verkäufer der seine Produkte nicht kennt und sich nicht mit ihnen identifiziert, kann sie auch nicht verkaufen. Anstatt Umsatz wird er nur Spesen machen. Der beste Verkäufer ist übrigens ein zufriedener Kunde.

Palaver:
Erlaube maximal eine Sitzung pro Tag und die darf nicht länger dauern als eine Stunde
Lass dir von jeder Sitzung das Beschlussprotokoll zusenden: Wird nichts beschlossen und bloß Schwarzpeter gespielt, schaffe diese Sitzungen ab.

Entwicklung
Lass deine Kunden neue Produkte entwickeln anstelle deiner Ingenieure. Das ist billiger und der Kunde weiß am besten was er braucht. Weiß er es nicht, braucht er das Produkt auch nicht.

Zuviele Köche verderben den Brei.
Mache nur einen Einzigen verantwortlich für eine bestimmte Aufgabe. Aber gib ihm nur diese eine.

Fort mit dem Ballast
Nimm dir Zeit um die Abläufe in deinem Betrieb zu analysieren. Prozesse, die nicht zu besserer Qualität, höherer Effizienz oder mehr Verkäufen führen, kannst du ruhig abschaffen

Personal
Lass nie deinen Personalchef neue Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen anstellen. Das ist Chefsache. Er sucht sie, du stellst sie ein.

10% Regel
In jedem Betrieb gibt es 10% Mitarbeiter, die nur Blindleistung erzeugen. Finde sie und trenne dich von ihnen.

Bürokratie
Reglemente sind Chefsache. Jede neue Regelung muss vom Boss unterschrieben werden. Dann hört die Bürokratie automatisch auf. Trenn dich von Mitarbeitern mit dem Hang, Reglemente zu schreiben anstatt produktiv zu arbeiten.

Ärger mit dem Konzern
Dein Unternehmen gehört zu einem Konzern? Da gibt es eine eiserne Regel: Wenn du outsourcen musst, lass nie im eigenen Konzern produzieren, entwickeln oder was auch immer. Denn du wirst dort nie wirklich Kunde sein.

Produktion
Schlechte Qualität ist wie ein Boomerang: Sie kommt eines Tages zurück und erschlägt dich. Aber gute Qualität entsteht auf der Werkbank und nicht auf dem Papier. Wenn du über deine Qualität Bescheid wissen willst, schaue dir den „First Pass Yield“ an: Je weniger in der Ausgangskontrolle hängen bleibt, je weniger nachgearbeitet werden muss, desto kleiner der Boomerang.

Einkauf
Wenn ein Einkäufer nicht weiß, was er einkauft, ist er ein Blindkäufer. Das ist mindestens so gefährlich wie ein Blindgänger.

Eingangskontrolle
Wenn vorne Mist rein kommt, kann hinten nur Mist rauskommen. Heute werden zum Beispiel immer mehr Komponenten gefaked: Halbleiter umgestempelt, billige Transistoren auf teure, kleine Speicher auf größere.

Lager
Gehe ins Lager, wenn du über den Zustand deines Unternehmens Bescheid wissen willst, anstatt bloß auf den Bildschirm zu gucken. Lager lügen nicht.

Du bist gestresst?
Dann bist du nicht der Boss. Wechsle deinen Beruf.

Viel Erfolg. Dein Traumperlentaucher-Consulting

2008-06-23

Heisse Arbeit

Von traumperlentaucher @ 07:07 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Die meisten von euch haben heute wohl nicht hitzefrei und müssen arbeiten. Daher einige Tipps: Krawatten können die Intelligenz bis zu 10% reduzieren, wenn sie zu eng gebunden sind. Wozu diese Dinger sonst dienen, habe ich in meinem Berufsleben nie herausgefunden. Aber auch Flüssigkeitsmangel reduziert die Intelligenz. Man hat entdeckt, dass durch den Flüssigkeitsverlust bei einem Saunabesuch die Denkfähigkeit während mehrerer Tage reduziert wird. Wenn euer Arbeitsplatz eine Sauna ist, müsst ihr hoffentlich nicht denken.
Andernfalls fleißig trinken, außer ihr braucht nicht viel Intelligenz für euren Job.
Wichtig ist auch zu wissen, dass ab 20 Grad Celsius jedes Grad die Produktivität um 4% senkt. Zudem steigt die Unfallhäufigkeit. Bei 25 Grad ist sie bereits ein Drittel höher.
Solltet ihr trotzdem entschlossen sein, heute etwas zu unternehmen, so denkt bitte an die 72 Stunden Regel:
"Wenn man sich etwas vornimmt, muss man innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt durchführen, da sonst die Chance nur 1% beträgt, dass man das Vorhaben überhaupt ausführt."
Ich habe mir heute vorgenommen, im Keller Schrauben zu sortieren - dort ist es am kühlsten.

