2007-04-30

Tech Trends

Von traumperlentaucher @ 07:09 [ Prophezeiungen ]


Wie sieht unsere Zukunft aus? Welche Megatrends werden unser Leben verändern? Welche Träume werden in Erfüllung gehen und welche nicht? Zukunftsgurus gibt es viele, da kann einer mehr oder weniger nicht schaden. Deshalb hat sich auch Traumperlentaucher als Prophet versucht. Hier mal ein erster Tauchgang:

Webradio heisst das Radio der Zukunft. Wer einen WLAN-Router zuhause hat, besitzt seine eigene Radiostation. Ob in der Küche oder im Garten, neben tausenden von Radiostationen aus aller Welt, läuft auch das eigene Lieblingsprogramm aus dem MP3-Payer in Endlosschleife. Dazu braucht nicht einmal der PC eingeschaltet zu sein.
UKW, DAB, m.E. alles kalter Kaffee…denn Webradio kann man schon heute kaufen!

Auch das Telefon hat fertig, zumindest der herkömmliche Festanschluss. Und auch das passiert via WLAN-Router. Dazu braucht es schon jetzt nicht einmal mehr einen PC. Durch die flächendeckende drahtlose Internetversorgung entsteht hier für die herkömmlichen Handys eine mächtige Konkurrenz durch sogenannte WiFi-Phones (mobile VoIP) Auch diese neue Art Telefone kann man übrigens schon kaufen!

Auch die Zeitung hat fertig. Schon jetzt sind die Auflagen der klassischen Zeitungen im unaufhaltsamen Sinkflug. Online ersetzt Papier. Doch in Zukunft werden die Nachrichten massgeschneidert. Jedem seine eigene (Online-) Zeitung. Und zwar aufs Handy oder aufs Wireless E-Book. Dabei wird die Blogszene eine entscheidende Rolle spielen und die Redakteure von ihren Sesseln drängen.

Natürlich hat auch das klassische TV fertig. Bluewin TV spielt hier m.E. eine Pionierrolle.

Aber schauen wir mal etwas tiefer in die Glaskugel:

Roboter werden in Zukunft nicht nur Staub saugen, sie werden uns die meisten Arbeiten abnehmen. Mit „uns“ meine ich die Bewohner der ersten Welt. Für den Rest wird’s wohl weniger lustig – leider! Zudem werden Roboter auch die Soldaten der ersten Welt ersetzen. Keine ermutigende Perspektive für die Ressourcen-Kriege der Zukunft.

Second Life ist eine müde Nummer, gegen das, was uns in einigen Jahren erwartet: Das Leben in der Matrix. In Zukunft werden viele Menschen ihr Leben virtuell verbringen und dieses nicht mehr vom „richtigen“ Leben unterscheiden können. Denn…

Das Ende der Arbeit für alle ist schon da und in Zukunft wird es für immer weniger Menschen Arbeit geben. Eines der ganz grossen Probleme dieses überbevölkerten Planeten.

Doch für die Reichen und Schönen wird ein ganz neuer Industriezweig entstehen. Eine wahre Goldgrube: Die Lebensverlängerungsindustrie.
Ach ja, das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen: In Zukunft wird unser Leben von zwei Dingen bestimmt: Erstens von einer lückenlosen staatlichen Kontrolle, gegen die Orwells 1984 nur ne müde Bohne ist und zweitens von dem lebenslangen Zwang immer und überall Energie sparen zu müssen.

Und natürlich wird es wie in der bisherigen Menschheitsgeschichte Kriege, Hungersnöte, grosse Krankheiten und Katastrophen geben. Aber das brauche ich ja nicht extra zu erwähnen, oder?

Fortsetzung folgt.

Grüsse aus der Zukunft, Euer Traumperlenprophet


2007-04-29

Der schwarze Fluss

Von traumperlentaucher @ 07:09 [ Träume ]


