2007-03-31

Können Buchhalter träumen?

Von traumperlentaucher @ 06:25 [ Traum Rezepte ]


„Ich träume nie!“ Diese Behauptung höre ich oft. Und meistens habe ich dann einen Menschen vor mir, der seinen Geist nicht loslassen kann. Ob es daran liegt? Können Menschen, die glauben, immer alles und jeden kontrollieren zu müssen, sich nicht an ihre Träume erinnern? Und wieso träumen andere wie verrückt und erleben jede Nacht das tollste Kopfkino, beziehungsweise erinnern sich an all ihre Träume?
Vor vielen Jahren hat mir eine Freundin gesagt, ich hätte einen ziemlich unstrukturierten Geist. Das war nett, denn eigentlich meinte sie chaotisch.
Ist das der Grund, dass ich viel und oft träume? Gebiert das Chaos Träume und werden sie andererseits durch rigide Strukturen und Muster gebremst?
Nun, vielleicht ist es einfach so:
Wer gerne träumt und positiv zu seinen Träumen und Träumereien steht, der träumt viel, bzw. erinnert sich später daran.
Wer jedoch negativ gegenüber seinen Träumen eingestellt ist, der träumt nicht, bzw. erinnert sich kaum an seine Träume. Er verdrängt sie. Vielleicht auch aus dem Grund, weil er glaubt, sie nicht kontrollieren zu können?
Trotzdem! Ich kenne Buchhalter die begnadete Träumer sind. Seltsam, doch beruhigend zu wissen.

Ich wünsche Euch eine positive Traumbilanz
Euer Traumperlentaucher



2007-03-30

Häuptling Seattle

Von traumperlentaucher @ 07:42 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Für das Verschwinden der Bienen gibt es verschiedene Erklärungsversuche. In vielen Zeitungen liest man von Stress. Das ist neutral, niemand ist Schuld, man verdirbt es mit keinem - weder mit Lesern noch mit Anzeigekunden. Ausserdem hat heute jeder Stress, ist doch verständlich und normal, oder?
Aber man trifft auch auf andere Ansichten: Eine perverse Landwirtschaft, mit Monokulturen und intensivem Einsatz von Insektiziden und Pestiziden sei der Grund. Oder die Gentechnik. Sei doch gerade dort das Bienensterben am heftigsten, wo grosse Flächen Genmais angepflanzt würden. Ausserdem würden die amerikanischen Imker ihre Bienen mit Corn Syrup – vermutlich aus Genmais hergestellt – durch den Winter füttern.
Doch was ist am Genmais so besonderes? Der sieht doch aus, wie gewöhnlicher Mais? Vielfach liegt die Gefahr im Unsichtbaren: Er soll ein Insektengift enthalten um Schädlinge anzuwehren.
Wie dem auch sei: Wenn ich eine Biene wäre, wäre ich in einem solchen Umfeld auch gestresst. Aber ich bin ja ein Mensch und kein Insekt und gegen all das Zeug gefeit, oder etwa nicht?
Wie sagte doch der berühmte Häuptling Seattle:
Wenn Menschen auf den Boden spucken, spucken sie auf sich selber.
Denn wir sind ein Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns.

Mit nachdenklichen Grüssen, Euer Traumperlentaucher

PS. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Das Summen der Bienen in meinem Pflaumenbaum ist nicht zu überhören. Ich freue mich schon jetzt auf die reifen Früchte. Sie lassen sich Jahrzehnte lang aufbewahren: In flüssiger und gebrannter Form.

Bild: Von Mike

2007-03-29

Traumschachtel

Von traumperlentaucher @ 08:22 [ Traumgeschichten ]


Nilzero meinte, meine gestrige Geschichte sei kein Schachteltraum gewesen, sondern eine Traumschachtel. Und als er meinen verwirrten Gesichtsausdruck sah, fügte er hinzu: „Eine Beziehungskiste aus typisch männlicher Sicht – eine Traumkiste eben.“
Dann grinste er und sagte: „Aber dein Schachteltraum hat mich zu einer Geschichte inspiriert. Vielleicht verstehst du dann, was ich meine. Ich habe mir nämlich vorgestellt, wie dein Zwiegespräch gelaufen wäre, hätte dich das Klingen der Weingläser nicht in den nächsten Traum teleportiert.“