Eine kühle Woche. Euer Traumperlentaucher

Bild: Zipfel, von JoJo

2008-06-22

Die wahre Natur des Bösen

Von traumperlentaucher @ 11:48 [ Bücher ]


Welche Eigenschaften hat zum Beispiel ein Hannibal Lecter (Das Schweigen der Lämmer)? Welche Natur haben skrupellose Diktatoren? Politiker, die hemmungslos Kriege anzetteln und das eigene Volk knechten, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht?

Der polnische Autor Andrzej M. Lobaczewski beschreibt in seinem Werk, „Politische Ponerologie, die wissenschaftliche Studie des Bösen“, dass ein stabiler Anteil von ca. 6 % der Bevölkerung über die ganze Menschheitsgeschichte hinweg folgende Merkmale aufweisen:

- einen absoluter Mangel an Mitgefühl,
- ohne jegliches Gewissen,
- mit einer Sucht ihr gesamtes Umfeld vollständig zu kontrollieren, bzw. Macht auszuüben.

Diese Merkmale seien oft gepaart mit einer charismatischer Erscheinung und hoher Intelligenz.

Er nennt diese Konstellation übrigens Psychokratie.
Natürlich werden von diesen 6% längst nicht alle Diktatoren oder Verbrecher. Viele bleiben bedeutungslos. Einige werden Manager, andere Politiker.

Stellt euch vor, was ihr alles anstellen könntet, wenn ihr nie ein schlechtes Gewissen hättet und wenn euch jedes Mitgefühl fehlen würde? Stellt euch vor, ihr wärt von einer Sucht nach Macht getrieben, von einer Sucht alles und jeden in eurem Umfeld zu kontrollieren, alles eurem Willen zu unterwerfen?
Glücklicherweise können sich das die Meisten gar nicht vorstellen. Aber es ist notwendig, die Natur des Bösen zu kennen um ihm nicht zu verfallen.

Genießt des Tag, die Grillzeit ist kurz! Euer Traumperlentacher.

PS. Ponerologie stammt vom griechischen Poneros (Das Böse/Üble)

2008-06-20

Wie bekomme ich einen tollen Job?

Von traumperlentaucher @ 09:35 [ Erinnerungen ]


Ganz einfach: Du musst nur zwei Eigenschaften besitzen: Du musst gut aussehen und frech sein. Das gilt sowohl für Männer wie auch für Frauen. Natürlich darfst du nicht dumm sein. Da du jedoch mein Blog liest, gehe ich davon aus, dass du gescheit bist.
Aber es gibt Ausnahmen: Männer stellen manchmal auch dumme Frauen ein, wenn diese ihren Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Manchmal heiraten sie diese sogar, worauf nicht nur ihre Hormone durcheinandergebracht werden, sonder auch ihre finanziellen Verhältnisse.
Je höher man in den Teppichetagen eines Unternehmens steigt, desto frecher werden die Typen, die ich sich dort tummeln und desto hübscher die Sekretärinnen. Das ist ein Naturgesetz.
Dumm nur, wenn Du nicht schön bist. Dann wird der Aufstieg mühsam. Siehst du scheiße aus, musst du dafür dreimal so gescheit sein, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben.
Doch glücklicherweise lässt sich das heutzutage korrigieren. Die Nase lässt sich richten, das Gebiss kann man auswechseln oder blanchieren und den Rest mit entsprechenden Kleidern kaschieren.
Außerdem gibt es Solaranstalten, oder wie diese Etablissements heißen und diese Fitnessdinger mit ihren Streckbänken und Fahrrädern, die nie eine Strasse gesehen haben. Was schlaff ist wird dann fest und braun.
Ganz wichtig sind die Haare: Bei Männern müssen sie wie ein Helm auf dem Haupt sitzen, Glatze geht nicht. Bei Frauen sollten sie blond sein. Ich kenne Mänätscher, die stellen auf der Teppichetage prinzipiell nur Blonde ein.
Nase und Zähne hatten wir schon, kommen wir also zum Rest des Kopfes. Flügelohren oder spitze wie bei Mr. Spock gehen selbstverständlich nicht. Ein schwaches Kinn ist ebenfalls ein Minus. Chirurgen wissen da aber Rat.
Weiter unten sind das Negieren von Push-up BH’s oder Bierbäuche ein Karrierekiller. Und dann kommt das Allerwichtigste: Ein Knackarsch ist Pflicht für Frau und Mann. Kurze Beine eine Katastrophe.
Wenn man die Teppichtage genau beobachtet, fällt einem auf, dass man dort oben keine kleinen Menschen findet. Ich kenne nur einen kleinen Topmanager (das heißt, kleiner als ich) und der Kerl ist dafür so saufrech, dass es einem die Sprache verschlägt. Außerdem kennt er den Machiavelli vorwärts und rückwärts.
Damit sind wir beim Thema Frechheit.
Wer nicht von sich selbst überzeugt ist, wer nicht davon überzeugt ist, besser als alle anderen zu sein, nie einen Fehler zu machen, hat keine Chance. Zweifel an sich selbst sind Gift. Erst wenn man die eigenen Lügen glaubt, besitzt man die richtige Portion Frechheit um als Alphatier bestehen zu können.