Nein, nein, ich habe vergangene Nacht nicht von Soldimann und der Mangelstange geträumt, sondern vom grossen Fluss. Doch diesmal war sein Wasser schwarz und unheimlich. Die Bäume und Büsche am Ufer trugen zwar ihr normales Grün, doch umhüllte sie eine dunkelviolette Aura. Bei näherem Hinsehen erkannte ich, das auch die Steine am Ufer diese unheimliche Aura aufwiesen. In diesem Augenblick wünschte ich, der Gesichtslose würde auftauchen und ich könnte ihn nach dem Grund der seltsamen Erscheinungen fragen. Aber mit dem Gesichtslosen ist es wie mit der Polizei – wenn man ihn braucht ist er nie da.
Als dann auch noch eine Barke ohne Besatzung aber dafür mit Aura den Fluss hinunter trieb, wachte ich auf. Da ich nicht sofort wieder einschlafen konnte, ging ich auf den Balkon um nach den Sternen zu sehen und eine Zigarette zu rauchen.
Es war ungewöhnlich dunkel draussen, weder Mond noch Sterne leuchteten und die Strassenlampe an der nächsten Kreuzung strahlte so schwach wie ein Glühwürmchen. Aber nicht nur das! Sie besass eine dunkelviolette Aura. Auch die Büsche vis-à-vis und der Kamin des Nachbarhauses zeigten einen violetten Rand. Als ich dann meine Hände anschaute, standen mir die Haare zu Berge: Sie leuchteten ebenfalls in einem dunklen Violett.
In diesem Augenblick wachte ich richtig auf. Ich lag im Bett und schaute auf den Mond, der zum Fenster herein schien. Sein Licht spiegelte sich im Glas der Laterne, die neben dem Traumfänger hängt und erzeugte einen schwachen violetten Schimmer.
Ob ich auch nachts mit offenen Augen träume? Und wieso träume ich als Nichtraucher ausgerechnet von Zigaretten?

Mit geträumten Grüssen, Euer Traumperlentaucher.

2007-04-28

Googelory erobert Kulturszene

Von traumperlentaucher @ 07:32 [ Prophezeiungen ]


Sicher habt ihr schon von der neuen Kunstrichtung Googelory gehört. Sie kommt ursprünglich aus Dänemark und ist nun daran, auch unser Kulturparkett zu erobern.
Es ist eine Art Poetry Slam, nur werden keine Gedichte, sondern Geschichten vorgetragen.
Dabei gibt es nur zwei Regeln: Jedes verwendete Substantiv muss absolut jungfräulich sein. Das heisst, es kann nicht ergoogelt werden – eine Suche mit Google darf kein Resultat ergeben. Und die Geschichten müssen vom Publikum verstanden werden – zumindest gefühlsmässig.
Der Ursprung dieser neuen Kunstart liegt vermutlich beim Totemügerli von Franz Holer. Allerdings ist nicht klar, wieso Googelory ausgerechnet in Dänemark entstanden ist.

Natürlich habe auch ich mich in Googelory versucht. Hier ein kleines Beispiel:

Er hatte einen Würfelhunger, es war zum heulen. Gerade hatte er zusammen mit Soldimann die Marienwolke verlassen und strebte dem Buntspitz zu. Doch weit und breit war keiner der Romulierten zu sehen. Wenn wenigstens einer da gewesen wäre! Sie hätten daraus einen wunderbaren Eierplatsch machen können. Wenn sein Würfelhunger anhielt würde er noch zum Tollwerder mutieren. Doch unvermittelt tauchte eine Mangelstange vor ihnen auf. Natürlich war ein Trafoschwein bei ihr, doch Uhrtram war es egal. Sie würden die Mangelstange angreifen und das Trafoschwein verjagen. Soldimann war ein guter Überkneter, er würde die Mangelstange durch das Sauertor jagen bis sie müde war. Er dachte bereits an den Eierplatsch und ihm lief das Mahnwasser im Bittermaul zusammen. Doch da tauchte plötzlich ein Poliseier aus dem Buntspitz auf, als käme er direkt vom Waselgei. Sie rannten was die Haargammler hergaben. Uhrtrams Würfelhunger verging so plötzlich, wie er gekommen war.

Mit nullkulturellen Grüssen, Euer Traumperlentaucher

2007-04-27

Hasses Schwester

Von traumperlentaucher @ 08:41 [ Traumgeschichten ]


Welche Katastrophe! Ich habe geträumt und alles ist weg. Mein Kopf ist wie leergefegt. Was soll ich bloss erzählen? Vielleicht die Geschichte von Hasses Schwester?

