Unter Tag
| Von traumperlentaucher @ 16:41 | [ Träume ] |

Es schlug vierzehn Uhr als wir in den Bunker hinunter stiegen. Der Eingang befand sich am Rande des Amphitheaters und sah aus wie eine öffentliche Toilette. Doch sobald wir die Vereinzelungsanlage in Form eines Drehkreuzes passiert hatten, öffnete sich vor uns der Zugang zu einem Labyrinth unterirdischer Gänge und Kavernen.
Jeder erhielt von einem Uniformierten einen Fragebogen, ein persönliches Notfallset und einen Plan. Dann waren wir auf uns allein gestellt.
„Wir sollten unsere Quartiere suchen“, schlug Armin vor und sezierte sein Notfallset.
„Zuerst müssen wir die Fragebogen ausfüllen, meinte der Lange, der sich draußen beim Warten als „Mücke“ vorgestellt hatte.
Ich mischte mich nicht ein, mir war alles egal. Ich hatte nie in den Bunker gewollt und wäre es nach mir gegangen, wären wir in die Berge gefahren. Doch Armin hatte davon abgeraten: die Strassen seien verstopft.
„Vielleicht könnten wir im Sanatorium unterkommen“, hatte ich vorgeschlagen, doch Armin wollte davon nichts wissen. Nun waren wir hier. Rund um uns hasteten Neuankömmlinge durch die Gänge. Kinder kreischten, hypernervöse Mütter teilten Ohrfeigen aus und Väter fluchten in unverständlichen Sprachen. Es roch nach Schweiß, Deo und...Bier.
Armin zog uns in einen Seitengang. Die Lichter an der Decke zuckten nervös und aus einer angerosteten Leitung tropfte Wasser. Andere Menschen waren hier nicht zu sehen und bis auf das Tropfen war es still.
„Zuerst den Fragebogen. Wir müssen ihn drüben abgeben“, drängte Mücke.
„Scheiß auf den Fragebogen“, fuhr ihn Armin an. „Außerdem weiß ich nicht wo dieses ‚Drüben’ ist.“
In diesem Augenblick fiel mir glücklicherweise auf, dass ich träumte. Ich sah es den Lampen an – sie waren nicht angeschlossen und brannten trotzdem. Doch in was für einem verrückten Traum war ich hier gelandet und was zum Teufel hatte Armin in meinem Traum zu suchen?
Mücke begann im Gehen mit einem IKEA-Bleistift auf sein Formular zu kritzeln.
„Wie heißt der Vater von Donald Duck“, fragte er ohne aufzublicken.
„Degenhard“, murmelte ich und setzte mich auf eine Holzkiste in der Felskaverne, die wir gerade betreten hatten. Vor wem oder was laufen wir eigentlich davon und was suchen wir hier?“
„Es kam am Radio“, erklärte Armin.
„Wegen den Fragen“, meinte Mücke.
„Die A1 ist gesperrt“, sagte Armin und trat gegen die Kiste auf der ich sass. „Es ist Zeit aufzuwachen. Wir gehen Bier trinken.“
Ich öffnete mein linkes Auge. Armin parkte gerade im Schatten einer Platane vor einem Gartenrestaurant.
„Schlafmütze“, sagte er.
„Wo ist Mücke?“, fragte ich.
Zu heiß zum Träumen. Euer Traumperlentaucher