Wer gut aussieht und frech ist, bekommt nicht nur den besten Job und das meiste Geld, er angelt auch den besten Partner, beziehungsweise die beste Partnerin. Natürlich ebenfalls frech und blendend schön, versteht sich.

Ein schönes und depressionsfreies Wochenende. Euer Traumperlentaucher

Mehr über dieses Thema zum Beispiel hier

2008-06-19

Affenbande

Von traumperlentaucher @ 07:47 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Im vorletzten Blog stellt der Maulwurf fest:

Der Ast ist bereits abgesägt. Die meisten Leute haben bloss noch nicht gemerkt, dass wir längst im freien Fall sind. Was niemand weiß: Findet der Aufprall in wenigen Jahren oder erst in ein paar Jahrzehnten statt.

Und der Sonnenfisch fragt darauf:

Was passiert wenn der Aufprall geschieht? Können wir den Ast wieder anwachsen lassen?

Abgesägte Äste sterben, dafür wachsen neue, anders geformte wieder nach.
Dumm nur, dass wir in unserer Kurzsichtigkeit und Unersättlichkeit daran sind, den Baum zu fällen, auf dem die ganze Affenbande haust.
Vermutlich wird aus übrig gebliebenem Samen eines Tages ein neuer Baum sprießen, doch die Affen werden nichts mehr damit zu tun haben. Sie werden schon längstens verschwunden sein.
Überhaupt sollten wir uns um die Natur keine Sorgen machen. Die regelt das schon von alleine.
Würden morgen die Menschen auf einen Schlag von der Oberfläche des Planeten verschwinden, würde die Natur unsere Spuren bereits nach einigen tausend Jahren getilgt haben und nach hunderttausend Jahren würde es für außerirdische Archäologen bereits schwierig, zu erkennen, dass wir einmal existiert und so etwas wie eine Kultur entwickelt haben. Alles was die Menschheit jemals erlebt hat, alles was sie je geschaffen hat, ist dann unwiederbringlich verloren. Abgesehen vielleicht von ein paar zerfallenen Endlagern für radioaktive Stoffe.

Vermutlich verschwinden wir nicht schlagartig und wenn schon, hoffentlich nicht bereits morgen. Doch die Uhr tickt. Sie lässt sich nicht mehr aufhalten und auch nicht zurückstellen.

Was den Aufprall betrifft, wenn die Affenbande unten aufschlägt: darüber können wir nur spekulieren. Vermutlich wird es so sein, dass alles passiert, was wir uns vorstellen können und noch einiges mehr.

Trotzdem einen schönen Tag. Euer Traumperlentaucher

Bild: Von Mike

2008-06-18

Abgesaugt

Von traumperlentaucher @ 07:15 [ Begegnungen ]


„Sie sind hinter mir her“, keucht sie und lässt sich auf die Bank fallen. Es knackt verdächtig.
„Wieso denn?“, frage ich und rücke zur Seite. Die etwas rundliche Joggerin keucht immer noch wie eine asthmatische Dampflokomotive.
„Sie wollen mein Fett haben, sie wollen es absaugen.“
„Aha, ein Traum“, denke ich und kneife mich in den Arm. Doch die Welt scheint mir zu körnig um nicht wirklich zu sei. Und meine Erinnerungen an den Vormittag und an den Weg, der mich hierher an den Waldrand geführt hat, sind zu dicht um Traum zu sein. Sie spinnt, denke ich und mustere sie heimlich. Wenn sie wenigstens einen Hund bei sich hätte, wie all die anderen Frauen, die hier tagsüber spazieren gehen oder zwei Stöcke ohne Skier, wie die Frauen ohne Hund.
Unvermittelt rappelt sie sich hoch und trippelt davon.
„War bloß ein Scherz“, feixt sie mich an. Bizarrer Humor, denke ich und mache mich auf den Rückweg.
Zwischendurch schaue ich misstrauisch ins Unterholz.
"Bloß weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, daß sie nicht wirklich hinter dir her sind", murmle ich zu mir selbst und grinse dabei eine dicke Buche an.

