Die tote Katze und der Traumbaum
| Von traumperlentaucher @ 06:35 | [ Gedanken & Beobachtungen ] |

Gestern bin ich bei der Rückkehr vom Einkaufen wieder der bunt gescheckten Katze begegnet, die oft meinen Weg kreuzt. Sie lag tot auf der Strasse. Wieso nur, habe ich mich gefragt, lassen sich Katzenviecher immer tot fahren?
Selber habe ich Gott sei Dank noch nie eine Katze überfahren, aber oft schon bremsen müssen, wenn eine Samtpfote in Mäuseträume versunken unvermittelt über die Strasse raste.
Obschon ich im Zeichen der Katze geboren bin und diese eigensinnigen Einzelgänger mag, möchte ich keine Katze sein. Nicht wegen dem Überfahrenwerden. Nein, wenn ich etwas anderes als ein Mensch sein müsste und die Wahl hätte, so möchte ich ein Baum sein.
Was? Ihr findet das langweilig?
Ich denke es muss wunderschön sein, als alte Eiche auf einem Hügel zu stehen, tagein und tagaus über das weite Land zu blicken und zu sehen, wie es sich allmählich verändert. Es muss wunderbar sein, den Geschichten des Windes zu lauschen, der in den Blättern spielt und die kurzlebigen zweibeinigen und vierbeinigen Geschöpfe bei ihrem hektischen Leben und Vergehen zu beobachten. Es muss faszinierend sein, Jahrhunderte kommen und gehen zu sehen, unzähligen Unwettern zu trotzen und doch jeden Frühling wieder die Kraft zu spüren, die von den Wurzeln ausgehend durch den dicken Stamm in die Äste und dann in die Knospen strömt. Dann, wenn sich die frischen, hellgrünen Blätter entfalten, muss es sich anfühlen, wie neu geboren zu werden – jeden Frühling, immer wieder. Es muss fantastisch sein, die Erde mit seinen Wurzeln zu spüren. Kein anderes Wesen ist so mit diesem Planeten verbunden.
Welche Träume mögen diese Geschöpfe haben? Weltenträume? Gaiaträume? Sternenträume?
Vielleicht würde in meinem Eichenleben eines Tages ein Mensch vorbei kommen und sich zu meinen Wurzelfüssen unter mein Blätterhaupt setzen. Und vielleicht würde er gar in meinem Schatten träumen und ich könnte dann ein paar Splitter seiner Träume erhaschen.
Wenn ich Glück hätte, würde er gar seine Hände auf meinen Stamm legen um meine Kraft zu spüren und wir könnten dann zusammen träumen.
Mit verwurzelten Grüssen, Euer Traumperlenbaum
Bild: Waldorgel, von Mike












