Der Duft der Träume
| Von traumperlentaucher @ 08:48 | [ Träume ] |

Träume können riechen. Obschon ich in der Wirklichkeit keine gute Nase habe, im Traum funktioniert sie einwandfrei. Kürzlich hatte ich einen jener Fabrikträume, in dem ich in einer schier unendlich langen Montagehalle stand und versuchte ein großes Packet zu verstecken. Es durfte niemand erfahren, dass ich die Waren in den Betrieb geschmuggelt hatte, ohne die „Mehrwertsteuer“ beim Portier an der Loge zu bezahlen. Das Packet roch nach frischem Heu. Wahrscheinlich unter dem Einfluss der Wirklichkeit, denn das Fenster stand offen und der Bauer nebenan hatte frisch gemäht. Aber auch die einzelnen Gegenstände hatten ihre charakteristischen Duftnoten: Ein langes schwarzes Plastikteil roch nach frisch gemahlener Muskatnuss und ein glänzender Metallring nach Amber. Darum, so erfuhr ich im Traum, hätte ich die „Mehrwertsteuer“ entrichten müssen: nicht für die Gegenstände, sondern für die Düfte! Doch diese Duftsteuer galt nicht für ein Rohrstück, das ich dem Karton entnahm: Es roch nach Aceton und dieser Geruch war duftsteuerfrei.
Als ich am Auspacken war, erschien der Chef. Er grinste schief und roch nach zerquetschtem Maienkäfer. „Wenn du die Duftssteuer nicht bezahlt hast, muss die Kiste in Quarantäne.“
Leider erfuhr ich den Grund nie, denn in diesem Augenblick wachte ich auf.
Mitri kaute neben dem Bett an einem Käfer, auf dem Nachtisch lagen noch die Farbstifte, die nach Amber rochen (Wahrscheinlich der Spleen eines Marketingchefs) und ich erinnerte mich daran, dass meine Partnerin am Abend mit Nagellackentferner hantiert hatte.
Doch woher stammte der Muskatnussduft? Darüber rätsle ich noch heute. Vielleicht weil es mein Lieblingsgewürz ist?
Ich wünsche euch nur die besten Düfte, Euer Traumperlentaucher
Bild: Blühender Perückenstrauch (smoke bush)