Die Schwester von Hass heißt Angst. Wenn Angst nicht zuhause ist, ist Hass meistens auch nicht da. Hass hasst vor allem eines: das Licht der Liebe. Angst hingegen hat Angst vor der Freiheit, der Schwester der Liebe. Dann kann sie nicht reinkommen und das ist schlimm. Sie braucht ihre vier Wände, sonst ist sie verloren, denn sie hat Angst vor dem was draußen sein könnte. Wenn Angst reinkommt, kommt sie meistens durch die Hintertür und versteckt sich im Keller. Außer wenn es draußen blitzt und donnert, dann stürmt sie durch den Haupteingang. Hass treibt sich oft mit zwei düsteren Gesellen herum: mit Gier und Neid. Die beiden schleichen in der Dunkelheit ums Haus und werfen Scheiben ein. Und manchmal haben sie auch ein Techtelmechtel mit einer Frau die Dummheit heißt (Nein, sie ist nicht blond). Angst hingegen hat eine Freundin, die heißt Unsicherheit. Doch wenn Unsicherheit an ihrer Seite geht, fühlt sich Angst oft minderwertig. Darum nimmt sie meistens ihre Schwester, die Hoffnung mit. Diese Hoffnung hat es in sich, sie ist nämlich nicht natürlichen Ursprungs sondern wurde von einem Hohepriester geklont.

Mit ungeklonten Grüssen, Euer Traumperlentaucher

Bild: Das Feuerrad: trotz Rahmen ausnahmsweise nicht von Mike und ich wette, dass niemand herausfindet, was das Feuerrad in Wirklichkeit ist!

2007-04-26

Hallimasch

Von traumperlentaucher @ 07:28 [ Träume ]


Meterhohe Pilze schossen aus dem Boden wie Aufstehmännchen. Dabei regnete es nicht einmal. Wir sassen in einem Restaurant, das eigentlich keines war und betrachteten fasziniert das Spektakel. Die Landschaft draussen sah unwirklich aus und die Sonne war rot statt gelb. Vielleicht ein fremder Planet, eine andere Welt? Wer mit mir am Tisch sass, ob Traumgestalten oder menschliche Abbilder aus der Wirklichkeit, vermag ich nicht mehr zu sagen. Doch einer fragte mich: „Weißt du, was das für Pilze sind?“
„Natürlich“, antwortete ich, „es sind Hallimasche.“ Allerdings sahen die Riesenpilze keineswegs wie Hallimasche aus, eher wie überdimensionierte Eierschwämme (Pfifferlinge) oder die ähnlich aussehenden, aber giftigen Ölbaumpilze.
„Hol doch für jeden von uns einen Sack voll, es sind ja genügend da“, forderte mich mein Gegenüber auf und reichte mir ein Bündel grosser durchsichtiger Plastiksäcke.
Nun, ich habe die Pilze gepflückt und bin dabei aufgewacht.
Und jetzt sinniere ich darüber nach, was dieser Traum wohl bedeuten mag.
Immerhin habe ich bereits herausgefunden, dass man in den USA im Staat Oregon einen Hallimasch entdeckt hat, den man als das grösste Lebewesen der Erde ansieht: 600 Tonnen schwer, auf 880 Hektar verteilt und 2400 Jahre alt.

Guten Appetit, Euer Traumperlentaucher

2007-04-25

Gedankensauger

Von traumperlentaucher @ 07:13 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Beim Staubsaugen kommen mir immer die verrücktesten Gedanken. Ob der Staubsauger die Gedanken zusammensaugt? Vielleicht könnte ich einen Staubsauger zu einem Orgon-Sauger umbauen? Schliesslich bin ich zu einem Viertel Österreicher. Und schliesslich könnte es sein, dass an der Geschichte etwas dran ist, auch wenn’s unwahrscheinlich klingt. Denn…
Das Problem der unwahrscheinlichen Situation ist doch, dass sie zugleich auch wahrscheinlich ist. Jede mögliche Situation, auch wenn sie noch so unwahrscheinlich ist, wird irgendwann einmal eintreten. Das ist auch der Grund wieso es uns gibt. Das ist der Grund wieso wir träumen.
Huch! War das jetzt der Gedankensauger?

Kürzlich habe ich beim Staubsaugen über das Fermi Paradoxon nachgedacht. Der Physiker Enrico Fermi hat aufgezeigt, dass wir schon längstens in Kontakt mit intelligenten Aliens stehen müssten, wenn außer uns im Universum noch weiteres intelligentes Leben existieren würde. Doch die meisten von uns stehen nicht in Kontakt mit Aliens. Das ist paradox.
Natürlich gibt es dazu jede Menge Erklärungsversuche und Theorien. Auch ich habe jetzt eine, nachdem ich diesen irren Alientraum hatte: Wir selber sind die Aliens. Selbstverständlich kann ich das auch beweisen: Ich war vor einiger Zeit in Zürich, Kreis 4: Überall Aliens, wohin das Auge auch blickte. Vermutlich eine Invasion.