Still saß sie da und hörte ihm zu. Hörte wie er über sein Leben sprach, über all die Dinge die er getan hatte, über seine Erfolge im Geschäft und bei den Frauen. Er sprach über seine Reisen und seine Abenteuer. Zu allem hatte er eine Meinung und seine Sicht der Welt ließ keine Alternative offen. Er zitierte aus Büchern und Filmen, sprach über Philosophie und Kunst. Er zeigte sich von seiner allerbesten Seite in dieser reifen Spätsommernacht - charmant und humorvoll. Er sprach viel, und sie sah, wie gerne er sich selber reden hörte.
Sie war eine gute Zuhörerin, lächelte im richtigen Moment und stellte die richtigen Fragen. Doch später, als er über den Wein und die Liebe sprach, glitten ihre Augen über den See. Es schien ihm, als suchte sie etwas, dort draußen im sternenglitzernden Wasser. Irritiert hielt er inne.
Als sie ihm wieder ihr Gesicht zuwandte - immer noch höflich lächelnd - sagte sie: "Du hast gar viel getan in deinem Leben und mancher einer würde dich darum beneiden. Aber was hast du nicht getan? Wollen wir darüber schweigen?"


Mit unverschachtelten Grüssen, Euer Taumperlentaucher

Bild: Die Quelle des Lebens, von Mike

2007-03-28

Schachteltraum

Von traumperlentaucher @ 07:56 [ Träume ]


In dem Augenblick als unsere Gläser aufeinander trafen und ihr heller Glockenklang im Raum schwebte, wusste ich, dass ich träumte. „Auf deine Zukunft!“, sagte sie, doch mir blieben die Worte im Halse stecken. Die Gläser mit dem schweren Rotwein summten weiter ihre Melodie und in den Augen meines Gegenübers entdeckte ich das Spiegelbild eines fremden Mannes. Ich erwachte.
Natürlich! Wir waren im Urlaub! Ich trat ans Fenster und schaute über den aufgewühlten See. Von Süden näherte sich eine schwarze Wolkenwand, ein Morgengewitter. Meine Begleiterin lag noch schlafend im Bett. Ich versuchte, mich an ihren Namen zu erinnern, aber er wollte mir partout nicht einfallen. Der Grund war offensichtlich: Ich hatte die Frau noch nie in meinem Leben gesehen. Da wusste ich, dass ich immer noch träumte. Ich legte mich wieder neben sie und versuche aufzuwachen.
Endlich! Ein wunderbarer Frühlingsmorgen. Der Urlaubstraum verblasste, als würde ein Vorhang zugezogen. Der Duft frischen Kaffees belebte meine Sinne. Als ich die Terrasse betrat, lächelte sie mir zu. „Hallo Fritz, ein wunderbarer Morgen, nicht wahr?"
Ich kannte ihren Namen immer noch nicht, aber ich wusste, dass ich nicht Fritz hiess. Verzweifelt stolperte ich zurück ins Schlafzimmer. Es musste doch einen Weg geben, endlich aufzuwachen!

Mit verträumten Grüssen, Euer Traumperlentaucher

2007-03-27

Der Polizist mit dem Galgenvogelgesicht

Von traumperlentaucher @ 08:45 [ Traumgeschichten ]


Nein, ich habe den Frosch nicht eingeschmolzen – nicht wirklich, nur virtuell. Er lebt noch und unterhält sich gerade mit einem Marienkäfer. Sind sie nicht süss, die beiden?
Im Gegensatz zu dem Polizisten, dem ich kürzlich begegnet bin. Der hatte ein Galgenvogelgesicht und hätte genauso gut Gangster sein können. Aber manchmal ist die Trennlinie eben schmal und nur der Zufall entscheidet, wo man schliesslich landet. Wie bei dem Chirurgen, der Metzger werden wollte. Das führt mich zum eigentlichen Anfang der Geschichte. Der Metzger war in meinem Fall der Zahnarzt und als er fertig war, fehlte mir ein Zahn mitten in meinem schönsten Lächeln. Dafür drückte er mir ein „Provisorium“, wie er das gruselige Ding nannte, in die Lücke. Es war, als hätte ich eine ganze Packung Kaugummi im Mund und kaum hatte sich die Tür der Praxis hinter mir geschlossen, spie ich das Provisorium aus und taumelte zum Parkplatz. Als ich fluchend in den Wagen stieg, musste ich feststellen, dass ich nicht mehr F sagen konnte. „Das kommt schon wieder“, machte ich mir Mut und begann gleich zu üben: „uck you, uck you, uck you…
Ich war so sehr in meine Sprechübung vertieft, dass ich den Polizisten beinahe übersehen hätte.
„Kontrolle, bitte ihre Papiere.“
„uck you…äh ich meine so…ort, habe den …ahrzeugausweis im Handschuh…ach.
Der Polizist mit dem Galgenvogelgesicht fixierte mich, dass mir dabei sturm wurde.
„Haben sie getrunken?“
„Nein, nur gespült.“
„Das reicht, sie müssen blasen.“
Ich klickte hastig das Provisorium in die Lücke, aber es hielt nicht richtig und ich konnte den S nicht mehr sagen – dafür war der F wieder da.
"Schei...e, hier ist der Fahrzeugauswei". Der Polizist machte ein Gesicht wie GWB und reichte mir das Blasrohr. Als ich pustete, blieb das Provisorium im Rohr stecken. Ich grübelte es raus und das Galgenvogelgesicht las von der Anzeige. „Hart an der Limite. Sie sollten besser nicht mehr fahren.“
Da erinnerte ich mich wieder daran, dass ich vor dem Zahnarztbesuch aus Angst drei Schnäpse gekippt hatte und daran, wie der Zahnarzt die Augen verdrehte, als ich meinen Mund öffnete.