Ein bisschen gesunde Paranoia kann nicht schaden. Euer Traumperlentaucher

PS. Ich bin seither dieser Joggerin nie mehr begegnet

2008-06-17

Der Traum des Universums

Von traumperlentaucher @ 08:15 [ Gedanken & Beobachtungen ]


„Wieso schreibst du eigentlich über Träume und nicht über Technik?“, fragte mich ein Kollege kürzlich.
„Weil ich mich mein ganzes Leben lang mit Technik befasst habe“, entgegnete ich. „Und weil ich dabei meine Träume vernachlässigt habe.“

Doch diese Antwort ist oberflächlich und es lohnt sich, etwas tiefer zu tauchen.

Technik fasziniert mich nach wie vor und ich liebe es, technische Probleme zu lösen, einen Mechanismus zu kreieren, einen Apparat wieder zum Laufen zu bringen und ich bewundere den menschlichen Geist, der sich in einem ausgeklügelten Schaltplan oder in einer genialen Konstruktion manifestiert, gleich ob das nun eine Drehorgel, ein Radargerät oder ein Bauwerk ist.

Doch an einem bestimmten Punkt in meinem Leben habe ich bemerkt, dass die Schaltpläne und Designs der Natur viel ausgeklügelter und genialer sind, als die menschliche Technik. Ich fragte mich, wieso ich nicht schon früher auf diese Erkenntnis gestoßen war und wieso ich eine Mondrakete als den Gipfel der Ingenieurskunst betrachtete. Dabei ist jede Fliege komplizierter.
Und streng genommen, ist die Mondrakete auch nur ein Derivat der Natur, den schließlich hat sie, hat die unsichtbare Kraft, die hinter dem Universum steht, den menschlichen Geist erschaffen.

Später begann ich mich für die Schöpfungen des menschlichen Geistes zu interessieren, die sich nicht in Gebrauchstechnik, wie Motoren, Gebäuden oder Geräten manifestiert, sondern in Form von Musik, Bildern und Literatur. Erzeugnissen vom Geist für den Geist geschaffen - rein zu dessen Erbauung. Für einen Ingenieur schon ein gewaltiger und gewagter Schritt.
Das war der Moment, wo ich auch in der Natur das Pendant dazu entdeckte. Und wiederum musste ich feststellen, dass die Schönheit, die vom Universum erschaffen wurde, im Großen, wie im Kleinen, alles übertraf, was der menschliche Geist je geschaffen hatte.
Das war der Moment, in dem ich mit Fotografieren anfing. Ich versuchte diese Schönheit mit Technik einzufangen. Es dauerte Jahre, bis ich erkannte, wie begrenzt und unvollkommen die Kunst war, diese Schönheit durch die Linse zu betrachten und auf Fotopapier oder einen Speicherchip zu bannen.

Dann kamen die Träume. Ich hatte endlich den passenden Schlüssel zu den Räumen gefunden, die uns nur im Schlaf zugänglich sind und ich lernte die Erinnerung an sie über die unsichtbare Grenze zu tragen, die das Unbewusste vom Bewussten trennt. Mehr noch: ich lernte, auch einen Teil des Bewussten ins Unbewusste mitzunehmen.
Auch Träume sind nur Produkte des menschlichen Geistes. Aber sie lassen sich nicht mehr materiell manifestieren. Man kann sie nicht fotografieren.

Gibt es auch in der Natur ein Pendant dazu? Hat die Kraft, die hinter dem Universum steht, auch hier etwas geschaffen, das den menschlichen Traum bei weitem übertrifft? Ich vermute es. Gegen die „Technik“ der Natur ist unsere Technik nicht mehr als eine primitive Bastelei, gegen die Schönheit der Natur ist die von uns geschaffene Schönheit nicht mehr als eine blasse Kopie.
Gegen den Traum des Universums sind unsere Träume vermutlich ein Nichts.
Doch wo ist dieser Traum? Wo können wir ihn erfahren?
Dieser Traum scheint mir wie der heilige Gral. Wer ihn findet, dürfte der Unsterblichkeit sehr nahe sein.

Das Leben braucht Kontrast und Farbe, sonst wird es zu einer billigen schwarzweißen Kopie. Euer Traumperlentaucher.

Posts  1 - 10 /24