Schaltet eure Staubsauger mal in den Rückwärtsgang, dann kommen die Gedanken wieder raus! Euer Traumperlentaucher

2007-04-24

Orgon

Von traumperlentaucher @ 06:50 [ Erinnerungen ]


Die Seelenmaschine erinnert mich übrigens an Wilhelm Reich und seinen „Orgone Accumulator.“ Reich, ein deutscher Immigrant in den USA, propagierte eine Maschine zum Sammeln von Orgon-Energie (auch Chi oder Lebensenergie). Die gesammelte Energie konnte seiner Ansicht nach zu den verschiedensten Zwecken benutzt werden, unter anderem zur Heilung von Menschen, aber auch zum Wettermachen. 1954 wurden seine Maschinen in den USA verboten und die noch existierenden Exemplare vernichtet. 1956 wurde Reich ins Gefängnis gesteckt, wo er ein Jahr später starb.
Reich war ein seltsamer Forscher: In den Zwanzigerjahren befasste er sich unter anderem mit Orgasmusstörungen und Charakterpanzerung. Das führte ihn dann zu seiner Vegetotheraphie und schliesslich zu seiner Orgontherapie. Er glaubte, dass alle Menschen mit ihrer Atmung Orgon aufnehmen und im Körper anreichern würden. Wenn der Orgonfluss gestört sei, würden die Menschen krank. Reich hat, unter anderem, grosse Kammern gebaut, in die er gesammeltes Orgon leitete und in denen Menschen Platz nehmen konnten.

Wieso ich das hier erwähne? Reich war 1920 als Psychoanalytiker in Wien tätig und überbot Freuds Libidotheorie mit einer Theorie der orgastischen Potenz. Das gefiel Freud nicht und er veranlasste den Ausschluss Reichs aus allen psychoanalytischen Vereinigungen. Und Sigmund Freud…ihr wisst schon… das war der Begründer der Psycho- und Traumanalyse.

Mit origonellen Grüssen, Euer Traumperlentaucher

2007-04-23

Die Seelenmaschine

Von traumperlentaucher @ 08:29 [ Träume ]


„Wenn ich auf diesen Knopf mit dem Schaf drücke, dann entstehen Schäfchenwolken. Und hier, mit dem Grimassenknopf, pustet die Maschine Blödmänner an den Himmel.“
Der Schwarze in der Mönchskutte erklärte mir seine Maschine, ein Bündel von Rohren, das aus einem metallenen Kasten ragte und in ein Gewirr von Schläuchen gehüllt war.
„Kalter Kaffee“, entgegnete ich. „Wolken machen ist Standard, ich hab das kürzlich in einer Disco gesehen, in die ich mich verirrt habe.“
„Ja, aber diese Maschine macht Wolken am Himmel, mit Regen, Wind und Hagel, wenn’s sein muss.“
Ich winkte ab. „Hat Hollywood alles schon.“
Der Schwarze musterte mich eigenartig, zögerte etwas und sagte dann: „Aber meine Maschine kann noch wesentlich mehr: sie kann Seelen machen.“
„Seelen“, staunte ich, „wie soll das gehen?“
Der Schwarze in der Mönchskutte lächelte geheimnisvoll: „Es liegt an den Essenzen.“ Er zeigte auf eine Reihe Flaschen, die kopfüber in der Maschine steckten. „Wenn du die richtigen Essenzen besitzt, kannst du alles machen.“
„Aha, und was braucht man um eine Seele zu kreieren?“
Der Schwarze lächelte geheimnisvoll: „Eigentlich ist’s ein Geheimnis. Doch da du träumst, werd ich es dir verraten: „Licht und eine Prise Finsternis, Liebe und Hass, Barmherzigkeit und Härte, Wahrheit und Lüge…“
„Stopp, du spinnst. Keine Seele braucht diese negativen Eigenschaften, die du da aufzählst.“
Der Schwarze schüttelte den Kopf, dass die Kapuze wackelte:
„Wie soll eine Seele das Gute erkennen, wenn sie nicht vom Schlechten weiss, wie soll sie das Licht sehen, wenn sie die Finsternis nicht kennt?“

Das war der dritte Traum dieser Traumnacht und ich versuche immer noch eine Verbindung zu finden, zwischen den flüchtenden Buchstaben, den Aliens und der Seelenmaschine.

Eine erfreuliche Woche wünscht euch, euer Traumperlentaucher

2007-04-22

Wo sind die Aliens?