Einen wunderschönen Frühlingstag, Euer Traumperlentaucher

Bild: Zwiegespräch, von Jo

2007-03-26

Lef's Theorem

Von traumperlentaucher @ 07:57 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Der Automann ist ein Auslaufmodell, unsere Wirtschaftskapitäne sind in Wahrheit Totengräber und vermeintliche Querdenker sind eigentlich Geradeausdenker.
Diese drei, scheinbar nicht zusammenhängenden Gedankensplitter kamen mir heute Morgen in den Sinn, als ich zwischen Traum und Erwachen über mein gestriges „Wort zum Sonntag“ nachdachte.
Und dann erinnerte ich mich wieder an Lef’s Theorem. Doch wer kennt schon Lef, den Architekten, Lef, diesen unangenehmen groben Klotz, der mit seinen verqueren Vorstellungen oft aneckt. Auch ich kenne ihn nicht, denn ich habe ihn nie getroffen, weiss nicht einmal wie er wirklich heisst. Aber ich habe einmal mit ihm in einem Forum diskutiert.
Lef hat eine skurrile Theorie aufgestellt und sie grossspurig Lef’s Theorem genannt:

„Der Preis jeder Ware, jeder Dienstleistung widerspiegelt die Energie, die darin enthalten ist.“
Das heisst also, je mehr Energie in einem Ding enthalten ist, desto teurer ist es. Natürlich ist mit Energie nicht nur der Strom gemeint, den die Maschine zur Herstellung verbraucht, sondern auch alle graue Energie im Zusammenhang mit dem Produkt. Also zum Beispiel auch der Diesel für den Lastwagen, der die Waren transportiert oder die Energie für die Herstellung und den Transport des Klopapiers, das der Arbeiter verbraucht, der die Maschine bedient.

Niemand schien Lef’s Theorem zu verstehen und auch ich brauchte einige Zeit um zu begreifen, was er eigentlich sagen wollte: Alles ist Energie, in allen Dingen, die wir benutzen, essen, tun, steckt Energie. In jedem Ziegelstein auf unserem Dach, in der Schneeschaufel, die wir jetzt wieder in der Garage versorgen.

Und da die meiste Energie, die wir heute verbrauchen, endlich und nicht ersetzbar ist, ist der Mann, der sein Selbstverständnis aus seinem Auto schöpft, vermutlich ein Auslaufmodell, der Wirtschaftskapitän, der aus kurzfristigem Denken seine Produktion zuerst nach China und dann nach Vietnam verlagert im Grunde ein Totengräber unserer Industrie und der Zukunftsforscher, der ewiges Wachstum sieht, eigentlich ein Geradeausdenker.

Voilà, das war noch ein Nachtrag zu gestern. Vielleicht etwas verwirrend. Aber so sind die Gedanken zwischen Traum und Wirklichkeit eben.

Doch nun bin ich wieder hellwach, Euer Traumperlentaucher

2007-03-25

Deglobalisierung

Von traumperlentaucher @ 09:07 [ Prophezeiungen ]


In fünf, spätestens in zehn Jahren ist CO2 und der Klimawandel kein Thema mehr. Nicht, weil sich die Erderwärmung als Fehlprognose herausstellen wird, sondern weil es wichtigere Themen geben wird.

Ja, ich gebe zu, ich habe schlecht geschlafen und noch schlechter geträumt. Nur weil ich gestern ausnahmsweise in die Kiste geguckt und dabei einen Propheten gesehen habe. Er nannte sich Zukunftsforscher.

2025, meinte er, gehöre dem mobilen Menschen. Der Verkehr werde stark zunehmen: der Autoverkehr, die Lastwagentransporte, die Flüge.

Zukunftsforscher sind offenbar Menschen, welche die Zukunft aus der nahen Vergangenheit lesen. Extrapolieren nennt man das und meistens geht’s in die Hosen.
Immerhin zeigte der Mann zum Schluss noch richtig Humor: Die Politiker müssten nur die Weichen richtig stellen, sagte er. Dann werde alles gut.
Auf welchem Sender sich dieser Prophet offenbarte, kann ich nicht mehr sagen. Für mich, als ungeübten Zuschauer, sehen alle Sender gleich aus. Sie haben alle das gleiche Unprogramm.
Doch zurück zu diesen „Prophezeiungen“.

Die Zukunft dürfte tatsächlich dem mobilen Menschen gehören – da hat der Mann vermutlich Recht. Denn die Zukunft gehört wohl den Flüchtlingen und Migranten.
Doch beim Verkehr hat der Weissager etwas übersehen. Nämlich Peak Oil.
Und das ist jetzt, oder spätestens morgen. Ich erwarte jeden Tag die Meldung, dass auch die alten, grossen Ölfelder in Saudi Arabien ihren Zenit überschritten haben.
Ghawar heisst das grösste Ölfeld der Welt. Es wurde Ende der Vierzigerjahre entdeckt.
Achtet auf diese Meldung. Vielleicht wird man sie eine Weile zurückhalten oder sie wird im Nachrichtensumpf untergehen, doch…
Wenn Ghawar stirbt, beginnt für die Menschheit ein neues Zeitalter.
Das Zeitalter der Deglobalisierung. Der Kampf um die letzten Ressourcen. Das Ende des Wachstums.

Wasserstoff, Biodiesel, Teersand: Alles Augenwischerei!
Wasserstoff sprudelt nicht aus dem Boden – er muss mit Energie produziert weden.
Der Biodiesel wird die Welt vor die Frage stellen, ob sie fahren oder essen wolle.
Und der Teersand in Kanada und anderswo ist bloss ein dreckiger Tropfen auf einen heissen Stein. Gar nicht zu reden von den paar Windrädern und Solarzellen.

Die Welt läuft mit Öl. Nur darum leben wir in einer goldenen Zeit - gewissermassen in einem Traum.
Doch dieses Öl ist endlich und wir haben Halbzeit – plus minus ein paar Jahre. Das Erwachen wird hart und der Kater vom Ölsuff fürchterlich sein.

So, das war das Wort zum Sonntag.
Trotzdem eine schöne Zeit. Geniesst das Leben! Euer Traumperlentaucher.

2007-03-24

Liebe ist...

Von traumperlentaucher @ 09:09 [ Gedanken & Beobachtungen ]


Es wird gesagt, die Liebe sei wie ein Buch mit sieben Siegeln.

Das erste Siegel sei

Vertrauen

Na klar, ohne Vertrauen kann eine Liebe erst gar nicht entstehen. Wenn ich jedoch an die weit verbreitete Eifersucht denke…was hat die denn mit Vertrauen zu tun?

Das zweite Siegel sei die

Ehrlichkeit

Das leuchtet ein, denn die Lüge ist für die Liebe ein tödliches Gift. Obschon…oft scheint am Anfang einer Liebe ausgerechnet eine Lüge zu stehen.

Das dritte Siegel sei der Dialog.

Das mag schon sein. Doch braucht wahre Liebe wirklich Worte?

Das vierte Siegel sei die Freiheit.

Doch Freiheit zu was? Als Freipass zum Seitensprung?

Das fünfte Siegel sei die stetige Erneuerung
.

Denn wer immer in den gleichen Gleisen fahre, der roste. Das ist wahr. Alte Eisenbahnwagen sind oft verrostet. Doch muss wahre Liebe wirklich erneuert werden, wie jedes Jahr ein Zeitungsabonnement?

Siegel sechs und sieben sind mir entfallen. Vielleicht haben sie etwas mit Freude und Glückseeligkeit zu tun.