Von traumperlentaucher @ 11:55 [ Träume ]


Einige sagen, sie sind schon lange da, mitten unter uns. Doch vergangene Nacht erzählte mir ein Traum eine andere Version: Wir selber sind Aliens!
Wie ich in diese Gesellschaft geraten war, kann ich nicht erklären. Und auch die steppenartige Landschaft ist mir unbekannt, durch die ich mit einer wild zusammen gewürfelten Schar Menschen zog. Aber eben, es waren nicht nur Menschen dabei, sondern auch fremdartige Geschöpfe. Sie sahen aus wie in violette Umhänge gehüllte Kegel und waren etwa halb so gross wie die Menschen in diesem seltsamen Unzug. Beine konnte ich keine entdecken und trotzdem wuselten die Kegelwesen mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit über die staubige Strasse. Die Menschen sassen alle auf Fahrzeugen, die aus einem Mad Max Film hätten stammen können, mit Ausnahme einer roten Postkutsche ohne Pferde. Diese rote Kutsche hatte es mir angetan und sie brachte mich auch auf den Gedanken, dass es sich bei dieser Gruppe, zu der ich offenbar gehörte, um Siedler handeln könnte. Siedler auf einem fremden Planeten? Oder Siedeler auf der Erde in einer fernen Zeit?
Gerade als ich mich auf die rote Kutsche schwingen wollte um einen neugierigen Blick in ihr Inneres zu werfen, wurden wir angegriffen. Es war nur ein einzelnes Wesen und es sah aus wie eine Reihe zusammengehängter Igel, ein bizarres Borstentier. Der Mann auf der Kutsche rief: „Dreht euch im Kreis, die Violetten werden uns schützen.“ Und tatsächlich begannen sich alle Fahrzeuge, inklusive der Kutsche, im Kreis zu drehen. Das Borstenmonster umrundete die ganze Gesellschaft und schien nach einer geeigneten Beute Ausschau zu halten, derweil umrundeten die violetten Kegel ihrerseits das Borstenmonster. De ganze Szene sah aus wie eine Art Ballett und ich konnte keine wirkliche Gefahr erkennen. Doch dann rief der Mann auf der roten Kutsche: „Sie drehen sich falsch!“ und gleich darauf erschien ein grosser weisser Hund und schnappte sich das Borstenmonster. Ein wilder Kampf entbrannte, in dem der Hund mit dem Borstenmonster zu verschmelzen schien. Ich hätte gerne gesehen, wie es ausging, doch da verschwand die Szenerie wie hinter einem Vorhang und ich landete bereits im nächsten Traum. Das Letzte was ich hörte war, wie ein Kegel zum anderen sagte: „Lauft in die andere Richtung, wir müssen den Aliens helfen.“ Er deutete dabei mit einem violetten Arm auf die Menschen.

\\/// Euer Traumperlentaucher

2007-04-21

Flüchtige Buchstaben

Von traumperlentaucher @ 08:06 [ Träume ]


Da sich mein Leben rund um Bücher dreht, kommen diese häufig auch in meinen Träumen vor.
Manchmal, am Abend spät, gehe ich noch rüber in die Bibliothek um ein Buch zur Hand zu nehmen und etwas nachzuschlagen. So auch gestern. Doch als ich vor den Gestellen stand, wurde mir auf einmal bewusst, dass ich träumte. Auch konnte ich mich nicht mehr daran erinnern, was ich eigentlich wollte. Also griff ich wahllos nach einem Buch: ein dicker alter Schinken in Schweinsleder gebunden. Nanu, ich konnte mich nicht entsinnen, ein solches Buch in meiner Bibliothek zu haben. Ich schlug es aufs Geratewohl auf. In zierlicher Handschrift, in verblichener Tinte, wahrscheinlich mit einem Federkiel geschrieben, standen da die wunderlichsten Sätze. Ich kann mich nur noch an einen Einzigen erinnern:

Der Fluss des Lebens treibt dich mal hierhin, mal dorthin.
Seine Klippen und Strudel sind unvorhersehbar. Niemand, ob Sucher oder Gesuchter, ob Magier oder König, kann sich seinen Strömungen entziehen. Er nimmt alle auf und trägt sie mit sich fort.


Als ich das Buch schloss, tropften Buchstaben heraus und verschwanden in den Ritzen des alten Holzbodens. ‚Sie flüchten’, schoss es mir durch den Kopf und ich versuchte das Buchstabengerinnsel mit meinen Händen aufzuhalten, doch meine Mühe war umsonst.

Heute morgen ist mir klar, woher der Satz stammt, an den ich mich erinnere: ich habe ihn selber geschrieben. Doch nicht mit einem Federkiel!

Ein schönes Wochenende, Euer Traumperlentaucher

PS. Nach diesem Traum hatte ich noch zwei weitere, doch die erzähle ich mogen und übermogen.

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