Aber vielleicht braucht die Liebe gar keine sieben Siegel. Vielleicht genügt ein Einziges: Die Fähigkeit, gemeinsam träumen zu können!

Mit versiegelten Grüssen, Euer Traumperlentaucher


2007-03-23

Träumendes Wasser

Von traumperlentaucher @ 09:16 [ Träume ]


Weiter flussabwärts sieht die Traumlandschaft anders aus. Sie ist komplexer. Sinnverwirrende Gebilde säumen das Ufer und das Wasser selbst ist zu einer Landschaft geworden, mit Hügeln und Tälern. Es scheint, als spiegle sich darin das Leben aus tausend Welten. Dazu sirren Irrlichter über die Wasseroberfläche und hinterlassen glühende Spuren in der feuchten Luft.
In meinem Traum bin ich von meiner schwimmenden Insel gesprungen und in den Fluss getaucht. Es war ganz anders als in früheren Träumen. Das Wasser nahm mich auf wie einen alten Freund. Es durchströmte mich und erfüllte mich mit einem freundlich warmen Gefühl. Ich glaube, es hieß mich willkommen. Konnte es sich an mich erinnern? War es gar ein Lebewesen? Es ist nicht viel passiert in diesem Traum, aber er hat mich nachdenklich gemacht.
Kann sich Wasser erinnern? Ist diese Substanz, ohne die ein Leben auf unserem Planeten nicht möglich wäre, gar ein riesiger Informationsspeicher? Ist es das Gedächtnis dieses Planeten? Spürt es unsere Anwesenheit oder weiß sogar um sie? Könnte es sein, dass Wasser nicht nur Leben spendet sondern selber lebt? Dass es denkt?
Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Von einem Homöopathen habe ich gelernt, dass es Wasser mit einem guten und Wasser mit einem schlechten Gedächtnis gibt. Und von einem alten Pilger auf dem Jakobsweg habe ich erfahren, dass bestimmtes Wasser nicht nur heilen, sondern den Menschen auch Träume schenken können.
Ja, ich glaube ihm. Ich glaube daran, dass Wasser träumen kann.
Isaac Newton hat einmal gesagt:
„Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ist ein Ozean.“


Mit den schönsten Traumgrüssen, Euer Traumperlentaucher

Bild: Von Mike

2007-03-22

Der uneinsichtige Gott

Von traumperlentaucher @ 06:42 [ Traumgeschichten ]


Nun bin ich tatsächlich weitergereist in meinem Flusstraum. Doch bevor ich darüber berichte, möchte ich nochmals eine kleine Geschichte erzählen. Nilzero hat mich inspiriert – zu einer eigenen Flussgeschichte:

Der uneinsichtige Gott
Er saß auf der alten Bank unten am Fluss und klagte Gott sein Leid. Und Gott sagte zu ihm: „Bedenke, das ganze Universum war erforderlich, damit du eine einzige Träne weinen kannst. Dein Körper besteht aus Sternenstaub, der vor Urzeiten bei meinem Schöpfungsakt entstanden ist. Du bist ein Bestandteil dieses Universums, so klein und nichtig du dich auch fühlen magst. Du bist mit allem untrennbar verknüpft: mit dem Wassertropfen auf dem Grund des Ozeans und mit der fernen Galaxie, die sich majestätisch durch die Weite des Alls bewegt. Nichts ist ohne Einfluss auf dich.“
„Das gibt mir keinen Trost, ich lebe hier und jetzt und trauere um meine Liebe“, klagte er voller Bitterkeit.
Gott lächelte und antwortete: „Voraussetzung für wirkliches Glück ist, dass du nichts begehrst, auch nicht die Liebe eines anderen Menschen. In Wirklichkeit trauerst du um dich selber. Sei achtsam mit deinen Gefühlen und dein Schmerz wird sich in Frieden wandeln.“
„Was soll ich denn tun, jetzt da sie mich verlassen hat?“, klagte er Gott.
Und Gott antwortete geduldig: „Nichts, tue einfach nichts. Versuche nicht, deine Träume mit Händen zu greifen, lasse sie einfach geschehen.“
Verzweifelt schüttelte er den Kopf und starrte trübsinnig ins dunkle Wasser. Wieso war Gott bloß so kompliziert und uneinsichtig?

Mit träumerischen Grüssen, Euer Schneeperlentaucher

Bild: MiamMiam, der neuste Menüvorschlag von Jo

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